Grünstadt Chefin Fischer verlässt das Jobcenter

Eva Fischer, Geschäftsführerin des Jobcenters Deutsche Weinstraße, ist in Urlaub und wird zum 1. November eine neue Aufgabe übernehmen. Diese RHEINPFALZ-Information bestätigte die Agentur für Arbeit gestern auf Anfrage.
Die Geschäftsführerin wechsele auf eigenen Wunsch innerhalb der Arbeitsagentur, heißt es in einer Stellungnahme der Landauer Pressestelle. Fischer hatte ihren Abgang Mitte September in einer Rundmail den Mitarbeitern angekündigt. In der vergangenen Woche verbreitete Neustadts Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer, der Vorsitzende der Trägerversammlung, ebenfalls per Rundmail, dass Silvia David von der Agentur für Arbeit kommissarisch die Nachfolge antrete. Die Agentur lehnt dazu eine Bestätigung ab, weil der Bezirkspersonalrat der Entscheidung noch zustimmen müsse. Hinter dem Jobcenter, das für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen zuständig ist, stehen neben der Arbeitsagentur die Stadt Neustadt und der Landkreis Bad Dürkheim. Laut Ingo Röthlingshöfer habe Eva Fischer den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung geäußert, dem habe ihr Arbeitgeber, die Agentur für Arbeit, entsprochen. Die Personalie sei im Verwaltungsausschuss besprochen worden. Nach RHEINPFALZ-Informationen ist das Arbeitsklima unter den 100 Mitarbeitern sehr angespannt. Eva Fischer soll bei der Personalführung keine glückliche Hand gehabt haben. Darauf angesprochen, erklärt Röthlingshöfer: „Fakt ist, dass es immer wieder Spannungen an unterschiedlichen Stellen des Hauses gab. Ich möchte diese Probleme nicht abstreiten, es ist mir aber übertrieben und zu pauschal, zu sagen, beim Jobcenter stimmt die Personalführung nicht.“ Es habe bei der Verabschiedung von Fischer auch Stimmen von Mitarbeitern gegeben, die ihren Abgang bedauert hätten. Im Juni war ein anonymes Schreiben an die Mitglieder der Trägerversammlung gegangen. Der Autor, offensichtlich ein genauer Kenner der Abläufe in der Behörde, erhob Vorwürfe in Bezug auf mögliche Untreue und die Personalführung von Fischer. Daraufhin schaltete Christine Groß-Herick, Geschäftsführerin des Agenturbezirks Landau, die Innenrevision der Zentrale in Nürnberg ein. Die Prüfer kamen zu dem Ergebnis, dass Eva Fischer nicht gegen Vorschriften verstoßen habe. Das gelte auch nicht für den Kauf eines 1800 Euro teuren Bildes für das Jobcenter bei einem Künstler, dessen Tochter bei der Behörde arbeit. Im August kam das Jobcenter in die Diskussion, weil persönliche Daten von Arbeitslosen mit dem Restmüll auf der Straße entsorgt werden sollten. Die Agentur räumte die Datenschutzpanne ein. Fischer trat im April 2011 die Nachfolge von Horst Ernst als Geschäftsführerin an. Bereits seit 2010 führte sie in Neustadt den Bereich „Markt und Integration“ beim Jobcenter. Zuvor war sie von 2005 bis 2009 stellvertretende Leiterin des Jobcenters in der Südpfalz und Bereichsleiterin der Kaiserslauterer Arbeitsagentur. Die 58-Jährige kam vor 39 Jahren nach dem Abitur zum damaligen Arbeitsamt. (wkr)