Grünstadt Ermittlungen dauern an

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Der Staatsanwaltschaft Frankenthal und dem Polizeipräsidium Westpfalz liegen zu dem Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang am Montag in Grünstadt keine wesentlichen neuen Erkenntnisse vor. Das sagte gestern der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber (Frankenthal) auf Anfrage.

Unterdessen erhärten sich die Hinweise darauf, dass der 40-jährige Mann aus der Uhlandstraße, der erschossen wurde, offensichtlich unter psychischen Problemen litt. Diesen Verdacht haben mehrere Personen auch gegenüber der RHEINPFALZ geäußert. Der Mann hatte offenbar mehrere Schicksalsschläge nicht verarbeiten können. So habe er nach einem Arbeitsunfall seinen Job verloren, und auch im privaten Bereich habe es Probleme gegeben, hatten mehrere Personen geäußert. Wie gestern berichtet, war die Polizei durch mehrere Notrufe aus der Nachbarschaft zu einem heftigen und lautstarken Streit zwischen einem Ehepaar in einer Wohnung in der Uhlandstraße gerufen worden. Der Ehemann habe den Beamten die Tür geöffnet, heißt es in dem Einsatzbericht, sei aber unvermittelt im Flur mit einem langen Küchenmesser auf die Polizisten losgegangen. Nach ersten Informationen soll die Klinge etwa 30 Zentimeter lang gewesen sein. Wie die Ermittlungsbehörden weiter über den Einsatz informierten, habe sich der Mann nicht aufhalten lassen. Er habe mehrere Aufforderungen, stehen zu bleiben und das Messer fallen zu lassen, ignoriert. Auch Pfefferspray habe den Angreifer nicht stoppen können. Darauf schoss ein 45-jähriger Polizist auf den Mann. Beide Kugeln trafen ihn im Unterbauch. Eine Notoperation konnte ihn nicht mehr retten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Polizei bereits mindestens zweimal zu der Wohnung des Paares, das einen kleinen Sohn hat, gerufen wurde: wegen Gewalt „in engen sozialen Beziehungen“; ein Rechtsbegriff, der einen Streit zwischen (Ehe-) Partnern umschreibt. Eine Aktennotiz erlaubt auch den Schluss, dass der Mann bereits einmal gegen die Polizei handgreiflich geworden ist. Passiert ist der Vorfall am 9. April. Damals meldete sich abends ein Anrufer mit dem Hinweis, er brauche dringend Hilfe, weil „sein Arm ab“ sei. Als die Streife in der Wohnung eintraf, sei der Mann verbal aggressiv auf die Beamten losgegangen. Auch habe er aus dem Verband um seinen rechten Arm ein Küchenmesser gezogen. Die Polizisten, von denen einer eine leichte Schnittwunde erlitt, konnten den Mann überwältigen. Er war damals in die Klinik Sonnenwende für Psychiatrie und Psychotherapie, Bad Dürkheim, gebracht worden. Wie der Oberstaatsanwalt ergänzend informierte, seien die Vernehmungen in dem aktuellen Todesfall noch nicht abgeschlossen, so liege der Staatsanwalt beispielsweise noch kein Protokoll über die Befragung der Ehefrau vor. Die Obduktion habe zwar die Schüsse eindeutig als Todesursache bestätigt. Weitere Ergebnisse, ob der Mann beispielsweise Drogen genommen hatte oder unter Alkoholeinfluss stand, stünden noch aus. Auch die Tatort-Arbeit gehe weiter, so Ströber. In die Diskussion um die Bewaffnung der Polizei, wie sie auch in sozialen Netzwerken geführt wird, hat sich auch die Deutsche Polizeigewerkschaft eingeschaltet. Sie erneuert die Forderung nach einem Elektroschockgerät für Beamte im Einsatz. (ks)

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