Grünstadt Fasnachter in Hettenleidelheim trotzen dem Wind (mit Bildergalerie)
14 Uhr in die Hettenleidelheim, die Frisur sitzt. Allerdings nur dann, wenn die Erzieherinnen der drei Kindertagesstätten, die als grüne Waldelfen zum Fasnachtsumzug gekommen sind, rückwärts laufen. Ansonsten bläst der Sturm den Frauen die Haare ins Gesicht. Macht nix, denn Spaß hatte die sehenswerte Truppe allemal – so wie alle anderen Zugteilnehmer auch. Trotz Wind und Wetter haben sich die Verantwortlichen beim Feuerio, allen voran Umzugsminister Thomas Rös, entschieden, das Spektakel durch die Straßen ziehen zu lassen. „Wir beobachten seit 11 Uhr dauernd den Wetterbericht und wissen, dass andere Umzüge ausfallen müssen. Aber wir haben uns entschieden, pünktlich zu starten“, so Rös. Der Sturm hatte allerdings erhebliche Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Deutlich weniger Menschen als in den Vorjahren kamen, insgesamt höchstens 4000. Das war vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass im Vorfeld bekannt war, dass es kaum Umzugswagen geben würde.
Nur drei Fahrzeuge dabei
Gerade mal drei Fahrzeuge waren im Umzug dabei, zwei davon kamen aus Altleiningen, eines vom Gastgeber KV Feuerio, der auch nur seinen Prinzenwagen auf die Strecke schickte. Selbst Thomas Rös, dem von zahlreichen Zuschauern unterwegs für sein Engagement für den Zug gedankt wurde, ging zu Fuß. Sehenswert war das Bergmannsblasorchester, die Musiker kamen als blaue Fische aus dem Aquarium daher. Es folgten die Erzieherinnen in ihren Elfenkostümen, eine erste echte Bereicherung für den Umzug. Schöne Beiträge gab es vom Radfahrverein Einigkeit aus Rodenbach, der mit historischen Laufrädern und Einradfahrerinnen in Marienkäferkostümen daherkam. Woran es liegen kann, dass der Umzug fast nur aus Fußgruppen, darunter zahlreiche Hexen und Karnevalvereinen bestand, liegt zumindest für die Wattenheimer auf der Hand. „Dieses Jahr da sind wir kleiner, denn der Tüv ist viel gemeiner“, spielten sie mit einem Schild am Handwagen darauf an, dass jedes Fahrzeug vorab überprüft werden muss. Ein Sicherheitsposten an jedem Reifen der Anhänger ist vorgeschrieben, das bindet Kapazitäten. Kein Problem für die Altleininger Gogeljodler und für den Feuerio, die ihre Prunkwagen entsprechend absicherten. Aber für andere Vereine sind wohl die Kosten und auch die Anforderungen eine Hürde, die fast in allen Fällen den Verzicht auf einem Wagen auslösten.
Der Umzug ist kürzer als sonst
Das führte eben auch dazu, dass der Umzug deutlich kürzer ausfiel als sonst. Ein Hingucker war in jedem Fall der Fanfarenzug vom Werkvolk aus Bann. Mit Fahnenschwingern, Trommlern und Bläsern eine Bereicherung und ein Stück weit auch Tradition, wie sie heute kaum noch gelebt wird. Sehenswert auch die Stormtropper samt Darth Vader vom Rüssinger Narrengaul. Der einzige wirkliche Motivwagen waren die Elwetritsche mit Hexenhut, den die Altleininger Waldhexen mitgebracht hatten – überaus gelungen. Gut gefiel auch der Beitrag der französischen Gäste aus Blanzy, die als Einhörner daher kamen. Die Kolpingjugend stellte das Dschungelbuch dar – ebenfalls fein. Geballte närrische Macht ging von den Feuerianern aus. Während die Minigarde, angeführt von Sophie Kirch, ihre Polonaise tanzte, ließen die übrigen Garden und die aktiven Frauen entlang der Strecke immer wieder die Hettrumer Fasnacht hochleben. Am Ende regnete es dann noch einmal kräftig Gutselcher, als sich die drei Prinzenpaare vom Feuerio-Wagen aus freigiebig zeigten.