Grünstadt Drei Beinahe-Unfälle erlebt
Dafür, dass er ihn am 27. August versetzte, habe sich der Bürgermeister des mittelalterlichen Städtchens Wertheim am darauffolgenden Montag entschuldigen lassen und direkt gespendet, erzählt Reinhard Müller von seiner Benefiz-Radtour. Wie berichtet, strampelt der Sausenheimer gegenwärtig 1500 Kilometer in Süd-Nord-Richtung durch die Bundesrepublik und sammelt dabei Geld für das Kinderhospiz Sterntaler.
Auf einem traumhaft schönen Weg ohne nennenswerte Steigungen sei es ganz entspannt nach Gemünden am Main gegangen, sagt der 68-Jährige. Nach dieser Etappe hatte er etwas mehr als ein Drittel seiner Gesamtstrecke hinter sich gebracht. Am Dienstagmittag war Müller nach 530 Kilometern in Bad Brückenau. Durch das Sinntal habe er eine „Bergprüfung“ mit 641 Höhenmetern absolviert. „Bei der Tourist-Info hat man mir ein günstiges Privatzimmer vermittelt“, sagt Müller, der von dem „bombastischen Frühstück“ schwärmt. Auf seinem Weg nimmt der fitte Rentner regelmäßig Kontakt zu Lokalredaktionen auf – nicht immer mit Erfolg. Die Journalisten der Hersfelder Zeitung beispielsweise hätten keine Zeit für ihn gehabt, berichtet er und fügt ironisch an: „Wie konnte ich auch eine so große Zeitung mit meiner lapidaren Aktion behelligen!“ Sicher ist dem Sausenheimer aber eine Sendung über seine Tour in der Landesschau Rheinland-Pfalz. „Nach einem Telefonat mit dem SWR habe ich allerdings erfahren, dass die Ausstrahlung auf den 28. September, 19 Uhr, verschoben wurde“, so Müller. Er hofft, diesen Film auch sehen zu können, denn am Freitag, auf dem Weg nach Melsungen, erlebte er gleich drei Beinahe-Unfälle. Beim ersten kreuzte ein Pkw zum Ausfahren den Radweg und Müller musste auf die Straße ausweichen. „Dabei habe ich aus Versehen die vordere Bremse zu stark betätigt, sodass es zu einem Elefantenhandstand kam. Beim Abspringen habe ich mir das linke Schultergelenk gestaucht“, erzählt er. Nach einer Pause ging es aber wieder. Keine Verletzten gab es zum Glück, als Müller wenig später in einer unübersichtlichen Rechtskurve in eine Gruppe Joggerinnen fuhr. Der dritte Vorfall: Ein Verkehrsteilnehmer, der eine Warteschlange übersehen hatte, scherte mit seinem Auto auf den Radweg aus und hätte den Pfälzer fast umgefahren. In Hannoversch-Münden begegnete Müller einer jungen Wanderin, die gerade von Ellenbogen auf Sylt im Norden zum Haldenwanger Eck in Oberstdorf im Süden unterwegs ist. „Sie läuft einfach geradeaus, umgeht die Berge nicht“, erläutert er, weshalb die Frau „nur“ 1100 Kilometer zu bewältigen hat. „Es ist schon witzig, dass wir zwei Verrückten mit entgegengesetzten Routen uns genau in der Mitte treffen“, meint Müller schmunzelnd. Inzwischen hat der Benefiz-Radler Bad Salzuflen hinter sich gelassen. INFO Unter dem Stichwort „Radtour Reinhard Müller“ können Spenden ans Kinderhospiz Sterntaler überwiesen werden: Empfänger: Kinderhospiz Sterntaler, GLS Gemeinschaftsbank, IBAN: DE 19 4306 0967 6026 3478 00, BIC: GENODEM1GLS. Weitere Bilder in der App |abf