Carlsberg RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehren der Verbandsgemeinde Leiningerland üben gemeinsam

8000 Liter fasst das Faltbassin, das bei der Feuerwehr in Carlsberg gelagert wird. Mehrfach wurde es am Freitagabend bei der Gro
8000 Liter fasst das Faltbassin, das bei der Feuerwehr in Carlsberg gelagert wird. Mehrfach wurde es am Freitagabend bei der Großübung der Feuerwehren im Leiningerland eingesetzt.

Einen guten Eindruck davon, was Feuerwehrleute leisten müssen, haben sich Beobachter am Freitagabend bei der Großübung in Carlsberg auf dem Seckenhäuserhof verschaffen können. Dabei lief wohl nicht alles rund, zumindest was die Koordination zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst-Einheiten des Kreises anbelangt.

Der Aufbau der Wasserversorgung klappte bei der Großübung am Freitag gut: Bis 19 Uhr – also etwa 50 Minuten nach dem Alarm – gelang es den Wehrleuten mehrfach, mit Tauchpumpen und sogenannten B-Rohren 8000 Liter Wasser vom Hetschmühlweiher in einen Zwischenbehälter unweit der fiktiven Brandstelle zu pumpen.

Wie vorab zu erfahren war, diente die Übung in erster Linie diesem Zweck. Die rund 85 Wehrleute, die mitmachten, sollten üben, über eine lange Distanz eine Wasserversorgung zum Löschen eines Brandes aufzubauen. Außerdem ging es darum, Unfallopfer schnell aus einem Gebäude zu holen.

Wassrversorgung in Carlsberg ist schwieriger

„Wir sind von Feuerwehrseite insgesamt sehr zufrieden mit dem Ablauf“, resümierte Wehrleiter Markus Ittel von der Verbandsgemeinde Leiningerland gestern im Nachgang. Der Seckenhäuserhof sei als Übungsort ausgewählt worden, weil es in Carlsberg um die Wasserversorgung insgesamt nicht so gut bestellt sei, wie in anderen Gemeinden der VG Leiningerland.

Bei dem Übungseinsatz wurde eine etwa einen Kilometer lange Strecke mit B-Rohren vom Hetschmühlweiher bei Wattenheim zum Seckenhäuserhof verlegt. Dort hatten Wehrleute aus Carlsberg ein Bassin aufgebaut, das als Zwischenspeicher genutzt werden kann – immer dann, wenn eben vor Ort keine ausreichende Versorgung mit Löschwasser zu bekommen ist.

Großes Bassin dient als Wasserspeicher

„Im Normalfall sind das Waldbrände. Bei denen setzen wir das Bassin ein, das einen Schwimmfalz hat, der beim Befüllen automatisch angehoben wird, sodass sich das Becken entfaltet“, berichtete ein Feuerwehrmann. Der Behälter erinnert zwar an einen Swimmingpool, was in ihm ankommt, ist allerdings eine dunkelbraune Brühe, die nicht zum Baden einlädt. Laut den Wehrleuten gibt es zwei solche Bassins: eines in Carlsberg und ein weiteres in Großkarlbach.

Um 18.04 Uhr wurde der Alarm ausgelöst, um 18.09 Uhr waren das Tanklösch- und das Hilffahrzeug mit dem Anhänger, auf dem das Bassin transportiert wird, bereits vor Ort. Beide Fahrzeuge kamen von der Feuerwehr Carlsberg. Zeitgleich waren die Martinshörner der Nachbarfeuerwehr aus Altleiningen zu hören, die hinter den Hügeln durch das Leiningertal anrückte.

„Opfer“ bleiben lange unversorgt

Carlsberger Atemschutzgeräteträger sprangen aus dem Auto und wurden in die Lage eingewiesen: In einem brennenden Gebäude wurden sechs Personen vermisst. Während die Männer mit den schweren Geräten meist mit hochrotem Kopf ins Gebäude eindrangen und recht zügig erste „Opfer“ aus dem mit einer Nebelmaschine künstlich verrauchten Raum brachten, bauten andere eine erste Wasserversorgung auf. Die Geräteträger gingen mit einem C-Rohr ins Gebäude. All das ist überaus schweißtreibende Arbeit, die Männer und Frauen in der schweren Feuerwehrkleidung waren bei der Hitze also wahrlich nicht zu beneiden.

Es gelang der Feuerwehr zwar, die Opfer zügig zum Sammelplatz zu schaffen. Da standen die geschminkten Helfer – einem ragte eine künstliche Schraube aus der Hand – erst mal unbehandelt herum. Der verloren Haufen wartete immer noch, als gegen 19.15 Uhr zwei Rettungswagen mit Blaulicht angefahren kamen.

Absprache mit Rettungskräften nicht optimal

Unterdessen filmte die Drohne der Feuerwehr das Geschehen längst von oben und auch die Grünstadter Wehr war eingetroffen. Sie half dabei, den Pendelverkehr mit Tankfahrzeugen aufrechtzuhalten. Aus Ittels Sicht lief das ebenfalls sehr gut. Weniger gut habe die Absprache mit den Rettungskräften geklappt. Da gebe es noch Verbesserungspotenzial.

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