Grünstadt Es bleibt spannend

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Erste Erkenntnisse darüber, welche Krimis die Verlage 2017 auf den Markt bringen werden gibt es schon. Besondere Momente beim Schmökern der empfohlenen Bücher liegen hinter den Lesern dieser Kolumne. Rainer Scheer wagt den Blick voraus, und blickt auch zurück.

Jahresrückblick. Schon wieder?! Ist der letzte nicht gerade vor wenigen Wochen geschrieben worden? Alles subjektive Wahrnehmung, denn die „Crime Corner“ konnte in diesem Dezember seine 50. Ausgabe feiern. Mit Herrn Schock, diesem vorzüglichen Comic, vielleicht erinnern Sie sich noch? Und jetzt? Natürlich stehen die ersten Titel für die Kolumne im neuen Jahr bereits fest. Stellvertretend für das Gefühl derer, die dankenswerterweise diese Kolumne lesen, wird 2017 eröffnet mit dem Buch „111 Gründe, Krimis zu lieben“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf), eine Art kriminalistisches Heimspiel, aufgeschrieben vom bekennenden Krimifan Hardy Crueger. Und weil natürlich auch eigene Vorlieben nicht zu kurz kommen sollen, werden danach neue Akten geöffnet, nämlich „Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle“. Doch warum eigentlich immer nur Romane? John LeCarré, Autor so großartiger Bücher wie „Der Spion, der aus der Kälte kam“, „Dame, König, As, Spion“ oder dem Roman „Marionetten“ hat unter dem Titel „Der Taubentunnel“ (Ullstein) seine Biografie veröffentlicht. So gut zu lesen wie seine Romane, ist es eine Reise durch sein Leben und sein literarisches Schaffen, gleichwohl wird auch von den durchgeführten und gescheiterten Verfilmungen seiner Romane berichtet und von Begegnungen mit bekannten Schauspielern oder Regisseuren. Natürlich soll ein Augenmerk auf jene Bücher gelenkt werden, die vor allem die Freunde serieller Literatur interessieren: So ist aktuell der bereits zehnte Band der Roy-Grace-Reihe unter dem Titel „Dich will ich töten“ (Scherz) von Peter James erschienen, ein neuer Fall für Jan Fabel ist unter dem Titel „Auferstehung“ (Rütten & Loening), geschrieben von Craig Russell, erhältlich, sowie der sechste Fall für die Männer und Frauen des Dubliner Morddezernats, beobachtet und beschrieben im neuen Roman „Gefrorener Schrei“ (Scherz) von Tana French. Der Pendragon-Verlag wird im nächsten Jahr seine Reihe der Originalromane der Jesse-Stone-Reihe von Robert B. Parker abschließen, wahre Highlights der Kriminalliteratur und kongenial mit Tom Selleck verfilmt. Leider geht wohl auch die Serie um die Fälle von Inspektorin Sato zu Ende. Angedacht war ein Jahreszeiten-Quartett. Wer die Zeit übrigens humorig überbrücken möchte, sollte sich von Autor Andreas Neuenkirchen und seiner Frau Junko Katayama unbedingt „Matjes mit Wasabi“ aus demselben Verlag (Conbook) gönnen, eine höchst vergnügliche Betrachtung der Kulturen Japans und Deutschlands, jeweils geschildert aus der Sicht des „Auswärtigen“. Neugierig macht der neue Roman von Franz Dobler der mit seinem Debüt „Ein Bulle im Zug“ so positiv überraschen konnte. Nun gibt es mit „Ein Schlag ins Gesicht“ (Tropen) einen neuen Roman, wieder mit den erzählerischen Mitteln des Krimis eine genau beobachtete Milieustudie aus Deutschland. Und in der Rückschau? Auffallend ungewöhnlich und richtig gut war der Thriller „Was wütet in mir so still?“ (mainbuch) von Reinhard Staupe. Natürlich macht auch die Öffnung für eine gelegentliche Comicrezension eine Kolumne abwechslungsreicher. Im März wird „The Spirit“ (Salleck Publications) seine Würdigung erfahren anlässlich des 100. Geburtstages von Will Eisner. Derzeit liefern die Verlage ihre Programmvorschauen aus. Sicher ist, es bleibt spannend.

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