Grünstadt Flüchtlingshilfe: Bisher schon viel erreicht

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Rund ein Jahr ist die Stiftung Willkommen in Deutschland (WiD) jetzt alt, die Ende Dezember 2014 vom Ebertsheimer Ehepaar Burkhart Braunbehrens und Ute Kreidler gegründet wurde.

In der Zeit ist es gelungen, drei Häuser zu kaufen und (fast fertig) herzurichten, um Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Darüber hinaus sind mehr als 10.000 Euro an Spenden eingegangen, nahezu die Hälfte vom Kiwanis-Club Grünstadt-Leiningerland. Das Geld der Kiwanier fließt maßgeblich in zwei Projekte: die Versorgung bedürftiger Schüler mit Winterjacken und -schuhen sowie eine Mutter-Kind-Gruppe für Asylbewerber und Einheimische, die einmal wöchentlich im Vis-à-vis in der Jakobstraße zusammenkommen wird. Gedacht ist dabei an Frauen mit ihren bis zu dreijährigen Sprösslingen. „Auch Schwangere sind willkommen“, sagt die Diplom-Pädagogin Esther Würtz, die die Treffen gemeinsam mit der angehenden Lehrerin Nadia Hochstetter leiten wird. Für Flüchtlingskinder stünden nicht immer sofort Kita-Plätze bereit, erläutert Würtz. Das niederschwellige Angebot soll ihnen und ihren Müttern Gelegenheit geben, in lockerer Atmosphäre Deutsch zu lernen und Einblicke in die hiesige Kultur zu gewinnen. Start soll der 23. Februar um 9.30 Uhr sein. Bereits begonnen hat Sanaa Schumacher, Zweite Vorsitzende der Grünstadter Tafel, mit der Ausstattung armer Jungen und Mädchen mit warmer Kleidung. „Zusammen mit der Konrektorin der Dekan-Ernst-Schule, Sandra Ohler, habe ich für acht Kinder Winterjacken gekauft“, erzählt sie. Zudem habe sie Jacken und feste Schuhe für zwei 13- und einen Elfjährigen aus der Integrierten Gesamtschule beziehungsweise aus Carlsberg sowie für zwei neu angekommene Flüchtlingskinder besorgt. Neun Grundschüler aus Dirmstein erhalten Schuhe und Sportbekleidung. Mit Blick auf die Beförderung zu Fachgeschäften und die Betreuung der Kinder berichtet Schumacher, dass der Schuhkauf für Schüler aus den umliegenden Ortschaften nicht einfach sei. Sie betont: „Wir unterscheiden nicht zwischen bedürftigen Deutschen und Asylbewerbern.“ Mit einem Teil der Spenden werde eventuell ein Ferienprogramm finanziert, das einen zwanglosen Beitrag zur Integration leisten könne, so Braunbehrens. Wichtig sei es darüber hinaus, die Flüchtlingshelfer zu unterstützen. Ab Februar wird es einmal monatlich eine Beratungsgruppe für die Ehrenamtlichen im Vis-à-vis geben. Man müsse die Freiwilligen aber auch mit monetären Mitteln ausstatten, hebt Braunbehrens hervor. Er weiß: „Die Ehrenamtlichen legen oft drauf.“ So bezahlten die Leiter der wachsenden Zahl von Deutschkursen – das vor ein paar Wochen eröffnete Vis-à-vis ist nahezu durchgängig damit belegt – mitunter die Busfahrten ihrer Schützlinge zum Unterricht. In diesem Zusammenhang fragt Sanaa Schumacher, weshalb die Grünstadter Stadtverwaltung nicht Sammelbusse organisieren könne, um Asylbewerber zu diesen Sprachseminaren oder auch zur Tafel und wieder nach Hause zu bringen. Dank WiD hat eine achtköpfige Familie in einem frisch renovierten Gebäude in der Hauptstraße in Eisenberg ein Domizil gefunden. Drei Personen leben in einem Haus der Stiftung in der Grünstadter Ringgasse. Gegenwärtig werden noch zwei Wohnungen über dem Vis-à-vis hergerichtet, sodass sie bald bezogen werden können. „Mit der Miete kann weitere Flüchtlingshilfe bezahlt werden“, erklärt Braunbehrens sein Konzept. Der WiD-Gründer hofft, dass sich das Vis-à-vis zu einem interkulturellen Treffpunkt entwickelt. Ein Anfang ist gemacht: Neben den angesprochenen Veranstaltungen findet dort einmal wöchentlich das Café International der Leininger Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit (Liga) statt. (abf) INFO Infos unter www.wid-stiftung.de; Infos zur Mutter-Kind-Gruppe bei Esther Würtz, Telefon 0171/9304742, E-Mail: esther.wuertz@gmail.com.

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