Ebertsheim
Brücke ist eine große Herausforderung
Der wohl größte Ausgabenposten der Ebertsheimer in diesem Jahr stand ursprünglich gar nicht im Etat: die Sanierung der Eisbachbrücke in der Hauptstraße. Im vorigen Jahr waren bei der verbandsgemeindeweiten Überprüfung aller Brücken an dem Bauwerk aus dem Jahr 1938 erhebliche statische Mängel festgestellt worden. Eisenträger sind verrostet und tragende Betonpfeiler sowie das Gewölbe im Laufe der Zeit ausgeschwemmt worden. Die daraufhin erfolgte Sperrung der Brücke für den Schwerlastverkehr soll aber kein Dauerzustand sein, betont Findt, „wir wollen umgehend die Generalsanierung in Angriff nehmen“. Möglicherweise mit Zuschüssen aus der Dorferneuerung.
Höhere Brückenbrüstung und Mühlrad im Ortskern?
Der Planungsauftrag ist inzwischen an ein Ingenieurbüro vergeben, im Etat sind 20.000 Euro veranschlagt. Es geht in erster Linie um ein etwa 30 Meter langes Stück entlang des Eisbachs von der Brücke bis zum Konrad-Stiefenhöfer-Haus. Hier misst die Sandstein-Brüstung nur etwa 50 Zentimeter und muss erhöht werden. Wie genau, ob weiterhin mit Sichtmöglichkeit auf das Bächlein und aus welchem Material, werde nun erarbeitet. Ideal wäre es für Findt, wenn durch ein – eventuell stilisiertes – Wasserrad auf die Mühlentradition des Ortes hingewiesen werden könnte: gerade in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Papierfabrik, die früher eine Papiermühle betrieben hat. Mit der bereits in Auftrag gegebenen Sandstein-Statue eines Steinhauers auf dem benachbarten Wilhelm-Ziegler-Platz wäre das eine enorme Aufwertung des historischen Dorfkerns, findet der Bürgermeister.
Auch andere Gestaltungsideen könnten in der jetzigen Planungsphase noch berücksichtigt werden, falls sie sich in einem verträglichen finanziellen Rahmen bewegen. Da in der Regel erst im September oder Oktober über die Zuschüsse aus dem Investitionsstock des Landes entschieden wird, sei ein vorgezogener Baubeginn bereits beantragt, „damit wir nicht die üblichen Fristen abwarten müssen und projektbezogen früher loslegen können“, informiert Findt.
Erst Gespräche mit den Eigentümern
Eine frühzeitige Weichenstellung soll es auch bei der möglichen Ausweisung eines Neubaugebietes in Ebertsheim und/oder Rodenbach geben. „Wenn die Verbandsgemeinde Leiningerland 2022 den Flächennutzungsplan fortschreibt, wird uns wohl insgesamt knapp ein Hektar reine Neubaufläche – also ohne Baulücken – zugestanden. Bis dahin wollen wir geklärt haben, welche Grundstücke – insbesondere angesichts der Eigentumsverhältnisse – überhaupt realistisch sind“, will der Ortschef Mitte des Jahres in einer Klausurtagung Ideen zu möglichen Standorten eines Neubaugebiets sammeln. Danach sollen Gespräche mit allen in Frage kommenden Eigentümern von potenziellen Bauplätzen folgen, denn „wenn nur ein einziger – etwa aus einer Erbengemeinschaft – sein Gelände nicht verkaufen oder als Bauplatz nutzen will, ergibt alles weitere schon keinen Sinn mehr“, weiß Findt aus Erfahrung. Diese Bereitschaft gelte es bereits im Vorfeld abzuklären. Mögliche Standorte gebe es „in Ebertsheim und Rodenbach bestimmt eine gute Handvoll, da sind wir für Vorschläge offen – entscheidend ist eine wirkliche Chance auf eine Umsetzung“.
Noch in diesem Jahr sicher realisiert werden eine ganze Reihe an Maßnahmen. So wird das Dach vom Hauptgebäude des Ebertsheimer Kindergartens für 50.000 Euro isoliert und neu eingedeckt. Die Fassade des Konrad-Stiefenhöfer-Hauses wird für 14.000 Euro saniert. Bereits bis Ende März soll die Neugestaltung des Wilhelm-Ziegler-Platzes am Rathaus abgeschlossen sein, wo die vom örtlichen Bildhauer Bruno Weygand gestaltete, mannshohe Steinhauer-Statue aus Sandstein sowie die bronzenen Bachratten am Brunnen stehen. Geplant ist, dass Grundschul- und Kita-Kinder Weygand bei der Arbeit an dem tonnenschweren Steinblock in der Gemeindehalle am alten Sportplatz zusehen. Ebenfalls im Frühjahr fertig wird der Archivraum in der oberen Etage des Rathauses, wenn die speziellen Archivschränke aufgebaut sind.
Renaturierungsgebiet: Weg der Bäume
Weiter geht es ebenfalls an der „neben dem Gelände an der Addeshütte zweiten Außenstelle der Ebertsheimer Kita am Wasserspielplatz im Renaturierungsgebiet“. Hier werden die abschließenden Arbeiten an Hütte und Gelände ausgeführt. Im Renaturierungsgebiet führt zudem Hannah Loranger von der Ebertsheimer Bildungsinitiative das – vom Natur- und Vogelschutzverein sowie der Gemeinde unterstützte – Projekt „Weg der Bäume“ fort. Nach der Pflanzung (und Verlosung von Patenschaften) von Robinien im vorigen Jahr kommen nun einige Exemplare vom Baum des Jahres 2021, der Europäischen Stechpalme, hinzu. Weiterer Mosaikstein in Sachen Umweltschutz ist die im Frühjahr vorgesehene Errichtung zweier Aufladestationen für Elektroautos in der Eisenberger Straße. Diese werden von den Pfalzwerken auf zwei Parkplätzen aufgestellt, für das das dortige Pflanzbeet weichen musste.
Rodenbach: Buswendeplatz und Jubiläumsfeier
Ebenfalls im Frühling fertig sein soll der Buswendeplatz im Ortsteil Rodenbach. Dies habe ihm die mit den Fräsarbeiten am Gehsteig und Schotterarbeiten beauftragte Firma Stapf zugesagt, so Findt. Dadurch müssen die Busse des ÖPNV zur Richtungsänderung nicht mehr durch das Wohngebiet von Ried- und Wiesenstraße fahren. Findt: „Parallel dazu bleiben wir aber trotzdem dran, dass, wenn der ÖPNV des Kreises in zwei Jahren neu ausgeschrieben wird, die Verbindungen nach Lautersheim wieder aufgenommen werden.“ Ebenfalls mittelfristig ist die Planung einer neuen barrierefreien Bushaltestelle in der Ortsdurchfahrt. Hier werde nun geprüft, ob es sinnvoll ist, das bisherige Buswartehäuschen in der Eisenberger Straße durch eine neue, behindertengerechte Haltestelle am Ortsausgang in der Mertesheimer Straße zu ersetzen.
Auf jeden Fall nachgeholt werden sollen die Jubiläumsfeierlichkeiten in Rodenbach. Eigentlich sollte ja schon im August 2020 die erste schriftliche Erwähnung des Ortsteils gefeiert werden. Ob und wie das Fest im nächsten August nachgeholt werden kann, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab, „hier fahren wir sicherheitshalber auf Sicht“, betont Findt in diesem Fall eine kurzfristige Vorgehensweise.