Grünstadt
Duo Mackefisch begeistert auf Burg Battenberg mit Gesang und Humor
Hervorragender Gesang, tiefgründige Texte und Humor: Mit ganz viel Wortakrobatik hat das Duo Mackefisch seine Zuhörer im Gewölbekeller der Burg Battenberg verwöhnt. Die Mischung, die Lucie Mackert und Peter Fisch präsentierten, kam bei ihrem Publikum prima an.
Am Ende des Konzerts steht eines fest: Die Musik der beiden Künstler lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Viel zu facettenreich ist ihr Repertoire, das neben Gesang auch kabarettistische Einlagen beinhaltet. Die Lieder sind frech, gespickt mit Wortwitz und Ironie, nehmen sich aber auch sozialkritischer Themen an, teils mit schwarzem Humor. Mackert und Fisch verstehen es bestens, mit ihrer herrlich authentischen Art zu unterhalten. Ihre poetischen Texte treffen den Nerv der Zeit und erzählen von Ängsten der Gesellschaft, peinlich verliebten Pärchen, Wünschen und Hoffnungen, schönen Frauennamen oder der Umweltverschmutzung. Besonders beeindruckend dabei sind die rasanten Wortfolgen, die oftmals ganz unerwartet daherkommen. Um die Botschaft dahinter zu verstehen, ist Konzentration gefragt. Die Ideen für ihre Texte holt sich das Duo Mackefisch aus dem Alltag und auch eigene Erfahrungen flössen mit ein, verraten die beiden 32-Jährigen, die in Mannheim wohnen.
Fisch, der in München aufgewachsen ist, begeistert am Klavier. Leichthändig gleiten seine Finger über das Tasteninstrument. Mackert, die in ihrer Kindheit in Bobenheim am Berg lebte, nutzt gleich mehrere Instrumente, um ihren Stücken den passenden Ausdruck zu verleihen. Mal zupft sie sanft die Gitarrensaiten oder benutzt ihre Fußrassel, während sie gleichzeitig auf einem zur Bass Drum umgebauten Koffer Klänge erzeugt. Dass ein Zwei-Personen-Orchester solch vielseitige Akustik zum Ausdruck bringt, ist bemerkenswert. Die rhythmische Bandbreite scheint in ihren Liedern unerschöpflich.
Tiergeräusche im Gewölbekeller
Auf schnelle Sambaklänge folgen Jazzeinlagen oder klassische Tonfolgen. Im Dreivierteltakt schwingen die Zuschauer bei „Größenwalzer“ mit. Der Refrain „Tanz mit mir in den Untergang. Die Geigen zupfen den Größenwahn“ klingt zwar melodisch, die Aussage des Stücks aber ist ernst und stimmt nachdenklich. Von Plastikmüll, der die Meere verschmutzt, und der Ignoranz der Menschen, die in ihrer Glitzerwelt leben, singt das Duo. Der Gesang der beiden Künstler, die teils gemeinsam, teils solo die Stücke präsentieren, ist ausdrucksstark und klar. Den Liedern gehen kurze Erklärungen voraus. Ein Autounfall und das Glück, diesen unbeschadet überstanden zu haben, sei der Anlass gewesen, „Armbanduhren“ zu komponieren. Darin beschreiben sie, dass im Leben nichts wirklich planbar ist.
Ein besonderes Schmankerl als Zugabe
Doch nicht nur Emotionales hat das Duo im Gepäck. Mackert und Fisch fordern das Publikum auf, ein Tiergeräusch zu imitieren und genau aufzupassen, wann dieses im Lied vorkommt. Nach einem verpatzten Einsatz und viel Gelächter erkennen die Zuschauer aber dann doch, wann sie an der Reihe sind. Ein lautstarkes „Wuff“ hallt durch den Gewölbekeller. Dem Sitznachbarn ein bisschen näher kommen und ihm in den Nacken zu hauchen, erheitert ebenfalls.
Ohne Zugabe lässt das Publikum das hauptberufliche Künstlerduo, das seit zwei Jahren gemeinsam auf Tournee geht, nicht von der Bühne. Selbstverständlich haben sich die Musiker für den Schluss noch einmal ein ganz besonders Schmankerl aufgehoben. Im Stück „Pure Ironie“ verschmilzt der Gesang mit wunderbaren Wortkonstrukten.