Grünstadt BRIEFE AN DIE LOKALREDAKTION:

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Ich selbst bin Mitglied im Hundesportverein Leiningerland-Kindenheim und habe einen Hund. Jeder Hundeführer, der mit viel Spaß für Zwei- und Vierbeiner arbeitet, weiß, wie viel Liebe, Zeit und Geduld dazugehören, um als Team erfolgreich zu sein. Um bei einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen, bedarf es davon ein Vielfaches. In Ihrem Artikel schreiben Sie im ersten Satz: „ Mit leeren Händen sind (...) von der Obedience-Weltmeisterschaft in Moskau zurückgekehrt.“ Ich möchte Ihnen auf diesem Wege sagen: Erstens: Wer mit Tieren in einem Team arbeitet, hat niemals leere Hände. Zweitens: Von einer Weltmeisterschaft kommt man zurück mit vielen neuen Eindrücken, mit einem Meer von neuen Erfahrungen und mit vielen neu geschlossenen Freundschaften, aber niemals mit „leeren Händen“ im Gepäck. Als engagierter Bürger für die Grünstadter Innenstadt hatte ich mich am 9. Juni an der Planungswerkstatt als Sprecher der Gruppe, die das Parkhaus mit Weingastronomie und integrierter Bowlingbahn ausgearbeitet hatte, beteiligt. Unserer Gruppe war es ein großes Anliegen, dass sowohl die Parkhauswände, der Dachgarten mit Weingastronomie als auch das unbebaute Terrain der Grundstücksfläche als Grünanlage beziehungsweise als Parkfläche angelegt werden. Somit wäre eine „multifunktionale“ Nutzung des Jean-Mann-Geländes optimal gewährleistet und die Forderung nach einer lebendigen Innenstadt erfüllt. Mit dem Bau einer Vinothek mit Weingastronomie wäre die Grünstadter Innenstadt auch wieder enger mit der Deutschen Weinstraße verbunden. Für mich persönlich hört die Weinstraße an der A6 auf und findet am Ortseingangsschild Asselheim ihre Fortführung. Der Bezug der Grünstadter Innenstadt zum Wein ist nicht unbedingt erkennbar. Das wird auch vom Stadtmarketing nicht herausgestellt. Hier haben die Politik und das Stadtmarketing bis dato zu wenig unternommen, Grünstadts Innenstadt so zu platzieren, dass sie auch touristisch interessant wird. Was nützt uns ein Einzugsgebiet von 60.000 Menschen, wenn die meisten nur auf der grünen Wiese einkaufen gehen und die Innenstadt auf einmal zur Peripherie wird? Die Kaufkraft von Touristen, auch Tagestouristen, wurde bis dato stark unterschätzt. Diese Menschen müssen wir nach Grünstadt holen. Ebenso Investoren für Hotels und Wein-Gastronomie. Mit dem Bezug zur Weinstraße und der Weinkultur würde sich Grünstadt wieder mehr Menschen in eine attraktive Innenstadt holen. Die Veranstaltung der Grünstadter Winzer am 9. Juli hat das sehr deutlich gemacht. Das war ein voller Erfolg! Bei der Entscheidung, wie das Jean-Mann-Gelände künftig genutzt werden sollte, sollten die Verantwortlichen daran denken, dass dies wohl eine der letzten Möglichkeiten ist, die Weichen für eine „lebendige Innenstadt“ zu stellen. Die Entscheider sollten bedenken, dass ein Festhalten an konventionellen Lösungen (Parkplatz mit Springbrunnen oder nur Grünfläche) der Innenstadt nicht weiterhelfen. (Zitat: „... weil man das schon immer so macht und die Bürger mit neuen Ideen doch keine Ahnung haben, was man hier braucht...“) Hier sollten die „Betriebsblinden“ wirklich offener sein für neue und etwas innovativere Lösungen. Schließlich geht es um die Zukunft der Grünstadter Innenstadt. Ich bin Gründungsmitglied des Wattenheimer Kerwekomitees (WKK) und habe alle Höhen und Tiefen der Wattenheimer Kerwe miterlebt. Mir kommt es seit längerem schon so vor, als „wollen“ die Wattenheimer Bürger gar keine Kerwe haben und feiern. Das hängt auch nicht nur mit den Vorkommnissen der Kerwe 2015 zusammen, sondern allgemein mit der Denkweise über das WKK und dessen Tun. Nur die Freude am Organisieren, Mitwirken und der Erhaltung des Brauchtums ist dafür verantwortlich, dass das WKK an der Kerwe mitwirkt. Einen finanziellen Nutzen ziehen wir daraus eigentlich nicht, da wir, durch ein immer üppiger werdendes Programm und auch durch die erhobene Ausschankzeit bis maximal 1 Uhr, über ziemlich hohe Kosten verfügen und kein günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis vorhanden ist. Also zumindest für das WKK eine Null auf Null Veranstaltung. Richtige Einnahmen können wir nur durch unsere anderen Veranstaltungen (Halloween-Party, Weihnachtsmarkt), für deren Organisation wir im Grunde auch komplett verantwortlich sind, erwirtschaften. Zusammengefasst ist die Kerwe für uns aus finanzieller Sicht eher unattraktiv. Uns ist aber viel daran gelegen, das Brauchtum der Kerwe zu erhalten, das sehen aber viele Bürger nicht so. Für sie ist die Kerwe eher eine Last statt eine Freude geworden, was sich auch an dem von ihnen angesprochenen Desinteresse am Kerweumzug bemerkbar macht. Sofern kein Umdenken der örtlichen Vereine, Gruppierungen, Schulen, Kindergärten et cetera geschieht, wird sich daran auch nichts ändern. Man bemerke, dass der ortsansässige Musikverein nach Anfrage, ob eine Teilnahme am Kerweumzug möglich sei, eine Gage von 600 Euro verlangt hat. Mit einem Freiverzehr wären wir sicher einverstanden gewesen, aber für das Mitwirken am Kerweumzug einen solchen Geldbetrag zu verlangen, ist der absolute Hohn. In Gesprächen mit anderen Komitees ließ sich sofort erkennen, dass dies nur in Wattenheim so ist. Zusammengefasst wäre es für uns als WKK auf Dauer attraktiver, die Kerwe von Freitag bis Sonntag in einer Festhalle stattfinden zu lassen. Dies ist aber vorerst nicht geplant.

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