Grünstadt Bewohner des Hauses Europa

Enge Kontakte: Längst treffen sich die Partnerfamilien auch außerhalb der offiziellen Termine.
Enge Kontakte: Längst treffen sich die Partnerfamilien auch außerhalb der offiziellen Termine.

Sie ist ein lebendiges Symbol der Versöhnung und der Völkerverständigung: Mit einem bunten Abend und Ausflügen wurde das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Obrigheim und der französischen Gemeinde Crèvecoeur-le-Grand am Wochenende in Obrigheim gefeiert.

Der Empfang der 45 französischen Freunde am frühen Freitagabend im Obrigheimer Rosengarten war herzlich wie immer. Längst treffen sich die Gastfamilien auch abseits der offziellen Treffen zu privaten Anlässen. Und für manch einen stellt sich die verbale Verständigung dabei als gern hingenommene Herausforderung dar. Schief gehen kann nichts, vor allem dann nicht, wenn man wie eine der Gastgeberfamilien vorsorglich ein kleines französisches Wörterlexikon dabei hatte. Dass die Festreden auf Deutsch und Französisch im Saal bestens verstanden wurden, dafür sorgte die Obrigheimer Übersetzerin Regina Heiss. Ortsbürgermeister Stefan Muth (SPD) erinnerte an die Anfänge der Jumelage und die Freundschaften, die daraus entstanden sind. Als Geschenk der Gemeinde gab er den Franzosen ein junges Mandelbäumchen mit, das wie die Partnerschaft wachsen und gedeihen solle. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Frank Rüttger (CDU), erinnerte an die Väter der deutsch-französischen Freundschaft Konrad Adenauer und Charles de Gaulle – die beiden Staatsmänner hatten die Verträge zur Aussöhnung der beiden Länder 1963 besiegelt. „Wir sind gemeinsame Bewohner des Hauses Europa“, sagte Rüttger. Die 30 Jahre währende kommunale Partnerschaft sei ein Gewinn für die ganze Region, so Rüttger weiter. Die Partnerschaftsvorsitzenden Jean-Pierre Geneste aus Crèvecoeur-le-Grand und Corinna Bauer aus Obrigheim lobten die Verdienste ihrer Vorgänger. Dazu zählt die beim Festabend anwesende Jacqueline Fuchs, die mit Herz und Leidenschaft viele Jahre die Partnerschaft leitete. Sie habe das stets außerordentlich gerne getan, sagte die betagte Obrigheimerin. Den bunten Abend gestalteten die Kindertanzgruppe der SG Unteres Eistal, das höfische Tanzensemble des Kulturvereins St. Michael Dirmstein, das 13-köpfige akrobatisch agierende Männerballett „Die Lewwerknedelboys“ aus Heuchelheim, das Obrigheimer Duo Riffert (Akkordeon und Saxofon) und der Männergesangverein Liederkranz Albsheim-Mühlheim unter der Leitung von Ingo Dressler. Der MGV stellte sein französisch intoniertes Repertoire ganz auf die Gäste ein, die bei „Plaisirs d’amour“ und „Chevaliers de la table ronde“ mitsangen. Der Gegenbesuch zum 30-jährigen Jubiläum in Crèvecvoeur-le-Grand findet vom 31. August bis 2. September statt.

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