Fussball
Entscheidung um Aufstieg in A-Klasse vertagt
Der MSV Ludwigshafen und die SG VfR Hettenleidelheim/ATSV Wattenheim müssen nachsitzen. Mit einem späten Treffer erzwingt das Team aus dem Leiningerland das Entscheidungsspiel. Was MSV-Trainer Celik besonders frustet.
Was für ein Drama! Berkan Celik, Trainer des B-Ligisten MSV Ludwigshafen stand Minuten nach dem Schlusspfiff des zweiten Relegationsduells um den Aufstieg in die A-Klasse mit der SG VfR Hettenleidelheim/ATSV Wattenheim alleine auf dem Spielfeld, um das soeben Erlebte zu begreifen. Beim Stand von 1:1 in der sechsten Minute der Nachspielzeit wäre der MSV nach dem 4:1-Sieg im Hinspiel aufgestiegen, aber es gab noch einmal Freistoß für die Gäste: Der in der 84. Minute eingewechselte Rouven Mann brachte ihn vom linken Flügel in den proppenvollen Strafraum und Simon Hofmann köpfte den Ball zum 2:1 (1:0)-Sieg ins lange Eck – Wahnsinn! Am Montag, 19 Uhr, sehen sich beide Mannschaften im Entscheidungsspiel auf dem Kunstrasenplatz des MTSV Beindersheim wieder.
Das Glück erzwungen
„Wir wollten offensiver und aggressiver spielen, damit wir auch zu unseren Chancen kommen. Am Ende war das natürlich glücklich, in der Nachspielzeit das Tor zu machen, aber es war auch verdient. Wir waren die klar bessere Mannschaft heute und haben am Schluss den Sieg herbeigekämpft“, kommentierte SG-Trainer Igor Goncalves das packende Duell vor 250 Zuschauern auf der Bezirkssportanlage Mundenheim. „Das passiert, wenn du wie unser Gegner nichts zu verlieren hast und wenn du wie wir zu dumm bist, um die Chancen, die wir in den letzten zehn Minuten hatten, zu nutzen. Wir haben verdient verloren, in der ersten Halbzeit waren wir einfach nicht da“, analysierte Berkan Celik.
Die SG machte nach dem Anpfiff sofort Druck und hatte durch den brandgefährlichen Simon Gruber auch eine große Chance, aber MSV-Keeper Enzo Guzzo parierte den Schuss des Stürmers (3.). „Hey Schwarz“, versuchte Berkan Celik lautstark, seine schwarz gekleideten Spieler aufzuwecken, aber es nutzte nichts. In der achten Spielminute schoss Tobias Deubert aufs MSV-Tor: Guzzo ließ den Ball nach vorne abprallen, wo Mirko Tschirschke goldrichtig stand und das 1:0 erzielte. Jetzt war der MSV gefordert, aber das Offensivspiel wirkte einfallslos, war einfach zu statisch und mit den weiten Pässen hatten die gegnerischen Abwehrspieler keine Probleme.
Gezer trumpft groß auf
Die zweite Halbzeit begann turbulent. Die Spielgemeinschaft aus dem Leiningerland hatte die erste Torchance, aber Marius Bergstäßer schoss nach toller Vorarbeit von Tschirschke und des unermüdlichen Kapitäns Jens Westenweller vorbei. (46.). Im direkten Gegenzug trumpfte Furkan Gezer groß auf, ließ auf dem linken Flügel drei Gegenspieler stehen, und passte nach innen wo Ioannis Babas zum Schuss kam zum 1:1 traf. Jetzt waren die Gäste wieder am Zug und sie kamen auch mehrfach gefährlich vors Mundenheimer Tor wie in der 48. Minute, als Guzzo einen Tschirschke-Schuss parierte. Auf der Gegenseite wehrte SG-Torwart David Jung in der 67. Minute den Schuss des Mundenheimers Erhan Cakir mit einer Glanzparade ab.
In der Schlussphase boten sich dem MSV drei Chancen, den Gegner auszukontern, aber die entscheidenden Zuspiele kamen nicht an. Als fatal sollte sich erweisen, dass sich Damian Zitzmann nach einem Foul und anschließendem zu heftigen Protestieren eine Gelb-Rote Karte einhandelte (85.). Das gab den Gästen zusätzlich Aufwind. „Wir sind beide auf einer Höhe. Am Ende werden Kleinigkeiten das Spiel entscheiden“, sagte Goncalves mit Blick aufs Entscheidungsspiel. „Ab Montag sind vier meiner Spieler in Urlaub“, hadert Celik.