GRÜNSTADT RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Leben voller Ehrenämter: Sibylle Gräfin Strachwitz

 Sibylle von Strachwitz ist seit Jahrzehnten in der Musikschule Leiningerland engagiert.
Sibylle von Strachwitz ist seit Jahrzehnten in der Musikschule Leiningerland engagiert.

Unzählige Jahre ihres Lebens hat Sibylle Gräfin Strachwitz im Ehrenamt verbracht. Und meist in führender Position. Vor allem in der Elternarbeit engagiert sie sich – auch auf Landes- und Bundesebene. Insbesondere der Musikschule Leiningerland in Grünstadt ist sie eng verbunden.

Musikmachen habe – ebenso wie Sport – eine äußerst positive Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung. Davon ist Sibylle von Strachwitz überzeugt. Deshalb hätten sie und ihr Mann Alfred ihre vier Kinder stets in diesen Richtungen gefördert. Bei einem Tag der offenen Tür der Musikschule Leiningerland in Grünstadt hatte die älteste Tochter Irmela die Trompete für sich entdeckt. „1993, damals war sie neun Jahre alt, begann sie mit dem Unterricht“, erinnert sich Gräfin Strachwitz. Die zweite Tochter Luisa lernte Geige, Klavier, Blockflöte und schließlich Schlagzeug. Die Söhne absolvierten die Musikalische Früherziehung, Hans-Heinrich interessierte sich danach fürs Klavier, was auch mal seine Mutter gespielt hat. Der jüngste Spross Robert begeisterte sich bis zum Abitur für Gitarre.

Es habe teilweise viel Energie gekostet, die Kinder bei der Stange zu halten, so von Strachwitz, die sich 1995 in den Elternbeirat wählen ließ. Zu dem Zeitpunkt war die gebürtige Frankfurterin bereits in der Elternvertretung von Kindergarten und Grundschule eingebunden. „Ich hatte gedacht, dass der Beirat in der Musikschule nicht viel zu tun hätte, außer vielleicht beim jährlichen Parkfest zu helfen“, erzählt sie. Doch bei den Vorbereitungen zum 20. Jubiläum der Einrichtung sei ihr die politische Dimension bewusst geworden. Andreas Dott, der damalige Leiter der Institution, der sie auch 1976 gegründet hatte, „musste sich mit manchen Äußerungen zurückhalten, weil er von den Zuschussgebern abhängig war“, verdeutlicht von Strachwitz. Die Schule wird maßgeblich von der Stadt, der Verbandsgemeinde und dem Land finanziert.

Es geht meist ums Geld

Die Eltern bräuchten dagegen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. „Wir haben dann eine Satzungsänderung erreicht, sodass der jeweilige Beiratsvorsitzende geborenes Mitglied des Trägervereins ist“, erläutert die Wahl-Grünstadterin, die seit 2002 auch im Landeselternbeirat mitwirkt (seit 2005 als Vorsitzende), wodurch sie automatisch auch im erweiterten Vorstand des Landesverbandes der Musikschulen ist. Seit 2006 ist die vierfache Mutter zudem in der Bundeselternvertretung aktiv, der sie seit 2009 auch vorsteht. Wesentliche Aufgabe sei die Öffentlichkeitsarbeit. Bei den Entscheidungen gehe es in den seltensten Fällen ums Pädagogische, dafür aber fast immer ums Geld. Die Unterstützung von Musikschulen gilt als Freiwillige Leistung der Kommunen. „Eigentlich müsste das zur Pflichtleistung werden, denn wir erfüllen einen Bildungsauftrag“, betont die 64-Jährige, die mehrfach umgezogen ist und sich an ihren jeweiligen Wohnorten immer unentgeltlich engagiert hat.

In Großkarlbach saß sie eine Weile als Parteilose für die CDU im Gemeinderat. In dem Dorf war sie auch in mehreren Vereinen. Und darüber hinaus im Presbyterium, ebenso wie zuvor im Raum Limburg und seit inzwischen mehr als sieben Jahren in Grünstadt. Von den acht Jahren, die sie in Hettenleidelheim lebte, ist bis heute die Mitgliedschaft bei den Grubenhexen geblieben. Auch in den allgemeinbildenden Schulen, die ihre Kinder im Lauf der Zeit besucht haben, war sie in den Elternbeiräten: unter anderem in der Grundschule Laumersheim, im Albert-Einstein-Gymnasium Frankenthal, in der Hauptschule Leiningerland und am Leininger-Gymnasium in Grünstadt. „Ob ich auch an den Realschulen in Eisenberg und Grünstadt im SEB war, weiß ich nicht mehr“, sagt von Strachwitz und kündigt an: „Ich gebe jetzt aber etliche Ämter auf.“ Das vielfältige Engagement habe ihr Leben sehr bereichert. „Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, es haben sich Freundschaften entwickelt“, bilanziert die Kinderkrankenschwester, die seit 2003 als Altenpflegerin bei der Ökumenischen Sozialstation Grünstadt tätig ist. Dort sitzt sie – wie sollte es anders sein? – in der Mitarbeitervertretung. „Aber nur als stellvertretende Vorsitzende“, winkt sie ab.

Der Musikschule bleibt von Strachwitz noch als Vorsitzende des Förder- und Freundeskreises erhalten, einen Posten, den sie auch bereits seit vielen Jahren innehat. Einrichtungsleiter Richard Martin ist voll des Lobes für die Gräfin: „Sie hat Grünstadt und die Region sympathisch und erfolgreich vertreten.“

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