Grünstadt Die Jungen rocken die närrische Bühne

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Das „alte“ Männerballett hat als „Gruwedenzer“ am Samstag die ausverkaufte Ebertsheimer Schulturnhalle beben lassen. Allerdings bot die Ü-40 nur einen von einigen Höhepunkten der großen TSV-Prunksitzung. Die sich an Rollatoren auf die Bühne schleppende Truppe konnte sich tatsächlich „uralt“ vorkommen: Denn ansonsten haben ausschließlich ganz junge Fasnachter für reichlich Stimmung bei den 250 Gästen gesorgt.

Deutlich wurde der geglückte närrische Generationswechsel schon beim Einmarsch des Fünferrates: Nur ganz knapp über 100 Lebensjahre kamen da auf die Bühne. Allen voran der humorvoll durch die vier Stunden führende Sitzungspräsident Kevin Kullmann. Der 24-Jährige wurde dann auch von Alt-Präsident Ossi Alleborn als „jüngster Präsident aller Zeiten“ geehrt. Kullmann ist trotzdem ein alter Fasnachts-Hase, war er doch schon vor 20 Jahren bei dem von Alleborn trainierten Schlümpfe-Ballett dabei. Wie damals bildeten die Kinder den Sitzungsauftakt: Die von Rosi Weyrauch trainierten „Tanz-Kiddies“ begeisterten zu Rucki Zucki; Emilia, die Jüngste im Quintett, ist mit vier Jahren genauso alt wie der heutige Präsident bei seiner Premiere. Die erste Rakete war bei Jan Hummel fällig. Weil seine langjährige Bühnen-Partnerin Jaqueline Hofstädter für ein halbes Jahr in Neuseeland ist, nahm halt nur einer der „zwee junge Dudderer“ das lokale Geschehen aufs Korn. So zum Beispiel mit der Erkenntnis, dass nicht jeder, der einen fleißigen Kripobeamten sucht, „de Bernd Find(t)“. Abschließend schickte Hummel den bejubelten Maori-Tanz „Haka“ als Gruß nach Neuseeland. Wenig rücksichtsvoll mit den „Chefs“ von Ebertsheim zeigte sich auch der unnachahmliche Ulle, alias Patrick Hoffmann, im „TSV-Ebertsheim-TV“. So nahm der von Jochen Schumacher interviewte „Ruhrpott-Proll“ den TSV-Vorsitzenden Jochen Mayrer und seine erfolglose Suche nach einem Wirt fürs Vereinsheim auf die Schippe: „Früher wurde man vom Hund von Manu und Willi hinter der Ecke angeknurrt – heute macht das der Vorsitzender selbst, aber vor einer unbesetzten Theke.“ Nicht nur dies, auch das von der Bühne auf die Besucher geschossene Selfie ist auf Ulles YouTube-Kanal zu sehen. Ebenfalls seit Jahren Markenzeichen der Ebertsheimer Prunksitzung ist Thomas Mattern, der bereits lange vor seinem Amtsantritt als Lautersheimer Ortsbürgermeister in der TSV-Bütt stand. Diesmal ließ er als Donald Trump kein Auge trocken, weil er „de Eisbach will make great again un vun de Papierfabrik de highless Schornstee rise up, des old Gelärsch“. Büttenreden-Verstärkung aus Lautersheim war zudem Ulrike Joos, die zur Freude des Publikums ihr Feine-Dame-Kostüm „ned nur unne rum“ ganz genau vorstellte. Auch tänzerisch wurde was geboten, allen voran die „Lautersheimer Schneege“, deren akrobatischer Gardetanz mit den Vorführungen der Fasnachtstänzer in Mainz mithalten kann. Lautstark geforderte Zugaben gab es ebenfalls bei den „Dancing Queens“ aus Mettenheim: Das Männerballett begeisterte zu orientalischen Rhythmen. Kaum nach standen ihnen ihre Kolleginnen aus ihrem Heimatort bei Worms mit einem modernen Gardetanz. Dass die Ebertsheimer tänzerisch auch selbst glänzen können, wurde mehrfach unter Beweis gestellt. Etwa die aktiven Fußballer, die in Borat-Badeanzügen mit Blondine Florian Hensel über die Bühne wirbelten. Oder das junge Männerballett, das als Zombies zu Michael Jacksons Thriller für Gänsehaut sorgte. Weiterer tänzerischer, mit modernen Hip-Hop-Elementen versehener Höhepunkt war „Triple reduction“ mit Michelle und Celine Wahl und Nina Nungässer. Als perfekte Marianne Rosenberg riss Eric Raffke mit dem Playback „Er gehört zu mir“ die Zuschauer von den Stühlen. Auch die anderen Playback-Vorführungen sorgten für Stimmung in der TSV-Bude. So begeisterten „der jüngste Sitzungspräsident aller Zeiten“ mit Fünferratskolleginnen Jennifer Hilbert, Nicole Wahl, Michelle Ecker und Nathalie Kreis als Andres Gabalier, Petra Rech und Rosi Weyrauch als Weather Girls sowie die beiden Brüderpaare Jens und Jan Hummel sowie Franco Schmahl und David Mayrer als coole Rapper. In seinem tänzerischen Element war Marco Hotz, der mit Michaela Schmahl-Mayrer, Petra Rech und Rosi Weyrauch die Gruppe Dschinghis Khan mit dem gleichnamigen Lied aufleben ließ. Rosi Weyrauch bewies dann als Margit Sponheimer, dass sie es auch alleine kann. Eine Bereicherung war die Band Celebration, die nach einjähriger Pause die Besucher der Prunksitzung wieder zu Livemusik mitklatschen und schunkeln ließ. Dies übrigens auch noch lange nach dem Finale, als junge – und alte – Ebertsheimer nicht nur an der Bar eine stimmungsvolle Fasnachtssitzung feierten. |lor

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