Grünstadt Früher Kloster – heute Friedhof?
Auf Spurensuche nach den Grundmauern der Klosterkirche von Hertlingshausen aus dem 13. Jahrhundert befindet sich Reinhold Pfeiffer. Nachdem er sich maßgeblich an der Herausgabe des Heimatbuches zur Geschichte des Ortes Hertlingshausen zum 800. Jubiläum beteiligt hatte, befasst er sich nun mit vielen ungeklärten Fragen zu Hintergründen zum damaligen Augustiner-Chorfrauen-Stift.
Wo stand die ursprüngliche Klosterkirche und gibt es noch steinerne Zeugen dafür? In vielen Stunden akribischer Kleinarbeit hat Pfeiffer bei seinen Nachforschungen in Archiven bei der Sichtung entsprechender Literatur und beim Studium historischer Liegenschaftskarten versucht, auf diese offenen Fragen eine Antwort zu finden. Zwar ist es ihm gelungen, nachzuweisen, dass die Klosterkirche im oder beim Areal des heutigen Friedhofs gestanden haben muss, die genaue Lage konnte er jedoch bis jetzt nicht nachweisen. Bei der Vorstellung des „Pfälzischen Klosterlexikons, Band 3“ in Mußbach lernte Pfeiffer Professor Michael Werling von der Technischen Hochschule Köln kennen, einen anerkannten Sachverständigen für Baugeschichte und Denkmalpflege. Er ist in der Region kein Unbekannter. Er war schon in Ramsen auf Spurensuche nach dem untergegangenen Kloster Ramosa. Pfeiffer konnte des Professors Interesse an der Aufklärung der geschichtlichen Hintergründe wecken. Zusammen mit seinem Kollegen Harald von der Osten, einem Geophysiker vom Landesdenkmalamt Stuttgart, besuchte Werling vor Kurzem Hertlingshausen. Im Gepäck hatten die Wissenschaftler ein „Bodenradar“, auch Georadargerät genannt. Mit diesem technischen Instrument machten sich die Forscher im Bereich des von Pfeiffer vermuteten historischen Standortes auf die Suche nach Fundamenten der ehemaligen Klosterkirche. Beim Einsatz des Georadars werden hochfrequente elektromagnetische Wellen bis zu einer Tiefe von 2,5 Metern ins Bodenreich gesendet und deren Reflexionen mittels eines Computers aufgezeichnet. Dies geschieht in einem abgesteckten Areal, in dem im Abstand von je 50 Zentimetern durch Überfahren des Geländes mit dem Bodenradar Aufnahmen gemacht werden. Mittels GPS-Signalen werden die Positionen genau eingemessen. Nach Aussage Werlings wurden dabei Strukturen gefunden, die jedoch zunächst mit äußerster Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen seien. „Eine exakte Analyse der einzelnen Ebenen und die Auswertung der aufgenommenen Schichten wird Genaueres ergeben und mit Glück einen Grundriss erkennen lassen“, so der Wissenschaftler. Mitte November sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Wie Pfeiffer auf Nachfrage mitteilte, erfolgte die Untersuchung freundlicherweise ohne Zahlung eines Honorars. Nebenkosten für Übernachtungen und Verpflegung bezahlte der Heimatforscher aus eigener Tasche. |mbc