Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Es dauert noch Jahre, bis der Radweg zwischen Grünstadt und Altleiningen gebaut wird

Die Bahntrasse bei Kleinkarlbach von oben.
Die Bahntrasse bei Kleinkarlbach von oben. Foto: Paul

Erst im Sommer werden die Ratsgremien der VG Leiningerland und der Stadt Grünstadt entscheiden, ob das Projekt Radweg im Leininger Tal weiter verfolgt wird. Eigentlich sollte das Thema schon im Winter auf die Agenda. Aber es wird mehr Zeit gebraucht, um die Ratsvorlage beschlussreif auszuarbeiten.

Noch viele Fakten seien zu klären, damit die Ratsmitglieder auf breiter Infobasis entscheiden könnten, ob erneut Geld für die Planung ausgegeben werden soll, informierte auf Nachfrage jetzt Verbandsbürgermeister Frank Rüttger (CDU). Die Verbandsgemeinde Leiningerland hat die Federführung bei dem Vorhaben, für das seit 2007 Pläne gemacht werden.

Rund 140.000 Euro wurden laut VG-Verwaltung bislang für die Planung aufgewendet. Zu Beginn war es ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Grünstadt sowie der Verbandsgemeinden Hettenleidelheim und Grünstadt-Land, die Kosten wurden gedrittelt. Nach der Fusion trägt die neue VG nun zwei Drittel der Aufwendungen. Die Baukosten sollen ebenso aufgeteilt werden. Vor rund drei Jahren ergab eine Schätzung, dass der Radweg rund 4,6 Millionen Euro kosten wird. Der Landeszuschuss wurde mit 65 Prozent der förderfähigen Kosten angesetzt. Nach dieser Rechnung hätte die VG rund 1,4 Millionen Euro zu zahlen, und der Stadtanteil beliefe sich auf etwa 700.000 Euro.

Sieben Kilometer langer Radweg

Viel, wahrscheinlich zu viel Geld für den sieben Kilometer langen Radweg zwischen Grünstadt und Altleiningen, insbesondere da der Stadtrat den Grünstadter Anteil bei seinem zustimmenden Grundsatzbeschluss im Dezember 2015 auf 500.000 Euro gedeckelt hatte. Daher werden nun Einsparmöglichkeiten gesucht. So steht die Wegführung wieder zur Diskussion, wir berichteten zuletzt am 11. Oktober 2019. Ursprünglich war die Route komplett auf der Bahntrasse angedacht, die seit 2005 nicht mehr genutzt wird. Dann wurde vorgesehen, das Teilstück im Bereich Sausenheim auf einen Wirtschaftsweg entlang der Trasse zu verlegen, da im Gleisgraben ein Biotop entstanden war.

Jetzt gibt es die Überlegung, einen schon betonierten Weg durch die Weinberge zu nutzen, der zur Brücke auf der ehemaligen Bahntrasse bei der Firma Wellpappe führt. Zudem wurde angedacht, im Leininger Tal den Radweg auf dem dortigen Forstweg anzulegen.

Alles Überlegungen, deren Vor- und Nachteile noch auszuloten seien, betont Rüttger. Außerdem soll auch die Weiterführung des Radwegs bis zum Naturfreundehaus in Hertlingshausen in die Betrachtung einbezogen werden. Nachdem der Arbeitstitel für das Projekt „Vom Umweltbahnhof Grünstadt zum Naturfreundehaus Rahnenhof“ lautet, hatte der Landesrechnungshof unter anderem auch das Fehlen eines solchen Konzepts kritisiert, als er im Herbst 2017 einen von der damaligen VG Grünstadt-Land im Jahr zuvor eingereichten Förderantrag als „nicht prüffähig“ bezeichnete.

Weitere Punkte offen

In einem Gespräch mit Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner (CDU), an dem auch Vertreter der beiden Bauabteilungen teilnahmen, sei Mitte November die Problematik erörtert worden, teilte Rüttger weiter mit. Man habe beschlossen, dass das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro in Neustadt alle noch offenen Punkte zusammentragen soll. Dazu gehört auch die Frage, was förderfähig ist und wie hoch die Zuschüsse sein werden. Zudem seien die naturschutzrechtlichen Aspekte näher zu beleuchten, informierte Rüttger, da die letzte Untersuchung zu diesem Thema schon vor rund vier Jahren erfolgte.

Die Ausarbeitung des Planungsbüros soll dann erneut „verwaltungsintern zwischen Stadt und VG erörtert“ werden. Danach hätten die Ratsgremien der Stadt und der Verbandsgemeinde zu entscheiden, ob das Projekt weiter verfolgt werde und was dann noch zu untersuchen sei, erläuterte der VG-Bürgermeister. Er geht davon aus, dass diese Entscheidung erst nach der Sommerpause ansteht.

Bei einem positiven Beschluss war bislang angenommen worden, dass mit dem Bau des Radwegs vielleicht Ende 2021 begonnen werden kann. Doch diese Hoffnung gibt es nicht mehr.

Nach aktuellen Aussagen des Landesbetriebs Mobilität (LBM) ist für das Projekt nun doch ein Planfeststellungsverfahren notwendig, informierte Rüttger. Dies bedeute mindestens eine Verzögerung von gut einem Jahr. Falls es Einsprüche gegen das Projekt gebe, werde sich die Planung aber noch länger hinziehen.

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