grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Brandschutz steht im Fokus

In den Klassensälen des Leininger-Gymnasiums müssen auch die Decken ausgetauscht werden.
In den Klassensälen des Leininger-Gymnasiums müssen auch die Decken ausgetauscht werden.

Millionen Euro investiert der Landkreis in diesem Haushaltsjahr in seine Schulen. Sanierung und Digitalpakt sind die großen Schlagworte. Der für den Baubereich zuständige Beigeordnete Sven Hoffman (CDU) nennt 2021 „ein besonderes Jahr“ und das hat gute Gründe.

Denn für den Kreis ist das Haushaltsjahr 2021 eines der teuersten überhaupt, „weil sich verschiedene Projekte, die über mehrere Jahre laufen, überschneiden“, erklärt Hoffmann. Der Planungshorizont bis ins Jahr 2024 sieht ein Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro vor – und davon werden allein in diesem Jahr 20 Millionen verbaut, „wenn es gut und nach Plan läuft“, so der Kreisbeigeordnete.

Gewaltige Summe wird am LG investiert

Allein 6,5 Millionen Euro stehen für Arbeiten am Leininger-Gymnasium (LG) in Grünstadt im Haushalt, hier wie in vielen Projekten in Sachen Schulbau sei mit einer Förderung von rund 65 Prozent zu rechnen. „Es ist eine der drei Schulen, in denen wir gleichzeitig Brandschutzertüchtigung mit Amokprävention und EDV-Vernetzung planen“, berichtet der Kreisbeigeordnete. Dadurch fallen die IT-Pläne nicht direkt in die Planungen des Digitalpakts.

Das ist auch so an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim-Wachenheim und der Von-Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg. An den drei Schulen „haben wir sowieso bauliche Maßnahmen geplant, die auch die EDV betreffen. Deshalb hat es keinen Sinn ergeben, dort noch den Digitalpakt reinzupressen. Die Digitalpakt-Mittel verwenden wir an anderen Schulen, setzen aber hier die gleichen Standards wie für den Digitalpakt.“ Den Beigeordneten freut’s, dass das von den Kreisgremien mitgetragen wurde: „Wir geben so etwas mehr Geld für die Infrastruktur aus, aber an den Schulen ist uns das wichtig.“

Realschule plus braucht Fluchttreppen

An der Realschule plus in Weisenheim sind Investitionen von drei Millionen Euro geplant, gebaut werden soll ab Herbst bis Ende 2023. Dort und am LG werden in den Fluren Brandschutzdecken und eine neue Beleuchtung eingebaut, Leitungen – für Daten, Strom und Wasser – werden ertüchtigt. In Weisenheim werden Fluchttreppen als zweiter Rettungsweg und eine vernetzte Brandmeldeanlage eingebaut.

In den Klassensälen des LG werden zudem die Decken aus akustischen Gründen ausgetauscht, im Zuge dessen werden auch neue Lampen installiert. Noch ein wichtiger Punkt: In Räumen müssen Trennwände verlängert werden – sie reichen derzeit nur bis zu den abgehängten und nicht bis zu den massiven Decken. Das muss aus Brandschutzgründen dringend geändert werden, weil es zu einem Feuerüberschlag von Raum zu Raum kommen könnte. Beginnen sollen die Arbeiten, die zwei Jahre dauern, im Herbst. Bei den Ausschreibungen werden Zeitfenster vorgegeben, um die lärmintensiven Maßnahmen in die Ferien zu legen. „Es wird Beeinträchtigungen geben, aber wir halten sie so klein wie möglich“, sagt Hoffmann.

Die Sanierungskosten am LG sind hoch. Zum Vergleich: „An der IGS Deidesheim bauen wir für 17 Millionen ein neues Gebäude inklusive vorheriger Abrissarbeiten. Sanierung ist eben oft sehr teuer – man kann ja aber nicht einfach eine Schule abreißen und in vier Jahren erst wieder aufmachen“, erklärt Hoffmann.

Alle Schulen einheitlich ausstatten

In Sachen Digitalpakt wird die Ausschreibungsphase für alle Schulen im Kreis im März abgeschlossen sein, betont Hoffmann. Die rein baulichen Kosten ohne die Anschaffung von Endgeräten belaufe sich in den nächsten Jahren auf rund 3,3 Millionen Euro. „Ziel ist es, die EDV-Vernetzung so zu gestalten, dass die Schulen einheitlich ausgestattet sind“, sagt der Beigeordnete. Das erleichtert auch die Wartung. Angeschafft werden sollen digitale Tafeln und digitale Lehrerarbeitsplätze. Außerdem ist flächendeckendes WLAN geplant. Dafür waren in einer Vertreterversammlung mit Experten und unter Beteiligung aller Schularten Standards erarbeitet worden.

Im Frühjahr und Sommer starten die ersten Bauarbeiten unter anderem an der Integrierten Gesamtschule Grünstadt (500.000 Euro). Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung Auftragsvergaben im Wert von 1,8 Millionen Euro für Elektroarbeiten an zehn Schulen einstimmig befürwortet. Die beeindruckenden Zahlen: Insgesamt ist geplant, für den Digitalpakt an den Schulen rund 181 Kilometer Kabel zu verlegen und rund 4400 Anschluss- und Steckdosen zu installieren.

Zwei Bauvorhaben am Kreishaus

Zwei weitere Projekte, die nichts mit Schulen zu tun haben, hat der Landkreis in diesem Jahr noch auf dem Programm: 3,8 Millionen Euro wird die Betonsanierung der beiden Untergeschosse der Tiefgarage am Kreishaus kosten. Das ist auch nötig, weil sie aus statischer Sicht das Kreishaus vorm Abrutschen sichert. Außerdem soll in das Gebäude des ehemaligen Nettomarkts an der Weinstraße Süd die neue Zulassungsstelle einziehen. Kosten: 380.000 Euro.

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