Grünstadt Diesmal mit Pauken
Seit Monaten sind die kleinen und großen Mitglieder des Ersten Akkordeon Orchesters Grünstadt (1. AOG) und seiner Nachwuchsensembles wieder dabei, für ihr Frühjahrskonzert am nächsten Samstag zu üben. „Wir haben auch ein Probenwochenende in der Jugendherberge Kaub verbracht“, erzählt die Vereinsvorsitzende Annette Brenner. Meist drängen sich die Musiker aber in einem Sälchen im Leininger Oberhof. Derzeit ist es dort besonders eng.
Nicht nur die rote Säule in der Mitte des Raumes behindert etwas, auch die Klaviere und eine Orgel, die abgedeckt an der Wand stehen. „Wir stellen den Übungsraum der Musikschule Leiningerland zur Verfügung“, erläutert Brenner. Mit der Musikschule kooperiert das 1. AOG in der Nachwuchsausbildung. Heute müssen nicht nur die Akteure mit den unhandlichen Aerophonen sich irgendwie ein Plätzchen ergattern, sondern auch noch Alexander Rothmund mit seinem Pauken-Pärchen. Der Lampertheimer, ein Arbeitskollege von Akkordeonist Klaus Wendel, ist das erste Mal dabei. „Wir haben diesmal neben Sascha Eckhardt noch einen zweiten Schlagzeuger“, informiert Brenner. Über Zuwachs von zwei ausgezeichneten Musikern am Schifferklavier kann sie sich ebenfalls freuen. Tanja Kaufhold (36), die zuvor in Enkenbach-Alsenborn gespielt hat, verstärkt jetzt die erste Stimme, die aus sieben Leuten besteht. „Wir sind dankbar dafür; sie ist sehr gut“, sagt die Vorsitzende über die Neue. Aus dem Jugendensemble ins große Orchester aufgestiegen ist Dawid Wrzosek – aufgrund seiner hervorragenden Leistungen schon mit gerade einmal 13 Jahren. Normalerweise kommen erst 15-, 16-Jährige ins 1. AOG. Das älteste Orchestermitglied der 22 Aktiven sei 78, wird verraten. Der Altersdurchschnitt liege bei 45 Jahren. Die Probe beginnt mit der klassischen neapolitanischen „Funiculi Funicula Rhapsody“, die 1880 anlässlich der Eröffnung der (inzwischen nicht mehr existenten) Standseilbahn auf den Vesuv von Luigi Denza komponiert wurde. Dirigentin Nadeshda Schmidt unterbricht immer wieder, lässt kleine Passagen wiederholen. „Achtung: Tempowechsel! Auf mich achten“, mahnt die Orchesterleiterin, die sich zwischendurch auch mühsam einen Weg durch das Meer an Stühlen zu einem Spieler bahnt, der Hilfe braucht. Emsig wird an den Details gefeilt. Rothmund hat dabei zunächst einen Schellenkranz in der Hand. Seine Pauke kommt bei der Einleitung des Liedes gut zum Einsatz. Einige Akkordeonisten sieht man leise vor sich hinzählen: Eins – zwei – drei – vier. „Das Stück hat es in sich“, stöhnt Wendel. Im Konzertprogramm seien drei ziemlich schwierige Kompositionen. Neben der Rhapsody die „Franz von Suppé Highlights“ und „Transylvania“, ein Arrangement von Helmut Quakernack, das vier Balkantänze vereint. Letzteres ist laut Brenner ein Wunsch der russischstämmigen Dirigentin gewesen. Auch die jüngeren Zuhörer im Publikum werden auf ihre Kosten kommen, unter anderem mit „Lady Madonna“ von den Beatles sowie mit „Since You’ve Been Gone“ vom 1979 veröffentlichten Rainbow-Album „Down To Earth“. Die beiden Jugendensembles werden jeweils drei Stücke präsentieren. Beispielsweise haben die Tas-Teens „Game Of Thrones“ in ihrer Setlist, die FunTastic Harmonists die Rockballade „Nothing Else Matters“. Wie immer zeigen auch die Winzlinge, die Coolen Akkordeonzwerge, auf der Bühne, was sie schon gelernt haben. KONZERT Frühjahrskonzert des 1. AOG mit Kinder- und Jugendorchestern, Samstag, 6. Mai, 19 Uhr, Weinstraßencenter. Eintrittskarten zu 10 Euro (Minderjährige 5 Euro) gibt es im Vorverkauf bei Hilda Siegfried, Telefon 06356/989756, oder online unter www.1aog.de.