Kandidaten im Porträt Gabriele Martin will Verantwortung in Bockenheim übernehmen

Gabriele Martin will sich für ihre Mitmenschen einsetzen.
Gabriele Martin will sich für ihre Mitmenschen einsetzen.

Gabriele Martin (SPD) kennt keine Langeweile: Seit zwei Jahren ist sie im Ruhestand. Ausruhen will sie sich dennoch nicht: Stattdessen will sich die 62-Jährige sozialpolitisch für ihre Bockenheimer Mitbürger einsetzen und hat davon eine genaue Vorstellung.

In der Region begleitet Martin einige Ehrenämter beispielsweise den Vorsitz des ASB Frankenthal oder als Mitglied der Task-Force-Einheit, die nach dem Hochwasser im Ahrtal Unterstützung leistete. Die 62-Jährige weiß genau, was Gemeinschaftsarbeit bedeutet: „Für mich gehört es einfach dazu, sich mit anderen und um andere zu kümmern“, betont Martin.

Deswegen habe sie sich nach einer Bedenkzeit mit ihrer Familie dazu entschieden, zu kandidieren. Einige politische Erfahrungen konnte sie bereits sammeln: Seit 2018 ist sie Mitglied der SPD, seit 2019 sitzt sie im Gemeinderat, übernimmt als Teil des SPD-Vorstands die Aufgaben der Kassiererin. Auch in einer Arbeitsgruppe zur Übergangslösung Kita sowie im Kindergarten- und Sozialausschuss ist sie tätig.

Kita und Nahversorger

„Beim Kita-Thema drückt mich der Schuh am meisten“, erzählt sie als Mutter von zwei erwachsenen Kindern, dass sie dieses Projekt als Bürgermeisterin vorantreiben wolle. Sie kenne die Sorgen der Erzieherinnen und Eltern. „Die Umstände sind nicht mehr tragbar.“ Deswegen müsse jetzt dringend der beschlossene Rathaus-Umbau zu einer zweiten Kita umgesetzt werden.

Auch einen Nahversorgermarkt hofft sie in die kleine Gemeinde zu bringen, berichtet Martin. Bei einer kürzlichen Brötchen-Bestellaktion sei die Nachfrage sehr hoch gewesen. „Das zeigt, wie sehr wir einen Nahversorger brauchen.“ Zwar sei Bockenheim gut durch die umliegenden Supermärkte versorgt, das setze aber ein Auto voraus. Eine große Hürde für Senioren. Außerdem wünsche sie sich eine barrierefreie Begegnungsstätte für Jung und Alt. Auch dem noch nicht fertig gestellten Glasfaserausbau für schnelles Internet und der Sanierung von Straßenabschnitten wolle sie sich widmen.

Auf Augenhöhe

Im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre ist Martin zufrieden mit der Kommunikation unter den Fraktionen im Gemeinderat. „Wir sind gut miteinander ausgekommen, haben gut über Themen gesprochen und sind aufeinander zugegangen“, auch wenn die Entscheidungen manchmal anders als erhofft ausfielen. Weniger gut hingegen sei, dass die SPD mit sechs Plätzen im Gemeinderat derzeit in Oppositionsstellung ist: „Da hatten wir weniger Chancen, eigene Projekte durchzubringen.“

Für ihre Kandidatur habe sich Martin vorgenommen, besonnen in die Zukunft zu schauen und sozial-politisch zu agieren. „Man kann nicht nur nach oben schauen und dafür die Basis vergessen.“ Wichtig sei ihr eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, „eben ein gemeinsames Gremium auf Augenhöhe, in dem jeder Verantwortung übernehmen will.“

Drei Bekenntnisse

1. Ich lebe gerne in Bockenheim, weil ... hier eine lebendige Atmosphäre ist und wir, meine Familie und ich, in einem guten sozialen und familiären Netzwerk leben.
2. Überhaupt nicht leiden kann ich... Lügen, böse Streitigkeiten unter der Gürtellinie, soziale Ungerechtigkeiten, Diskriminierung.
3. Ich will Bürgermeisterin werden, weil ... ich weiß, dass wir gemeinsam einiges für die Zukunft in Bockenheim bewegen können.

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