Grünstadt Enttäuschender Zuspruch
In der Schulturnhalle konnte man am Sonntag die Schlagtechniken beim Tennis lernen, auf einem Holzpferd turnen oder Aufführungen im Breitensport anschauen. Im Gemeindehaus sollten Workshops stattfinden und Musikensembles auftreten. Doch alle Mühe, die sich die Teilnehmer des ersten Tags der Vereine in Altleiningen gemacht haben, erfreute fast nur die eigenen Mitglieder: Die Resonanz auf die aus der Dorfmoderation entstandene Veranstaltung war recht mau.
Dabei waren die Präsentationen sehr gelungen und die an den Stellwänden sowie multimedial dargebotenen Informationen nicht uninteressant. So war in der Sporthalle zu erfahren, dass der im April 1986 ins Leben gerufene Tennisclub gut zwölf Jahre ohne eigenen Platz auskommen musste. Es war zu lesen, was der TuS zwischen Akrobatik und Zumba alles bietet. „Voltigieren fördert Rhythmusgefühl, Beweglichkeit, Mut, Teamgeist, Gleichgewicht und Selbstvertrauen“ warb der Pferdesportverein Palatina Höningen für das Turnen hoch zu Ross. Die neunjährige Ella spielte im Wechsel mit Wolfgang Linkenbach Tennisbälle gegen die Wand. Über den Pausenhof, wo die Freiwillige Feuerwehr Fahrzeuge und Ausrüstungs wie Atemmasken ausgestellt hatte, gelangten die Besucher in den Gemeindesaal. Dort luden die Waldhexen zum Plaudern bei Kaffee und kleinen Häppchen ein. Knapp 21.000 Euro haben sie seit 1999 für gute Zwecke gespendet. Udo und Jasmin Böhler ließen sich von Susanne Rechner erläutern, wie Masken für die Burgspiele hergestellt werden. Martin Steinmetz schlüpfte in einen Halbmond und erzählte: „Bis das Gipsmodell von meinem Kopf getrocknet war, musste ich mindestens eine Stunde mit Strohhalmen in Nase und Mund ausharren.“ Da die Theatergruppe nur noch alle zwei Jahre ein großes Stück aufführen will, hofft der Erste Vorsitzende des Fördervereins Burgbad, Jürgen Stütz, künftig leichter einen Termin für die Beachparty zu finden. Auf einer bebilderten Tafel war zu sehen, was der FV schon alles geleistet hat: nicht nur finanziell, sondern auch durch tatkräftiges Anpacken seiner 183 Mitglieder. Wie groß das von ihm spendierte Sonnensegel über dem Kinderplanschbecken ist, sollten Besucher bei einem Quiz beantworten. Doch der Zuspruch ließ zu wünschen übrig. Das Wetter sei zu gut, meinte der Zweite FV-Vorsitzende Volker Spindler. Aber der Tag der Vereine diene ja nicht nur der Präsentation der Kultur-, Freizeit- und Sportangebote. „Wir Vereine rücken heute näher zusammen“, sagte er. Dafür besteht laut Markus Dieter, Vorstand der Gogeljodler, allerdings kaum Notwendigkeit. „Die Gemeinschaft der im Dorf aktiven Vereine und die Kooperation untereinander ist ausgezeichnet“, versicherte er, und speziell die Fasnachter hätten keine Nachwuchsprobleme. Schade findet er, dass die Vereine, die ein stilles Schattendasein führen, die Chance dieser Veranstaltung nicht genutzt haben. Der Beigeordnete Wolfgang Linkenbach hob das Engagement derer hervor, die mitgemacht haben. „Beim nächsten Vereinsstammtisch werden wir Bilanz ziehen“, kündigte er an und sagte: „Wir werden uns nicht entmutigen lassen und in einigem Abstand vielleicht einen neuen Versuch starten.“ (abf)