Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Fragen und Antworten zu Corona-Tests

In Apotheken, bei Ärzten und in Testzentren werden kostenlose Schnelltests angeboten.
In Apotheken, bei Ärzten und in Testzentren werden kostenlose Schnelltests angeboten.

Seit vergangener Woche haben die Bürger die Möglichkeit, sich schnell und kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Eine Sorge, die man dieser Tage oft hört, ist: „Was, wenn ich positiv bin?“ Nun, dann hat der Test seine Aufgabe erfüllt: Infizierte ohne Symptome möglichst schnell aufzuspüren.

Wer wird getestet?

Jeder, der in Deutschland seinen Wohnsitz hat, hat einmal die Woche Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest. Kinder werden auch getestet. Eine Testpflicht gibt es nicht.

Wer muss getestet werden?

In der aktuellen Corona-Landesverordnung (es ist die 17.!) steht, dass für die Erbringung von „körpernahen Dienstleistungen“, bei denen die Kunden die Maske nicht tragen können, ein negativer Covid-19-Schnelltest nötig ist, der höchstens 24 Stunden alt sein darf. Das gilt für Kosmetikstudios, Massage- und Tattoostudios.

Wer wird nicht getestet?

Menschen mit Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Geschmacks- oder Geruchsverlust werden nicht getestet. Wer Symptome einer Corona-Infektion hat, soll seinen Hausarzt anrufen.

Was ist der Unterschied zwischen PCR-Tests, Antigen-Schnelltests und Selbsttests?

PCR-Tests sind der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests, dabei wird ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal, die Auswertung durch Labore.

Antigen-Schnelltests: Diese Tests können nur durch geschultes Personal gemacht werden, es wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich vorgenommen. Die Auswertung erfolgt direkt vor Ort und dauert 15 bis 20 Minuten. Seit 8. März hat jeder Anspruch auf einen solchen Schnelltest pro Woche.

Selbsttests: Tests für Daheim, man nimmt einen Nasenabstrich oder eine Speichelprobe. Diese werden in Discountern und Drogerien verkauft.

Grundsätzlich gilt: Schnell- und Selbsttests haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher sollte nach positivem Schnell- oder Selbsttest ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden.

Wo kann ich mich testen lassen?

Es gibt Ärzte und Apotheken, die diese kostenlosen Tests anbieten – eine aktuelle Auflistung findet man auf der Corona-Seite des Landes (corona.rlp.de). Darüber hinaus gibt es überall in der Region weitere Testangebote: Die Stadt Grünstadt und die Verbandsgemeinde Leiningerland betreiben mit Ehrenamtlichen des DRK-Ortsverbands und der DLRG-Ortsgruppe ein Schnelltestzentrum im Grünstadter Weinstraßencenter, Turnstraße 7, das auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Geöffnet ist es mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Verbandsgemeinde schickt zudem das Corona-Mobil von Andreas Blatner aus Mertesheim über die Dörfer. Folgende Termine stehen fest: Ebertsheim, Dienstag, 23. März, 14 bis 18 Uhr, Parkplatz an der Schule; Bockenheim, Mittwoch, 17. und 24. März, 14 bis 18 Uhr, Festplatz; Dirmstein, Donnerstag, 18. und 25. März, 14 bis 18 Uhr, Schlossplatz, Marktstraße; Gerolsheim, Freitag, 19. und 26. März, 14 bis 18 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus, An der Weet; Hettenleidelheim, Samstag, 20. und 27. März, 9 bis 12 Uhr; Festhalle Gut-Heil, Turnhallenstraße 2B; Carlsberg, Samstag, 20. und 27. März, 13 bis 16 Uhr, Leißlinger Platz, Gartenstraße. Für die Tests muss man sich nicht anmelden.

Im Abstrichzentrum in der Eisenberger Rot-Kreuz-Straße wird montags, dienstags, donnerstags und freitags, jeweils zwischen 17 und 20 Uhr, getestet. Mittwochs wird nicht getestet. Eine Anmeldung ist nötig – und zwar über die E-Mail-Adresse: abstrichtermin.eisenberg@web.de oder (wer keine E-Mail-Adresse hat) unter Telefon 06351/1470994 zu den Öffnungszeiten.

Grundsätzlich gilt: Personalausweis oder Reisepass zum Test mitbringen – und natürlich die Regeln (Abstand, FFP2- oder OP-Maske tragen) einhalten.

Wie läuft der Test in Grünstadt ab?
1) Einlasskontrolle im Foyer: Anmeldung mit Ausweisdokument und Erhalt des Laufzettels.

2) Unterzeichnung der Vordrucke am Stehtisch.

3) Zuteilung Teststation 1 oder 2

4) Abstrich wird gemacht, der Getestete verlässt das Weinstraßencenter über die Außentreppe.

5) Nach 15 bis 20 Minuten: Getestete Person kommt wieder zum Haupteingang

6 a) Keine Corona-Infektion: Die getestete Person erhält im Foyer die Bescheinigung über das negative Testergebnis. Sie ist als Nachweis der Testung 24 Stunden gültig.

6 b) Wenn der Corona-Test positiv ist, erhält die getestete Person im Foyer im abgetrennten Bereich die positive Bescheinigung und bekommt ein Formular für einen PCR-Test. Die Person muss sich in Quarantäne begeben. Das Gesundheitsamt wird informiert und meldet sich zurück.

Frage an die Praktikerin: Wissen die Leute, dass sie sich testen lassen müssen?

Gabi Schneider (53) ist seit 1997 selbstständige Kosmetikerin und betreibt in Sausenheim ein Kosmetik-Studio. Sie berichtet, dass sie die Kunden gezielt darauf anspreche, dass man sich vor einem Besuch im Kosmetikstudio testen lassen müsse. Für die Kunden sei das in der vergangenen Woche überraschend gekommen: „Es ging zu schnell, die Leute haben nicht damit gerechnet.“ Eigentlich hätte sie viele Wünsche nach Gesichtsbehandlungen gehabt – als die Kundinnen aber hörten, dass sie einen negativen Corona-Test vorliegen müssten, hätten viele ihren Termin abgesagt. „Sie haben gesagt: Es sei für sie zu kompliziert“, berichtet Schneider von den Reaktionen.

Schneider betont, es sei überhaupt nicht kompliziert – und verweist auf die Internetseiten der Grünstadter Schwanen-Apotheke, die sehr gut zu bedienen sei. Auch die Martins-Apotheke bietet die Bürger-Tests an.

Sehr schön seien die Reaktionen von Kundinnen, die es nicht erwarten können, endlich wieder zur Kosmetikerin zu dürfen, berichtet Schneider: „Sie fragen: Gabi, was muss ich machen, damit ich wieder kommen kann?“

Gabi Schneider wird einmal die Woche getestet – es ist für sie ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sie selbst keine Infektion hat. Und: „Mir geht’s besser, wenn ich weiß, dass meine Kundinnen auch getestet sind.“ Dieses Wissen sorge sowohl bei ihr als auch bei den Kundinnen für eine gewisse Gelöstheit. Diese Woche waren übrigens schon mehr Menschen bereit, mit dem Schnelltest zur Kosmetikerin zu kommen: Die Anzahl der Absagen und der Zusagen hielt sich die Waage. Die 53-Jährige nimmt an, dass es sich irgendwann in den Köpfen festsetzt, dass man die Bestätigungen über einen negativen Test vorweisen müsse und dass es alsbald als normal erachtet wird. „Man muss viel Aufklärungsarbeit betreiben. Dann klappt das schon.“

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