Grünstadt Durch die Blume gesagt

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Wie sang Udo Jürgens dereinst? „Vielen Dank für die Blumen!“ Und in der Tat: Hierzulande schenkt man sich gerne mal welche. Und das zu den unterschiedlichsten Anlässen. Was viele nicht wissen: Viele Blumen, die man hier seinen Liebsten überreicht, werden aus Afrika importiert. Afrikanischer Boden bietet sich zum Pflanzen von Früchten, Gemüse und Blumen sehr gut an. In Sachen Zierpfalzenanbau sind viele afrikanischen Länder auf dem Weltmarkt ziemlich erfolgreich, teilweise führend, etwa Uganda, Äthiopien, Südafrika und Kenia. Kenia ist sogar der weltweit drittgrößte Exporteur von Schnittblumen – und liefert seine floralen Produkte auch in die EU. Kein Wunder: In Europa herrscht ja auch eine große Nachfrage: Hier hat es Tradition, dass man sich zu verschiedenen Anlässen Blumen schenkt. Warum das so ist, habe ich Karlheinz Starck vom Blumenhaus Starck in Grünstadt gefragt. Er hat mir verraten, dass man sich hierzulande Blumen vor allem zu fröhlichen Gelegenheiten wie Hochzeiten, Geburtstagen und zum Muttertag schenkt, aber auch zu traurigen Anlässen. So spielen Blumen auch auf dem Friedhof, bei Beerdigungen eine Rolle. Auch Starck hat natürlich bemerkt, wie kräftig die Afrikaner im Blumen-Weltmarkt mitmischen. Das wirft für mich die Frage auf, warum Nigeria in diesem Bereich so weit zurück liegt. An den äußeren Bedingungen liegt es nicht. Sondern wohl eher daran, dass die Nigerianer Blumen keine große Bedeutung beimessen. Sie sind nicht Teil ihrer Kultur, man kann mit ihnen dort überhaupt nichts anfangen. Zur Deko werden meist künstliche Blumen verwendet. Und wenn man einen afrikanischen Friedhof besucht, wird man dort keinen Blumenschmuck finden. Aber: Die Kenianer sind den Nigerianern im Blumenanbau meilenweit voraus, obwohl sie – aufgrund des hohen Armut-Levels – sich selbst auch nicht mit Blumen beschenken. Sie bauen sie an, können sich aber selbst nicht an ihrer Schönheit und ihrem Duft erfreuen. Ich selbst bin froh, in einem Land zu leben, in dem Blumen, Pflanzen und die Natur wertgeschätzt werden. In dem das alles tief in der Kultur verwurzelt ist. In dem eine Rose symbolisch für das Leben steht – wunderschön, aber (ob der Dornen) gleichzeitig hart und schmerzhaft. Die Welt wird durch Blumen ein bisschen schöner. Die Autorin Ursprünglich stammt die Journalistin Queendaline Schneider, Jahrgang 1985, aus Lagos/Nigeria. Seit einigen Jahren lebt sie in Grünstadt – und beobachtet für uns das Leiningerland aus der afrikanischen Perspektive.

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