Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Die Alla-Hopp-Anlage soll eingezäunt werden

Die Alla-Hopp-Anlage in Grünstadt von oben: Rot eingezeichnet ist die künftige Lärmschutzwand. Im Osten soll ein Mehrparteienhau
Die Alla-Hopp-Anlage in Grünstadt von oben: Rot eingezeichnet ist die künftige Lärmschutzwand. Im Osten soll ein Mehrparteienhaus (grauer Kasten oben) vor Lärm schützen.

Es zeichnet sich ab, dass die Alla-Hopp-Anlage komplett eingezäunt wird. Eine 48 Meter lange Gitterwand und ein zehn Meter hohes Mehrfamilienhaus sollen die Anlieger vor Lärm schützen. Bis dieses Haus fertig ist, sollen Wächter eingesetzt werden, die für die Einhaltung der Sonntagsruhe sorgen.

„Das ist das teuerste Geschenk, das die Stadt jemals erhalten hat.“ Mit diesen Worten kommentierte Bernhard Ellbrück (FDP) die Tatsache, dass die Stadt tief in die Tasche greifen muss, um die Alla-Hopp-Anlage mit Lärmschutz zu versehen. Der Platz mit den attraktiven Spielgeräten war 2017 ein Geschenk der Dietmar-Hopp-Stiftung. Das Verwaltungsgericht Neustadt hatte jedoch die Baugenehmigung nach der Klage eines Anwohners im Sommer 2020 kassiert. Die Stadt muss nun dafür sorgen, dass es für die Nachbarschaft – insbesondere an Sonn- und Feiertagen zwischen 13 und 15 Uhr – nicht zu laut wird, damit sie eine neue Baugenehmigung beim Kreis beantragen kann. Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) sagte: „Es geht darum, dass wir eine rechtssichere Baugenehmigung erhalten.“

Das sind die Vorschläge der Verwaltung

Wie genau der Schallschutz aussehen wird, darüber muss der Stadtrat im April entscheiden. Die Mitglieder des Planungsausschusses haben am Dienstagabend über die Vorschläge der Stadtverwaltung beraten. Die stellt sich folgendes vor:

1. Bau einer Lärmschutzwand, die den nördlichen und nordöstlichen Teil der Anlage umgibt. Sie soll 4,50 Meter hoch und 48 Meter lang sein. Die Verwaltung präferiert eine Stahlgitterwand, die bepflanzt werden soll.

2. Zaun um die Alla-Hopp-Anlage, wobei: die südliche Hälfte der zweigeteilten Anlage unterhalb der Obersülzer Brücke bleibt wie sie ist.

3. Ein noch zu bauendes Mehrfamilienhaus im Neubaugebiet „In der Bitz“ soll als zusätzlicher Lärmschutz dienen. Das Haus östlich der Anlage muss mindestens zehn Meter hoch sein und bestimmte Kriterien erfüllen: die Fenster dürfen zur Anlage hin nicht zu öffnen sein und wenn sie aufgemacht werden können, dann müssen Wohn- und Schlafzimmer mit vorgelagerten Bauteilen wie Wintergärten geschützt werden.

Bürgermeister Wagner erklärte, dass die Lärmschutzwand im Norden und Nordosten auf jeden Fall gebaut werden müsse, um das bestehende Wohngebiet zu schützen. Auf den Bau einer weiteren Lärmschutzwand im Osten könnte verzichtet werden, wenn dort das Mehrfamilienhaus gebaut würde. „Das Gebäude würde sich selbst und das östlich gelegene Baugebiet schützen“, sagte Wagner über diese Riegelbebauung.

Zusätzlich soll die Anlage – die zum Gutteil schon umzäunt ist – komplett von einem Zaun umgeben werden. Ein Grund dafür ist, dass es noch etwas länger dauert, bis das Mehrfamilienhaus gebaut ist und man für diese Zeit eine Handhabe haben will, um die Einhaltung der Ruhezeiten gewährleisten zu können. Das heißt: Sonn- und feiertags werden spielende Kinder zwischen 13 und 15 Uhr von einem Wächter von der Anlage geschickt – und die Türen werden verschlossen. Wagner betonte allerdings, dass der Wachdienst als Übergangslösung zu sehen ist, bis das Mehrfamilienhaus steht. Wenn das Haus fertig sei, könnten die Kinder auch sonn- und feiertags zwischen 13 und 15 Uhr spielen – also in jener Zeit, in der die Dezibelwerte bei Lärmschutzmessungen überschritten wurden.

Ein zusätzliches Plus für ein anderes Problem erwartet sich Wagner vom Zwei-Meter-Zaun rund um die Anlage: „So können wir abends abschließen, wenn der Vandalismus überhandnimmt.“ Im Haushalt ist eine halbe Million Euro für den Lärmschutz an der Alla-Hopp-Anlage vorgesehen, der Favorit der Verwaltung – also Lärmschutzwand und Zaun – kostet rund 338.000 Euro, Planungskosten nicht mit eingerechnet. Am Ende werde man wohl bei 350.000 Euro stehen.

Flächenverkauf soll Lärmschutz refinanzieren

Die CDU-Fraktion sei mit dem Vorschlag der Verwaltung einverstanden, informierte Mimmo Scarmato (CDU): „Wir sind froh, dass Bewegung in die Sache kommt und in diesem Jahr etwas entsteht. Und dass die Anwohner geschützt werden.“ Die Idee, sowohl eine Lärmschutzwand als auch einen Zaun zu errichten, hält er für sinnvoll: „Das ist ein doppelter Schutz: Zum einen für die Anwohner, zum anderen für die Anlage.“ Wenn die Stadt das Grundstück im Osten an einen Investor verkaufe, könne mit dem Erlös auch die Lärmschutz-Anlage refinanziert werden.

Diesen Aspekt wollte Bernhard Ellbrück noch stärker betont sehen: Wenn die Stadt schon die Kröte schlucken und für den Lärmschutz zahlen müsse, sei der Vorschlag der Verwaltung gut, hier Geschosswohnungsbau zu ermöglichen. Denn die Fläche könne die Stadt teuer verkaufen: „Grundstücke für den Geschossbau sind erheblich mehr wert als für Einfamilienhäuser.“ Mit Blick auf das Foto von einem Gitterzaun, das den Stadtratsmitgliedern zur Anschauung vorlag, sagte Ellbrück: „Die Bilder sehen nicht so aus, als wäre das besonders toll. Ich hoffe, dass man das extensiv begrünt.“ Er erkenne aber an, dass Holz wegen der Verwitterung keine Alternative sei. Ellbrück weiter: „Die Ausgaben tun weh. Aber wir wollen, dass die Anlage wieder benutzt werden kann.“

Gerd Walther berichtete, dass die SPD-Fraktion es kritisch sieht, wenn die Anlage umzäunt, der Einlass kontrolliert und ein Wachdienst engagiert wird: „Der Sinn ist, das man sie frei benutzen kann.“ Ein Gebäude mit einer Höhe von zehn Metern bezeichnete er als „riesengroß“. Ihn interessierte die Zeitschiene für das Vorhaben. Wagner informierte: „Der Plan ist, dass wir die Lärmschutzwand und den Zaun dieses Jahr aufstellen und parallel die Realisierung des Bauriegels vorantreiben.“

Dieser hätte den Charme, dass man an jener Stelle mit einem drei- oder viergeschossigen Haus auch mehr Wohnraum schaffen würde als mit einer Bebauung durch Einfamilien- oder Reihenhäusern. Die Frage, ob für die Übergangszeit ein Wachdienst engagiert werden müsse oder ob städtische Mitarbeiter die spielenden Kinder sonntagmittags bitten müssten, die Anlage zu verlassen, sei noch ungeklärt, so Wagner. Es soll versucht werden, für den Lärmschutz einen Zuschuss von der Dietmar-Hopp-Stiftung zu bekommen.

Anfang April wird der Stadtrat über den Lärmschutz entscheiden – es zeichnet sich ab, dass die Pläne der Verwaltung umgesetzt werden. Um das alles in trockene Tücher wickeln zu können, muss auch noch der Bebauungsplan geändert werden – zumal im Südosten der Anlage auch der Neubau einer Kita geplant ist.

Die Dietmar-Hopp-Stiftung hat zwischen 2014 und 2017 für 45 Millionen Euro Bewegungsparks in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg angelegt. In mehreren Städten und Gemeinden gibt es Probleme mit Lärm, Müll, Vandalismus oder fehlenden Parkplätzen.

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