Altleiningen
Der 20-Röhren-Brunnen sprudelt wieder
14 Kubikmeter Wasser – wohl bester Qualität, allerdings aus Sicherheitsgründen nicht als Trinkwasser geeignet – laufen jetzt pro Stunde aus den 20 Röhren des Altleininger Brunnens. „Er ist überaus ergiebig“, sagt Peter Müller, Inhaber und Geschäftsführer der Firma BHG-Brechtel in Ludwigshafen. Das Unternehmen des Neuleiningers mit Wohnsitz auf dem Nackterhof hat die Sanierung des Brunnens übernommen und auch das Innenleben neu gestaltet. In die Brunnenkammern laufen pro Stunde mehr als 20 Kubikmeter Wasser aus dem Taubersberg hinein, doch schon früher wurde nicht alles entnommen. Stattdessen wurde ein Teil des Wassers über Rohre und mit Pumpen in den Hochbehälter oben auf den Berg gebracht.
Gestein so löchrig wie ein Schweizer Käse
In den vergangenen Jahren verwilderte der Brunnen allerdings, was dazu führte, dass kein Wasser mehr durch die bronzenen Röhren floss. „Die Stauhöhe hat sie nicht mehr erreicht, sodass zwar Wasser in den Kammern stand, es aber unkontrolliert in den Untergrund ablief“, erklärt Müller diese Entwicklung. Unter der Brunnenanlage sei das Gestein löchrig wie ein Schweizer Käse, weshalb das Wasser unterirdisch abfließe. „Die Verluste in den Kammer waren größer als die Zuflussmenge, deshalb war der Brunnen zwar immer gefüllt, aber die Röhren spendeten eben kein Wasser mehr“, informiert der Brunnenbauexperte.
Um das zu ändern, wurde jetzt eine Hebeanlage mit einer Pumpe gebaut, die Wasser in eine Edelstahlrinne hinter den Röhren hievt. Damit ist gewährleistet, dass der Brunnen wieder gleichmäßig plätschert. Der Gemeinde entstehen dadurch überschaubare Kosten – etwa 60 Cent am Tag durch den Pumpenbetrieb. In der Nacht sei der Brunnen abgeschaltet, das regle eine Zeitschaltuhr, erklärt Ortschef Gunther Schneider.
„Die Brunnenkammern abzudichten, war nicht mehr möglich“, erklärt Müller. Das sei zwar versucht worden, doch die Wasserflüsse würden heute hinter der Brunnenkammer ablaufen, in einem Areal, das nicht erreichbar sei, erklärt Müller. Mit dem jetzt eingebauten System laufe aber alles wie geplant.
Bürger dürfen das Wasser wieder nutzen
„Die Bürger dürfen sich gern Wasser in kleineren Mengen und Gefäßen abholen, so wie es früher einmal Brauch war“, sagt Schneider. Dass Schläuche angeschlossen werden, sei aber nicht vorgesehen. Gekostet hat die Sanierung rund 16.000 Euro, die zu 75 Prozent durch Leader-Mittel finanziert werden. „Das war ein Projekt von Frank Dennhardt, der es mit Peter Dell vom Planungsbüro Kobra in Landau als Leader-Maßnahmen angeschoben hat“, berichtet Schneider.
Es gab in den vergangenen beiden Jahren immer wieder mal Versuche, die Brunnen zu sanieren. Das eigentliche Konzept, wie es jetzt umgesetzt worden ist, entstand 2020. Zusätzliche Spenden aus der Gemeinde sollen Schneider zufolge für die Sanierung einer steinernen Tafel über dem 20-Röhren-Brunnen verwendet werden, die ein Steinmetz möglichst noch 2021 erneuern soll. Sobald die Corona-Pandemie vorbei sei, werde es ein Brunnenfest geben, verspricht der Ortsbürgermeister.