Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Battenberg: Biblische Weinprobe zugunsten der sanierungsbedürftigen Kirche

Auch mit einem großen Banner am Kirchturm wirbt die Kirchengemeinde um Spenden.
Auch mit einem großen Banner am Kirchturm wirbt die Kirchengemeinde um Spenden. Foto: Benndorf

Untersuchungen nach dem Tornado am Battenberger Kerwe-Freitag, 12. Juli, hatten es offenbart: Nicht nur der Kirchturm ist durch den Sturm beschädigt worden, sondern das gesamte Gotteshaus ist stark sanierungsbedürftig. Die Instandsetzung wird viel Geld kosten, weshalb mit verschiedenen Veranstaltungen versucht wird, Spenden zu akquirieren. Am Freitag wird es deshalb eine biblische Weinprobe geben. Anja Benndorf sprach darüber mit dem Sprecher des Presbyteriums, Wolfgang Pahlke, und mit Pfarrer Sascha Weber.

Herr Pahlke, Herr Weber, was ist kaputt in der Kirche?
Weber: Das größte Problem sind die Schäden im Turm, die durch das Unwetter entstanden sind, aber auch durch bauliche Veränderungen in der Vergangenheit. So ist der Turm zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert mit ungeeignetem Material, wahrscheinlich aus der Burg, aufgestockt worden. Auch ist beispielsweise beim Anhängen der dritten Glocke nach dem Zweiten Weltkrieg ein Fenster vergrößert worden, damit das Geläut besser im Dorf zu hören ist. Beides hat zur Instabilität des Turms beigetragen.

Pahlke: Zudem muss ein neuer Glockenstuhl gebaut werden, weil sich die Schwingungen des Geläuts ins Mauerwerk übertragen. Aus Sicherheitsgründen sind die Glocken derzeit abgeschaltet. Zum Glück haben wir vom Statiker die Freigabe, dass wir die Kirche weiterhin nutzen dürfen.

Aber das Dach ist doch auch sanierungsbedürftig...
Weber: Derzeit werden die Lehmwickel im Kirchendach entfernt, um zu sehen, wie viele Trägerbalken morsch sind. Nach bisherigen Erkenntnissen müssen mindestens drei ausgetauscht werden. Repariert werden soll auch der Riss in der Ostwand.

Pahlke: Dieser Spalt in der Mauer steht schon länger unter Beobachtung. Er ist wohl dadurch entstanden, dass früher die Niederschläge einfach vom Dach in den Kirchgarten geflossen sind. Starkregen hat dann das Fundament unterspült, sodass das Gebäude ein wenig nachgegeben hat. Vor rund zehn Jahren wurde aber eine ordentliche Entwässerung mit einer Rigole, also einem Zwischenspeicher, installiert. Das Regenwasser wird nun abgeleitet.

Was wird die Sanierung insgesamt kosten?
Weber: Leider liegen immer noch nicht alle Gutachten der Sachverständigen vor. Ich rechne Ende Februar damit.

Pahlke: Nach ersten groben Schätzungen wird für alles zusammen wohl ein mittlerer sechsstelliger Betrag benötigt.

Das wird die Kirchengemeinde allein nicht stemmen können. Wie viel Geld steht bereits zur Verfügung?
Pahlke: Mit Eigenmitteln zuzüglich Versicherungsleistungen und Spenden decken wir gegenwärtig rund ein Drittel der zu erwartenden Kosten ab.

Weber: Wir hoffen auf Zuschüsse vom Land, vom Denkmalschutz und von der Landeskirche sowie natürlich auf weitere Zuwendungen.

Wo steht das Spendenbarometer?
Weber: Die Spendenhöhe ist schon beachtlich. Seit wir das Plakat „Kirchturm in Not!“ aufgehängt haben, sind circa 10.000 Euro eingegangen. Das Geld kam beim Gottesdienst mit Posaunenchor im Herbst, durch Verkaufserlöse an zwei Ständen beim Bauernmarkt und beim Mittagessen nach Erntedank im Dorfgemeinschaftshaus zusammen. Ich freue mich, dass sich auch Menschen aus den anderen Dörfern unserer Kirchengemeinde – Kleinkarlbach, Kirchheim und Bissersheim – beteiligen.

Pahlke: Es gab auch private Initiativen. Zum Beispiel hat jemand statt Geburtstagsgeschenken Geld erbeten, das er dann spendete.

Nun soll die biblische Weinprobe weitere Zuwendungen bringen. Wie ist die Idee dazu entstanden?
Pahlke: Meine Frau Carla, unsere Kinder und ein Enkel sind in der Martinskirche getauft worden, wir haben dort geheiratet. Insofern haben wir eine enge Bindung zu dem Gotteshaus. Da die Kirche nun in Not ist und wir finden, dass jeder seine Gaben einbringen sollte, wollen wir unseren Beitrag leisten. Auf die biblische Weinprobe bin ich gekommen, weil mich schon lange die Beziehung zwischen Wein und Heiliger Schrift interessiert.

Weber: Ich finde die Idee prima, denn Wein ist für mich Lebensfreude und eröffnet den Blick auf Gottes Herrlichkeit.

Was genau erwartet die Gäste?
Weber: Ich werde die Besucher über die anstehende Sanierung informieren.

Pahlke: Es wurden Bibelpassagen ausgewählt, in denen Wein eine Rolle spielt. Diese werde ich rezitieren und dazu acht passende Erzeugnisse unseres Hofes vorstellen und zur Verkostung anbieten. Beispielsweise wird zu dem Gedanken, dass Neues entstehen muss, ein Wein aus der erst vor rund zwei Jahrzehnten eingeführten Rebsorte Chardonnay ausgeschenkt. Dazu gibt es Bauernbrot und salzige Snacks.

Termin

Biblische Weinprobe am Freitag, 24. Januar, 19 Uhr, Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses Battenberg; Eintritt frei, um Spenden wird gebeten (Belege können ausgestellt werden). Spendenkonto bei der Sparkasse Rhein-Haardt: IBAN: DE71 5465 1240 0010 0029 39, Verwendungszweck: Kirchturm Battenberg.

Pfarrer Sascha Weber (links) und der stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Wolfgang Pahlke.
Pfarrer Sascha Weber (links) und der stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Wolfgang Pahlke. Foto: Benndorf
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