Grünstadt Gaia soll Photovoltaik-Anlage bauen dürfen

Das Lambsheimer Energie-Unternehmen Gaia möchte im Obrigheimer Ortsteil Mühlheim eine Photovoltaik-Freiflächenanlage bauen. Die dafür vorgesehene Fläche von 1,2 Hektar liegt nördlich von Albsheim und Mühlheim, östlich der Bahnlinie (Richtung Bockenheim). Für das Projekt muss eine raumordnerische Prüfung erfolgen.
Markus Goller von Gaia stellte die Pläne vor. Das Unternehmen sieht in der Mühlheimer Fläche einen „optimalen Standort“ für eine PV-Freiflächenanlage. Das Areal sei „konfliktarm“. Die Lage des Projektgebietes entlang des 110-Meter-Korridors zur Bahnlinie lasse eine Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zu. Fällt die raumordnerische Prüfung positiv aus, soll der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Leiningerland angepasst und der Bereich als Sondergebiet ausgewiesen werden. Außerdem soll ein Bebauungsplan für das Areal aufgestellt werden. Die Kosten für das Verfahren muss Gaia tragen. Die Gemeinde werde rund 2000 Euro jährlich bekommen, damit Gaia Wege nutzen kann. Es sollen Kabel verlegt werden, sodass die Firma den Strom ins 20-KV-Netz einspeisen kann. Mit einer Anlage dieser Größenordnung lassen sich pro Jahr etwa 300 Haushalte mit Strom versorgen, sagte Goller. Wie berichtet, will die Gaia auch in Tiefenthal neben der Autobahn eine Photovoltaik-Anlage aufstellen. Der Bau beider Anlagen soll zeitgleich erfolgen. Axel Jurkat (FWG) fragte , ob es möglich sei, weitere alternative Angebote von Betreibern zum Vergleich einzuholen. Der Beigeordnete Siegfried Sell-Sommerrock (SPD) antwortete, dass dies wohl möglich sei. Vorab gelte es auszuloten, ob die Gemeinde eine solche Fläche haben möchte. Christian Schwarz (FWG) meldete unter anderem Bedenken wegen der Zufahrtswege zur Anlage an. Diese könne eventuell mehr Fahrzeugverkehr in die Gemarkung mit sich bringen. Er enthielt sich im Bauausschuss. FWG-Fraktionssprecher Joachim Stefan Müsel merkte als Zuhörer an, dass er über die Anfrage der Lambsheimer Firma erfreut sei: „ Ich möchte Danke an Gaia sagen, dass sie sich Obrigheim ausgesucht hat“. Eine PV-Freiflächenalnage sei für die Gemeinde ein wichtiger Faktor. Bei einer Enthaltung (FWG) sah der Bauausschuss die Pläne positiv. Wie der Gemeinderat darüber denkt, zeigt sich am Donnerstag, 23. Mai, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass in der Colgensteiner Bahnhofstraße ein Kfz-Werkstattgebäude errichtet werden kann. Die Bauweise soll sich in der nahen Umgebung einfügen. Zustimmen soll der Gemeinderat den Forderungen der Kreisverwaltung für das Trafohäuschen in Mühleim, das in einem denkmalgeschützten Umfeld steht. Ein Satteldach und Holzverkleidungen sollen das Gebäude besser ins Umfeld einpassen. Es habe Gespräche mit dem Investor für das geplante Altenheim auf dem Areal der früheren Inselmühle gegeben, sagte Ortsbürgermeister Stefan Muth ( SPD) auf FWG-Nachfrage. Da ein Geländestreifen nahe des Eisbachs der Gemeinde gehöre, werde derzeit wegen dessen Verkauf an den Investor verhandelt, so Muth.