QUIRNHEIM
Flieger halten sich durch virtuelle Schulungen fit
So langsam geht es wieder rund auf dem Quirnheimer Berg. Der Flugbetrieb ist wieder aufgenommen worden - unter Berücksichtigung eines speziellen, für den Verein erarbeiteten Hygienekonzepts. „Wir haben einen Mediziner in den Reihen des Vereins, der mehrere Helfer eingewiesen hat, die jetzt in der Lage sind, Schnelltest durchzuführen und auszuwerten. Wer sonntags auf den Flugplatz kommt, wird von diesem Team getestet“, erklärt Erich Probeck, Kassenwart des Luftfahrtvereins. 2020 gab es schon kein Flugplatzfest, 2021 haben die Flieger die Veranstaltung ebenfalls schon aufgegeben, das belastet die Kasse des Vereins.
Rücklagen helfen durch die Krise
„Normalerweise weint der Kassenwart, aber wir kommen mit der Situation noch klar“, sagt Probeck mit einem gewissen Maß an Realismus. „Die Einschränkungen beim Flugbetrieb waren da schon schlimmer, vor allem seit Herbst leiden wir unter den Auflagen“, betont er. Doch es kommt auch Lob. „Wir arbeiten sehr gut mit den Ordnungsbehörden bei der Verbandsgemeinde Leiningerland, bei der Stadt Grünstadt und beim Landkreis zusammen“, ergänzt Nils Brand, der Schriftführer. „Auch wenn der Außenstehende das kaum bedenkt, Segelflug ist ein Teamsport. Vor allem im Ausbildungsbetrieb sitzen wir nah im Cockpit zusammen,“ sagt Brand. Hier greife dann das Hygienekonzept und auch die Testung aller Mitglieder. Die haben zusätzlich den Vorteil, dass sie immer sicher sind, kein Corona haben.
Der Flugbetrieb ist durch Corona etwa um 30 Prozent zurückgegangen. Die Flieger hoffen trotzdem, dass im Sommer wieder mehr Leben auf dem Flugplatz auf dem Quirnheimer Berg herrschen kann. Auch die Vereinsaktivitäten sollen nicht ganz unter den Tisch fallen. Geplant ist unter anderem ein Sommer ein Fluglager in Hirzenhain in Hessen.
In der Winterpause die Maschinen überholt
Während der Wintermonate haben die Fluglehrer einen Theorieunterricht auf die Beine gestellt. Dieser musste zwar digital stattfinden, doch das Konzept sei aufgegangen, so Brand weiter. So habe Fabian Johannsen das Funken und die Funkdisziplin vermittelt. Zehn Flugschüler und einige Flugscheininhaber haben Kenntnisse erlernt oder aufgefrischt. Johannsen sei ein Vereinsmitglied und Fluglehrer, der in München wohne und beruflich als Pilot bei der Fluglinie Condor arbeite. Daher sei er dafür prädestiniert, die Schulung des Funksprechunterrichts in deutscher und englischer Sprache anzubieten. „Wir haben hier alleine wegen der Nähe zu Frankfurt öfter auch mit Berufspiloten und den Fluginformationsdiensten zu tun“, ergänzt Probeck, warum solche Lehrgänge auch in Corona-Zeiten auf die Beine gestellt werden müssen.
Wie üblich wurde während der Winterpause die fünf Segelflieger, der Motorsegler und das Motorflugzeug des Vereins gewartet. Rund 50 aktive Flieger umfasst der 220 Mitglieder zählende Luftfahrtverein, dessen Modellflugabteilung mit 120 Mitgliedern auf dem Grünstadter Berg aktiv ist.