Wattenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Einmalige Waldprämie sorgt für schwarze Zahlen

Placeholder-Image

Trotz Corona hat sich die finanzielle Situation der Ortsgemeinde im laufenden Jahr erfreulich entwickelt. Statt eines kalkulierten Fehlbetrags im Ergebnisetat von 212.800 Euro zeichnet sich ein Überschuss von 82.160 Euro ab.

Wie Petra Walczok aus der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde Leiningerland den Ausschüssen am Freitagabend erläuterte, sind 183.200 Euro an Gewerbesteuer eingenommen worden. „Das sind fast 50 Prozent mehr, als wir gedacht hatten. Im Haushaltsplan standen 115.000 Euro“, erklärte sie. An Einkommensteueranteilen erhält die Gemeinde Wattenheim 937.000 statt 859.000 Euro. „Wir hatten diese Position wegen der Pandemie und aufgrund der Steuerschätzungen von November 2020 und Mai 2021 sehr niedrig angesetzt“, berichtete Walczok. Und dann seien die Zuflüsse im dritten Quartal um 25 Prozent höher gewesen als im davor liegenden Vierteljahr. Das sei absolut untypisch: „Vor Corona lagen die Einnahmen im dritten Quartal grundsätzlich unter denen des zweiten Quartals.“

Die jetzt in den Nachtragsetat geschriebenen 937.000 Euro könnten laut Walczok noch um 20.000 bis 30.000 Euro nach oben korrigiert werden. „Ich habe die Versteuerung von Gratifikationen wie Weihnachtsgeld noch gar nicht eingerechnet“, erklärte sie dies.

Personalkosten sind gestiegen

Nicht geplant war die Veräußerung eines Grundstücks. In der Carlsberger Straße nahe dem Ortsausgang wurde eine gemeindeeigene Fläche für 11.900 Euro verkauft. Ein einmaliger Zufluss war die Bundeswaldprämie in Höhe von 88.780 Euro. Bürgermeister Carsten Brauer (CDU) erzählte, dass es leider nicht gestattet gewesen sei, den Bonus über mehrere Jahre zu verteilen, „obwohl uns die Schäden im Forst noch lange beschäftigen werden“. Walczok machte deutlich: „Ohne diese Prämie wäre der Haushalt jetzt nicht im Plus.“

Auf der Aufwandsseite haben sich die Personalkosten um 78.400 auf 695.950 Euro erhöht, wobei ein Teil (395.800 Euro) vom Land übernommen wird. Um zusammen 37.750 Euro gesunken sind die Umlagen für Verbandsgemeinde und Schulen. „Die Verwaltung hat sie bewusst nicht so hoch angesetzt. Ein Prozent weniger entsprechen rund 15.000 Euro“, sagte Walczok.

Kreditaufnahme um knapp 71 000 Euro gesenkt

Da auch unerwartete Einzahlungen (Stellplatzablöse für 10.000 Euro) und um 60.970 Euro reduzierte Investitionen den Finanzhaushalt positiv verändern, „kann die Kreditneuaufnahme um 70.970 Euro auf 243.030 Euro gesenkt werden“. Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Bauen, Energie und Umwelt empfahlen dem Gemeinderat jeweils einstimmig, den Nachtragshaushalt anzunehmen.

x