Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Cornelia Wetzel ist für den Tourismus verantwortlich

Cornelia Wetzel verantwortet derzeit den Bereich Tourismus bei der Verbandsgemeinde Leiningerland.
Cornelia Wetzel verantwortet derzeit den Bereich Tourismus bei der Verbandsgemeinde Leiningerland.

Cornelia Wetzel hat diesen Drang, loszulegen und etwas zu bewegen. Im Oktober hat die 56-Jährige die Elternzeitvertretung für die Touristikerin Sandra Schnober übernommen – und ist mitten drin im Kontakte knüpfen und Feste planen, Ideen entwickeln und am Tourismuskonzept weiterschreiben.

Hie und da ist die Handschrift der neuen Touristikerin schon erkennbar: Zu Weihnachten und zum Valentinstag verkaufte die Verbandsgemeinde Leiningerland Dubbegläser mit Süßigkeiten, die Idee sei von ihr gekommen, sagt Wetzel und ist zufrieden: „Es lief wie geschnitten Brot.“ Dass es in der Tourist-Info in Bockenheim jetzt auch Souvenirs zu kaufen gibt, habe sie ebenfalls angestoßen. Der Gast wolle etwas mitnehmen – und wenn es ein Magnet für die Nachbarin ist, die daheim die Blumen gießt.

Wetzel sagt: „Wenn der Kunde zufrieden ist, kommt er wieder. Es gibt nichts Dümmeres, als den Bestandskunden liegenzulassen.“ Man müsse ihn hegen und pflegen. Neukunden zu bekommen und zu halten, sei wesentlich teurer, berichtet Wetzel, die Kauffrau im Hotelwesen gelernt, Volkswirtschaft studiert und Erfahrungen im Veranstaltungs-, Event- und Hotelbereich hat.

Einheimische sollen zu Fürsprechern werden

Es gehe aber nicht nur darum, Fremde für die Region zu begeistern, die Einheimischen sollen ebenfalls zu Fürsprechern werden. „Wenn wir stark und stolz auf unsere Region, unsere Geschichte, den Wald und den Wein sind, können wir das auch weitergeben“, findet die gebürtige Grünstadterin. Und so verrät sie, dass der Geschichte der Leininger Grafen künftig beim Marketing mehr Beachtung geschenkt werden soll: „Aus der Geschichte der Leininger lässt sich so viel stricken.“

Der Blick gehe aber über die Grenzen des Leiningerlands hinaus: Mittelfristig sei geplant, gemeinsam mit Grünstadt und der Verbandsgemeinde Freinsheim in Sachen Tourismus – beispielsweise bei der Ansprache der Gäste – noch intensiver zusammenzuarbeiten, erzählt Wetzel. Deshalb habe man sich beim Tourismus- und Heilbäderverband um Fördergelder für einen Coach beworben, der dabei helfen kann. Das Ziel sei, schlagkräftiger zu werden. Dazu gehöre auch die Überlegung, ein zentrales Tourismus-Büro mit Außenstellen an den bisherigen Standorten einzurichten. „Ein geeigneter Standort dafür wird gesucht“, sagt Wetzel – die eine Gemeinsamkeit der Beteiligten hervorhebt: „Wir haben das Glück, dass wir alle drei an der Weinstraße sind.“

Wie sieht es mit den Wanderwegen aus?

Vor einem Monat hatte der Bezirksverband Pfalz angekündigt, dass die Wanderwege im Pfälzerwald gestrafft werden sollen. 30 bis 40 Prozent der bestehenden Routen könnten wegfallen – etwa weil sie mit anderen Strecken zusammengelegt oder aufgegeben werden. Das bestehende Netz mit seiner Vielzahl unterschiedlichster Wegeführungen, Längen und Markierungen sei nicht mehr zeitgemäß und zu aufwendig im Unterhalt, argumentiert der Bezirksverband.

Touristikerin Wetzel hat dem Planungsbüro, das von diesem beauftragt wurde, ein Konzept zu erarbeiten, Daten über die hiesigen Wege geliefert. Für das Leiningerland sagt sie: „Wir haben eigene Wegewarte im Ehrenamt, die die Schilder kontrollieren, die Bäume schneiden, die Ausbildung haben.“ Die Wege seien gut gepflegt, die Wegewarte rührig – deswegen sehe sie keinen Grund, hier etwas zu ändern.

Grundsätzlich ist sie gespannt, wie der Bezirksverband das Eindampfen der Routen umsetzen will. „In jedem Wanderweg stecken Liebe und Geld“, sagt sie und führt einen weiteren wichtigen Aspekt an: „Die Pfalz ist ein Wanderparadies. Wanderer sind die Hauptzielgruppe. Und da sollen Wanderwege gestrichen werden? Dabei habe ich Bauschmerzen.“ Der Bezirksverband Pfalz hatte angekündigt, das neue Wegekonzept bis Ende des Jahres fertigstellen zu wollen, die Umsetzung ist für 2023 vorgesehen.

Ein besonderer Wanderweg, der Eckbach-Mühlen-Weg, der von Dirmstein bis Hertlingshausen führt, wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Das Jubiläum soll mit zwei Festen gefeiert werden – und Wetzel freut sich schon drauf. Natürlich will sie auch eine Variante B für schlechtes Wetter im Rucksack haben. „Was machen wir, wenn es Hunde und Katzen regnet?“, fragt sie und fügt an: „Je besser wir vorbereitet sind, desto toller werden die Feste.“ Sie appelliert grundsätzlich an Veranstalter von Festen wie etwa Dorfjubiläen, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen.

Paket für Radeln und Wandern

Die Verbandsgemeinde erarbeitet derzeit ein Radwegekonzept. Wetzel fände es gut, wenn man den Gästen künftig Pakete schnüren könnte – zum Beispiel „Radeln und Wandern“. Denn: „Man muss mehr als eine Sache bieten können.“ Und so stellt sie sich das Paket vor: Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, die Möglichkeit, das E-Bike an der Tourist-Info oder am Weingut aufzuladen, einen Abstellplatz für Räder, der dann gleichzeitig auch Ausgangspunkt für Wanderungen ist ... Wie gesagt: Ideen hat Cornelia Wetzel viele. Und eine Arbeit, die ihr Spaß macht, hat sie auch: „Mein Job ist mega-spannend. Jeden Tag kommt etwas Neues dazu.“

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