Grünstadt
Firma Deister Garten Creativ wird 40 Jahre alt
Mit 14 Jahren begann Hanns Peter Deister eine Ausbildung. In Mainz lernte der gebürtige Ingelheimer Landschaftsgärtner bei der Firma Schwarz Landschaftsbau. Danach studierte er auf dem zweiten Bildungsweg Landespflege und machte seinen Ingenieur. In den Ferien habe er immer bei Schwarz in Mainz gejobbt und sich dort gut mit einem Ingenieur verstanden, erzählt Deister. Just dieser Ingenieur habe sich 1979 in Grünstadt mit dem „Gartenlandschaftsbau Schwarz“ selbstständig gemacht – und er sei ihm dorthin gefolgt.
„Das Geschäft war für Grünstadt allerdings zu groß angelegt und ging 1981 in Konkurs“, erinnert sich der 65-Jährige. Er habe das zum Anlass genommen, sich am 1. September 1981 mit zunächst vier Mitarbeitern auf dem Nackterhof selbstständig zu machen. Dort wohnte er damals auch. „Unser Angebot umfasste den Garten- und Landschaftsbau, das Anlegen von Gärten und Grünanlagen im öffentlichen, gewerblichen und privaten Bereich“, berichtet der Fachmann.
1984 nach Tiefenthal umgezogen
Als sich 1984 die Möglichkeit bot, ein großes Grundstück in Tiefenthal zu ersteigern, habe er zugeschlagen. Die darauf befindlichen Hallen und ein Rohbau seien der Grundstock für die nächsten Jahre des Unternehmens gewesen – wobei die Mitarbeiterzahl mit vier bis sechs zunächst unverändert blieb. Als 2008 ein Freund seines Sohns, Jens Armbrust, als Landschaftsgärtner zu Deister kam, habe noch keiner geahnt, wie schicksalsträchtig die Begegnung sein würde.
„Jens machte berufsbegleitend seinen Meister, während mein Sohn Alexander nach zwei Jahren Ausbildung im eigenen Betrieb, einem Jahr bei Breivogel in Obersülzen und Huben in Ladenburg sein Studium in Geisenheim abschloss“, fasst Deister zusammen. Die beiden Jungs waren bereits als Kinder befreundet und trafen sich in der Berufsschule wieder. „Bald reifte der Gedanke, dass sie zusammen meine Nachfolge antreten könnten“, erzählt Deister. Die Gründung von Garten Creativ in Grünstadt 2009 sei die Voraussetzung für die angedachte Nachfolgeregelung gewesen.
Der Sohn und ein Freund haben übernommen
Da jedoch bereits nach wenigen Jahren feststand, dass sich das Gartencenter in Grünstadt allein nicht trage, sei 2014 die Fusion mit dem Betrieb in Tiefenthal beschlossen worden. Fortan lautete der Name des gesamten Unternehmens Deister Garten Creativ. „Seit der Gründung 2014 ist mein Sohn Geschäftsführer und seit Anfang 2021 ist Jens ebenfalls als Geschäftsführer dabei“, berichtet Deister. Er hat sich aus der Rolle mittlerweile vollständig zurückgezogen und seither nur noch Stimmrecht.
Als positiv hätten sich die guten Kontakte beider jungen Männer zur Berufsschule erwiesen, durch die schon einige junge Mitarbeiter eingestellt werden konnten, die teils direkt unter der Führungsebene arbeiten. „Wir haben einen guten Ruf und bekamen Bewerbungen von außerhalb, weshalb wir derzeit gut aufgestellt sind“, so der Gartenspezialist. Seit zehn Jahre werde verstärkt ausgebildet. Derzeit gebe es drei Auszubildende, wobei auffällig sei, dass das weibliche Geschlecht in den letzten Jahren enorm aufhole und mehr Mädchen als Jungs ausgebildet würden. Jeder Auszubildende, der bleiben wolle, habe bisher bleiben können.
Ein Oltimer als Ausgleich ind er Freizeit
„Unser Gartencenter ist fest in Frauenhand, lediglich in den Büros begegnet man noch Männern“, sagt Deister lachend und ergänzt: „Kein Wunder, der Beruf ist kreativ, vielseitig und man ist immer an der frischen Luft.“ Insgesamt beschäftige Garten Creativ aktuell 33 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende, und zusätzlich fünf Aushilfen. Der Jahresumsatz habe zuletzt zwischen drei und dreieinhalb Millionen Euro gelegen und werde zu 90 Prozent auf Baustellen im Bereich Landschaftsbau erzielt.
„Ich selbst habe mich noch nicht ganz aus dem aktiven Teil herausgezogen, mir aber ausgesucht, was mir am besten gefällt – und das ist die Bauleitung“, erzählt Deister. Mit seinem Sohn, der der bessere Betriebswirt sei, und dessen Freund Jens Armbrust, dem besseren Praktiker, wisse er seine Firma in besten Händen: „Die beiden ergänzen sich perfekt.“ Da er selbst meist nur noch einen halben Tag im Geschäft sei, habe er viel Zeit für seinen 18 Monate alten Enkel. Außerdem habe er sich einen Oldtimer gekauft, ihn komplett zerlegt und baue ihn jetzt mit viel Liebe zum Detail wieder auf. Er sagt: „Die Arbeit bringt mir Ruhe und Entspannung und ist ein guter Ausgleich zur Bauleitung.“