Altleiningen
Der 20-Röhren-Brunnen soll wieder sprudeln
Schon lange plätschert nichts mehr am 20-Röhren-Brunnen, der einst der Wasserversorgung der Altleininger diente. Im Laufe der Zeit hatte der Betrieb des Brunnens zu erheblichen Problemen und auch zu Schäden geführt, da das Wasser auf benachbarten Grundstücken unter anderem eine Garage flutete. Sogar zwischen den Treppenstufen am Brunnen sei Wasser hervorgetreten, berichteten einige Ratsmitglieder in der Sitzung am Mittwochabend.
Trefflich gestritten wurde über die Frage, auf welche Weise der alte Brunnen nun wieder zum Sprudeln gebracht werden soll. Aktuell gibt es einen Abfluss, der dafür sorgt, dass das nachströmende Wasser konstant aus der Brunnenkammer strömt und daher nicht hoch genug ansteigt, um aus den Röhren austreten zu können. Die Sorge ist, dass wieder mit Schäden auf den Nachbargrundstücken gerechnet werden müsste, wenn das Brunnenwasser aufgestaut und dadurch ansteigen würde.
Fachmann rät zu einer Lösung mit Pumpe
„Wir haben das Innenleben des 20-Röhrenbrunnens mit einem Brunnenbauer in Augenschein genommen“, berichtete Beigeordneter Frank Dennhardt, der sich mit der Frage der Wieder-Inbetriebnahme intensiv beschäftigt hat. „Ich war selbst drin, dort steht das Wasser in der Brunnenkammer etwa 1,70 Meter hoch und in einem Zufluss-Schacht dahinter immer noch 80 Zentimeter.“
Dennhardt erklärte, dass ein erneutes Aufstauen des Wassers und die damit verbundene Erzeugung von Druck vom Experten für wenig sinnvoll gehalten wird. „Es wurde uns empfohlen, stattdessen hinter den 20 Brunnenröhren einen Edelstahlkanal anzubringen, in den das Wasser mit einer Pumpe befördert werden kann.“ Auf Nachfrage fügte er noch an, dass für den Pumpenbetrieb wohl rund 320 Euro pro Jahr an Stromkosten anfallen würden.
Wurden die Brunnenröhren tiefer gesetzt
Die Vorgehensweise kritisierte Robert Hatzenbühler (FWG), der sich dafür aussprach, eine Abdichtung durchzuführen und die Kammer dann wieder zu füllen – so wie es früher war. „Das lässt sich nicht realisieren, denn wenn wir Druck erzeugen, steigt der Wasserspiegel nicht nur in der Brunnenkammer, sondern auch im umliegenden Gelände, was dann wieder zu Überschwemmungen auf den Nachbargrundstücken führen würde“, entgegnete Dennhardt. Er stütze sich dabei auf die Aussage des Fachmanns und Brunnenbauers, der die Anlage besichtigt hatte.
Umstritten war auch die Frage, ob die 20 Brunnenröhren in der Vergangenheit tiefer gesetzt worden sein könnten. Beigeordneter Martin Lautensack (FWG) sagte beispielsweise, dass er Bilder kenne, auf denen zu sehen sei, wie Altleininger beim Wasserholen Eimer unter die Brunnenröhren gestellt hätten. Dies sei heute nicht mehr möglich.
Erst einmal geht es nur um Fördermittel
„Das liegt daran, dass bei der Sanierung des Brunnenumfelds die Einfriedung angehoben wurde. Die Röhren wurden in der Vergangenheit zwar verlängert, aber nie in ihrer Position verändert“, hielt Ortsbürgermeister Gunther Schneider (WG Dennhardt) entgegen. Er machte dem Gemeinderat auch deutlich, dass es derzeit erst einmal nur darum gehe, Mittel aus dem Leader-Fördertopf für die Maßnahme zu bekommen. Eine erste Kostenschätzung zur Sanierung hatte einen Betrag von rund 16.600 Euro ergeben, zu dessen Finanzierung die Gemeinde bis zu 75 Prozent Leader-Mittel bekommen könnte.
„Sicher werden wir weitere Angebote einholen, bevor wir einen Auftrag vergeben. Jetzt geht es aber nur darum, fristgerecht die Zuschussmittel zu beantragen“, so der Ortschef. Danach sprach sie der Rat einstimmig für eine Sanierung und die Beantragung von Fördermitteln aus.