Grünstadt Der ganze Saal singt „Halleluja“

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Die Stadtmission hatte am Sonntagabend zum ersten internationalen Gottesdienst eingeladen. Die Predigt und die Lieder wurden in mehrere Sprachen übersetzt, so dass die meisten dem Gottesdienst in ihrer Muttersprache folgen konnte. Und es waren viele gekommen – noch vor Beginn mussten deshalb zusätzliche Stühle aufgestellt werden.

Es ist ein buntes Gemisch an Nationalitäten und Hautfarben, die sich am Sonntagabend in den Räumen der Stadtmission treffen. Kinder, Jugendliche, junge und ältere Erwachsene, ohne Altersgrenze. Der Kurde Sad Assad aus Syrien ist schon zwei Jahre in Deutschland und ist heute mit einem Bekannten gekommen – beide sind keine Christen, interessieren sich aber trotzdem für die Predigt. Die Christin Justina Emordi lebt mit ihren beiden Kindern Daniel und Bernice schon seit 25 Jahren in Grünstadt, kam ursprünglich jedoch aus Nigeria, ihre Kinder sind in Deutschland geboren. „Grünstadt ist meine Heimat – hier lebe ich schon länger als jemals in Nigeria“, sagt sie in fast akzentfreiem Deutsch. Auch aus Eritrea stammen einige Besucher, beispielsweise Asmerom und Goitom – sie sind erst seit sieben Monaten in Deutschland und lernen noch eifrig die Sprache. Jeder wird mit Handschlag freundlich begrüßt und willkommen geheißen. „Schön, dass Sie da sind“, hört jeder Neuankömmling. Am Ende sind sicherlich rund 200 Personen da. Eine ungezwungene, lockere Atmosphäre, eine Leinwand, ein Beamer, ein Klavier und vier Stehtische. „Wir haben heute vier Übersetzer hier, die meine Predigt in Arabisch, Persisch beziehungsweise Farsi, Eritreisch und Englisch übersetzen werden“, erklärt der Prediger Jochen Bendl. Englisch wird letztendlich nicht gebraucht, die drei anderen Sprachen schon. Über den Beamer werden zunächst Bilder und Videos von YouTube auf die große Leinwand projiziert, die gleichzeitig die Liedertexte in Deutsch, Englisch, Arabisch und Eritreisch zeigen, so dass jeder in seiner Sprache mitsingen kann – ähnlich wie bei Karaoke. Während des ersten Liedes startet parallel die Kinderbetreuung im Nebenraum. Man kann beobachten, dass viele bei den ihnen bekannten Liedern mitsingen, bei denen der Grundtext in der eigenen Muttersprache besteht. Doch Bendl hat noch einen Joker im Ärmel: „Wir haben festgestellt, dass Halleluja in jeder Sprache gleich heißt und deshalb wollen wir auch das Lied ,Halleluja’ zusammen singen“, kündigt er an. Und jetzt singt tatsächlich der ganze Saal „Halleluja“ – lediglich die Passage „Preiset den Herrn“ wird in unzählige Sprachen übersetzt, bei denen aber trotzdem jeder mitsingen kann, da die Texte auf der Leinwand abzulesen sind. Die Predigt, die von der „großen Geschichte der Bibel“ erzählt, wird dann zeitgleich simultan übersetzt. „Schriftlich liegt auch eine russische Übersetzung der Predigt vor“, so Bendl. An drei Stehpulten haben sich die Übersetzer postiert und geben die Worte von Bendl in Eritreisch, Arabisch und Farsi an die Besucher aus Eritrea, Syrien, Iran und Afghanistan weiter. Der Psalm 23, das Vaterunser und der Segen liegen in schriftlicher Form in Englisch, Arabisch, Eritreisch und Farsi vor. Es sind noch weitere internationale Gottesdienste geplant. Info Internationale Bibelstunde in Englisch, Arabisch, Farsi, Armenisch und Eritreisch am Donnerstag, 18. Februar, um 16 Uhr. (bbq)

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