Grünstadt Gemeinde will Raser ausbremsen

Thema der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Battenberg waren mögliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Ratsmitglied Klaus Jungmann hatte den Tagesordnungspunkt angeregt, weil im Ort oft zu schnell gefahren werde. Ein Ansprechen der Raser bringe in den meisten Fällen nichts außer frechen Antworten, wie er festgestellt habe.
„Auf der Kreisstraße bis zum Weingut Denig lehnt der Landesbetrieb Mobilität Bremsschwellen ab“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Pahlke, der sich vorab informiert hat. Begründet werde das mit Behinderungen von Linienbussen, Rettungsfahrzeugen und Feuerwehr. An anderen Stellen könnten solche Erhebungen auf die Fahrbahn montiert werden, möglichst in einem Abstand von 50 bis 80 Zentimetern, um die Geräuschentwicklung durch Anfahren und Abbremsen zu minimieren. Die Schwellen müssten stets geklebt und zusätzlich geschraubt werden. Auf Kopfsteinpflaster sei die Befestigung allerdings schwierig, gab Pahlke zu bedenken. Auch seien die Schwellen einmal pro Jahr auf ihre Verkehrssicherheit zu kontrollieren. Lärmbelästigung (insbesondere bei Gespannen) und der Preis von 4000 Euro pro Stück bei der klammen Gemeindekasse sprechen aus Sicht von Julian Schraut gegen Bremsschwellen. Mit dem Hinweis auf die Kosten sprach er sich auch gegen den Kauf eines mobilen Smiley-Gerätes aus, mit dem an verschiedenen Punkten im Dorf das Tempo der Fahrzeuge gemessen und zur Auswertung dokumentiert werden könnte. „Wir wollen 2000 Euro ausgeben, nur um unser Bauchgefühl, dass gerast wird, bestätigen zu lassen?“, fragte er. Verkehrsplaner bestünden auf belegbaren Zahlen, erwiderte Pahlke, der auch das Markieren von Pkw-Stellflächen und zur Verdeutlichung von Rechts-vor-links-Regelungen aufs Tapet brachte. „Menschen reagieren egoistisch, und wir reglementieren nur als Reaktion nach dem Motto ,Erst Schwellen, dann Selbstschussanlagen`“, wetterte Erhard Schwalb und mahnte einen „Kulturwandel“ an. „Warum starten wir nicht einen Bürgerdialog? Jede Studenten-WG findet Lösungen für Probleme“, sagte er. „Mit Rasern funktioniert der Dialog nicht“, entgegnete die Beigeordnete Kym Schober, aber Schwalb könne es gern versuchen. Die Umfrage in Hinterhausen habe ja gezeigt, dass Verkehrsberuhigung von vielen Leuten gewünscht sei. Die vielen Fremden, etwa Paketzusteller, Lieferanten und Kunden der Wranglein-Ranch, erreiche man mit einem Bürgerdialog aber nicht, warf Jungmann ein. Letztlich einigte sich der Rat darauf, einen für jeden Battenberger offenen Ausschuss zu bilden. In dem Arbeitskreis sollen Ideen zur Geschwindigkeitsreduzierung des innerörtlichen Verkehrs entwickelt werden. Die Vorschläge werden dann bei einer Einwohnerversammlung im Frühjahr vorgestellt und diskutiert. |abf