Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bauarbeiten am Kreuzungsbahnhof sollen im Februar 2022 starten

Bald beginnt der Bau des Kreuzungsbahnhofs in Kirchheim.
Bald beginnt der Bau des Kreuzungsbahnhofs in Kirchheim.

In der Ortsgemeinde Kirchheim steht nach der Westumgehung das nächste große Bauprojekt an: Der seit nunmehr elf Jahren geplante Kreuzungsbahnhof soll errichtet werden. Dabei sind monatelange Totalsperrungen und andere Beeinträchtigungen zu erwarten. Die Ausschreibung für die Arbeiten startet im Juli.

Es wird während der Bauarbeiten jede Menge Umleitungen geben und einiges an Lärmbelastungen. Darüber informierte der Projektleiter der DB Netz AG, Kai Schwarz, am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsgemeinderats mit dem Haupt- und Finanzausschuss. Im Oktober werden die Vorbereitungen, unter anderem Rodungen auf dem benötigten Gelände, beginnen. Die Bahn habe rund 2500 Quadratmeter Fläche dazugekauft.

Ab Februar 2022 sollen dann die Bagger rollen. „Mit dem Start der Sommerferien nehmen wir eine sechs- bis zwölfwöchige Totalsperrung vor“, erklärte Schwarz. Um den bisher eingleisigen Haltepunkt in Kirchheim zu einem Bahnhof umzugestalten, an dem sich Züge begegnen können, wird zunächst alles herausgerissen. „Unter anderem müssen wir 700 Meter Gleis samt Untergrund entfernen, auch Schranken, Signalanlagen sowie die Platten und den Unterbau des Bahnübergangs“, sagte Schwarz.

Gleichzeitig werden die Werke der Verbandsgemeinde Leiningerland den Kanal erneuern. Jörg Mühlmichel (CDU) forderte das Verbuddeln von Leerrohren, durch die dann beispielsweise Glasfaserkabel gelegt werden könnte. Bürgermeister Kay Kronemayer (FWG) sagte, dass das bereits beantragt sei.

Alle drei Bahnübergänge werden umgebaut

Es folgen große Erdbewegungen und die Installation eines Entwässerungssystems. Wie Schwarz auf Nachfrage von Paul Rogenwieser (Kirchheimer Liste) erklärte, soll das Oberflächenwasser gesammelt und durch eine Filteranlage in ein Speicherbecken geleitet werden. „Das Volumen ist für ein 30-jähriges Regenereignis ausgelegt“, so der Projektleiter. Danach werden das Bestandsgleis umgebaut, ein zweiter Schienenstrang sowie zwei Weichen gelegt. „Allein 17 Signale müssen wir neu installieren“, sagte Schwarz. Es entsteht ein zweiter Bahnsteig samt Zuwegung. Der größte Brocken werde die Verlegung von drei Kilometern Kabelkanal sein. Der Kreuzungsbahnhof selbst wird etwas mehr als 500 Meter lang.

Auch die anderen beiden Bahnübergänge in Kirchheim werden umgebaut. Der Übergang am Feldweg, den man über die Mühlstraße erreicht, wird verbreitert und erhält eine Halbschranke. Wenn die Arbeiten laufen, ist diese Eisenbahnkreuzung gesperrt. Der Übergang auf der L 520 (Kleinkarlbacher Straße) dagegen könne während seiner Umgestaltung immer befahren werden, versicherte Schwarz. „Wir werden ihn mit einer provisorischen Schranke und Ampel sichern.“ Die Bauabschnitte seien so getaktet, dass alle drei Bahnübergänge gleichzeitig wieder geöffnet werden.

Kabelkanal ist der größte Brocken

Es folgen große Erdbewegungen und die Installation eines Entwässerungssystems. Wie Schwarz auf Nachfrage von Paul Rogenwieser (Kirchheimer Liste) erklärte, soll das Oberflächenwasser gesammelt und durch eine Filteranlage in ein Speicherbecken geleitet werden. „Das Volumen ist für ein 30-jähriges Regenereignis ausgelegt“, so der Projektleiter. Danach werden das Bestandsgleis umgebaut, ein zweiter Schienenstrang sowie zwei Weichen gelegt. „Allein 17 Signale müssen wir neu installieren“, sagte Schwarz. Es entsteht ein zweiter Bahnsteig samt Zuwegung. Der größte Brocken werde die Verlegung von drei Kilometern Kabelkanal sein. Der Kreuzungsbahnhof selbst wird etwas mehr als 500 Meter lang.

Auch die anderen beiden Bahnübergänge in Kirchheim werden umgebaut. Der Übergang am Feldweg, den man über die Mühlstraße erreicht, wird verbreitert und erhält eine Halbschranke. Wenn die Arbeiten laufen, ist diese Eisenbahnkreuzung gesperrt. Der Übergang auf der L 520 (Kleinkarlbacher Straße) dagegen könne während seiner Umgestaltung immer befahren werden, versicherte Schwarz. „Wir werden ihn mit einer provisorischen Schranke und Ampel sichern.“ Die Bauabschnitte seien so getaktet, dass alle drei Bahnübergänge gleichzeitig wieder geöffnet werden.

Auch nachts gibt es lärmintensive Arbeiten

Arbeiten mit hohen Schallemissionen werden vorwiegend tagsüber erledigt. „Maximal für zwei Wochen wird es aber auch lärmintensive Nachtschichten geben“, kündigte Schwarz an. Richtig laut sei etwa das Stopfen der Gleise mit einer großen Maschine, also das Verdichten des Schotters, um Unebenheiten unter den Schienen auszugleichen. Nach dem Gesetz sei eine dauerhafte Beschallung mit 70 Dezibel bereits gesundheitsschädlich. „Unsere Geräte werden maximal 105 bis 111 Dezibel verursachen“, so Schwarz.

Falk Günther (CDU) hinterfragte diese Angaben: „Die Windrichtung spielt doch auch eine Rolle.“ Der Projektleiter beruhigte: Es würden standardisierte Berechnungsprogramme verwendet, „bei denen immer der ungünstigste Fall angenommen wird“. FWG-Mann Axel Bona erkundigte sich danach, ob eine mobile Schallschutzmauer errichtet wird. „Die hätte so hoch sein müssen, dass wir sie nicht sicher hätten befestigen können“, wies Schwarz auf Ergebnisse entsprechender Prüfungen hin.

Fenster schließen soll helfen

Im Übrigen lasse sich der Schallpegel im Innenbereich der umliegenden Gebäude schon allein durch das Schließen der Fenster um 35 Dezibel verringern. Sollte es dennoch zu großen Beeinträchtigungen kommen, gebe es auch die Möglichkeit, vorübergehend in ein Hotel zu ziehen. Er selbst und ein extra eingesetzter Lärmschutzbeauftragter seien an der Baustelle die ersten Ansprechpartner.

Bona wollte auch wissen, ob laute Tätigkeiten nicht auf eine bestimmte Zeitspanne begrenzt werden könnten. Schwarz meinte daraufhin, dass die Arbeiter den jeweils aktuellen Bauabschnitt nicht unterbrechen werden, um den Anwohnern Ruhe zu gönnen. „Die wollen fertig werden, so wie auch Handwerker, die sie zu sich ins Haus bestellen.“

Mühlmichel sprang ihm bei: „Man kann den Lärm auch herbeisehnen. Die Bahn macht solche Projekte nicht zum ersten Mal.“ Ansgar Galler (FWG) erinnerte daran, dass die Kirchheimer auch die Errichtung der Umgehung überstanden hätten und noch den Ausbau der Weinstraße durch den Landesbetrieb Mobilität vor sich hätten: „Und die sind nicht zimperlich, bieten niemandem eine Übernachtung im Hotel an.“

Erste Züge rollen im Dezember 2022

Die Inbetriebnahme des umgestalteten Kreuzungsbahnhofs ist für Dezember 2022 vorgesehen. Bis April 2023, so schätzt Schwarz, werden die Restarbeiten – „das Aufräumen und Hübschmachen“ – dauern. Mit dem Projekt soll der „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ umgesetzt werden, was den Einsatz zusätzlicher Züge und eine durchgängige Verbindung von Monsheim bis Frankenthal ermöglichrn soll.

Mit den Plänen für das Großprojekt hat sich der Kirchheimer Gemeinderat schon 2010 beschäftigt. Das Vorhaben geriet aber durch zahlreiche Einwendungen (unter anderem wegen langer Schließzeiten an den Schranken) ins Stocken. Zuletzt hatte die DB Netz AG den Bund wegen nicht hinnehmbarer Auflagen während des Baus verklagt – und bekam Recht.

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