Grünstadt Bürgerversammlung zum Pferdehof?

Kann die „Wranglein Ranch“ in Battenberg auf der Pickelhaube ihre Bauvorhaben umsetzen, wenn der Kreisrechtsausschuss den Widerspruch der Gemeinde zurückweist? Oder wird der neue Gemeinderat den Klageweg beschreiten? Die Betreiberin des Pferdehofs, Sonja Wenglein aus Höningen, möchte jedenfalls „zu einem Miteinander“ mit dem Ortsparlament kommen. Dem Vernehmen nach wollen Ratsmitglieder eine Bürgerversammlung zum Pferdehof beantragen.
Im Gespräch mit der RHEINPFALZ nahm die 45-Jährige Stellung zu zwei Artikeln über die Sitzung des Kreisrechtsausschusses am Montag („Pferdehof darf auf Top-Lage erweitern“) und Dienstag („Eine ungeheuerliche Aussage“). Sie habe den Gemeinderat nicht im Ungewissen gelassen über ihre Pläne, bezieht sie sich auf eine Aussage des Beigeordneten Wolfgang Pahlke. Er hatte das zweimalige Nein des Gemeinderates zu einer Bauvoranfrage unter anderem damit begründet, dass der Rat das Gefühl hatte, zu wenig Informationen über Wengleins Pläne bekommen zu haben und dass er sich von Behörden übergangen fühlte. Wenglein betreibt den Hof seit 2007 in Battenberg. 2012 hat sie einen Reitplatz angelegt. Bestandteil des damaligen Bauantrags beim Kreis sei bereits ein grobes Entwicklungskonzept für den Betrieb gewesen. Sie sei davon ausgegangen, dass dieses Konzept auch dem Rat zugänglich war. Ein „ausführliches Konzept für die Erweiterung zum Zucht- und Pensionsbetrieb“ sei dann Bestandteil der aktuellen Bauvoranfrage für eine Gerätehalle und neue Stallungen gewesen. Auch diese Unterlagen, so ihre Überzeugung, seien dem Rat zugänglich gewesen, sagte die Hofbetreiberin. Sie habe zudem in in einer nicht öffentlichen Sitzung Rede und Antwort gestanden. Wenglein erwähnte aber auch, dass zumindest Teile des Ortsparlaments offenbar an einem Miteinander nicht interessiert gewesen seien. So sei ein Gesprächsangebot abgelehnt worden. Stattdessen sei der Pferdehof Thema im Vorfeld der Kommunalwahl gewesen. Es habe Vorwürfe und Falschaussagen gegeben, zum Beispiel sei in einem Flugblatt von einem „unkontrollierbaren Vergrößern“ der Anlage die Rede gewesen. Wenglein spricht in diesem Zusammenhang sogar von „Privatkrieg“. Nach der Kommunalwahl habe sie dann sich, ihren Betrieb und auch ihre Pläne in einem Flugblatt vorgestellt und im Ort verteilt. Damit wollte sie „Gerüchte und Falschaussagen“ klarstellen, heißt es darin. Nach Informationen der RHEINPFALZ hat sich der Kreisrechtsausschuss in Sachen Pferdehof nicht vertagt. Allerdings soll Sonja Wenglein ihre Pachtverträge und die Verträge mit den Pferde-Einstellern, die bisher nur die Landwirtschaftskammer hat, noch der Kreisverwaltung vorlegen. (ks)