BOCKENHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgersteig muss saniert werden

Im Gehweg in der Jakob-Kautz-Straße in Bockenheim fehlt in großen Teilen der Unterbau, wie durch die Verlegung der Glasfaserkabe
Im Gehweg in der Jakob-Kautz-Straße in Bockenheim fehlt in großen Teilen der Unterbau, wie durch die Verlegung der Glasfaserkabel ans Licht kam.

Die Ortsgemeinde Bockenheim muss den Gehweg auf der östlichen Seite der Jakob-Kautz-Straße oberhalb des Weißenborner Wegs in Ordnung bringen. Bürgermeister Gunther Bechtel (SPD) legte dem Bauausschuss und dem Rat bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung zwei Kostenvoranschläge vor. Allerdings wird die Sanierung teurer.

Für die Verlegung von Leerrohren für Glasfaserkabel haben die beauftragten Tiefbaufirmen Gräben gezogen, auch im östlichen Bürgersteig der Jakob-Kautz-Straße. Nachdem die Rohre in der Erde lagen, wurde das Ganze wieder zugeschüttet und es sollte eine Verschleißschicht aufgebracht werden. „Das ging jedoch nicht. Der Anschluss an den Gehweg im weiteren Verlauf gen Norden konnte nicht erfolgen“, berichtete Bürgermeister Gunther Bechtel (SPD) den örtlichen Gremien. Der Grund: Im Trottoir fehlt ein vernünftiger Unterbau.

Ralf Hepp aus der Abteilung Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen der Verbandsgemeinde Leiningerland habe bei einer Ortsbesichtigung und Untersuchung festgestellt, dass die Tragschicht, also jene Ebene, die zwischen Ober- und Unterbau liegt, „nicht angeteert werden“ könne, sagte Bechtel und legte den Mitgliedern des Bauausschusses und des Ortsgemeinderates zwei Angebote der Deutsche Netz Unternehmensgruppe für die notwendigen Arbeiten vor.

Offerten werfen Fragen auf

Das habe sich erst kurzfristig ergeben, erklärte er, weshalb dieser Punkt noch nicht auf der Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung gestanden habe. In der ersten Offerte vom 23. Juni werden die Kosten für die Wiederherstellung „der bituminösen Oberfläche mit endgültigem Deckenschluss“ auf einer Länge von 46 Metern mit 5120 Euro angegeben, wobei nur 16 Prozent Umsatzsteuer eingerechnet sind. Mit korrekten 19 Prozent beträgt die Bruttosumme 5252 Euro.

Am 29. Juni kam noch ein zweites Angebot für den Einbau einer 40 Meter langen Asphalttragschicht sowie eines Unterbaus mit Schotter zum Betrag von brutto 2386 Euro. Da auch hier wieder ein zu niedriger Umsatzsteuersatz kalkuliert wurde, müssten die korrekten Kosten dafür 2448 Euro sein. Wieland Benß (FWG) erkundigte sich verwundert, wieso sich die eine Offerte auf 46 und die andere nur auf 40 Meter bezieht. Seine Vermutung, dass da nicht der ganze Bürgersteig gemacht werden soll, wurde von Bechtel bestätigt.

Gehweg komplett in Ordnung bringen

Viele Mitglieder der Gremien plädierten dafür, den Gehweg komplett richtig aufzubauen – mit Schotter, Tragschicht und Verschleißdecke. Torsten Griebel (FWG) dagegen schlug vor, erst einmal die Löcher mit Teer zu verschließen und den Ausbau zu vertagen. Benß plädierte dafür, Alternativangebote für das Verlegen von Verbundpflaster einzuholen, „sodass man später leichter an die Leitungen herankommt“.

Laut Bechtel sollte man den Bürgersteig jedoch möglichst schnell in Ordnung bringen, weil Gefahr im Verzug sei. Er verwies darauf, dass auch Hepp von einer „Unfallgefahr durch den schlechten Oberbelag“ des Gehweges gesprochen habe. Mehrere Mandatsträger fragten, wie es sein könne, dass die Telekommunikationsunternehmen Gräben ziehen lassen, aber die Gemeinde fürs Zumachen zahlen solle. Der Bürgermeister entgegnete: Das Schließen der Gräben übernehme selbstverständlich Inexio. Aber der Gehweg sei vor Jahrzehnten nicht korrekt hergestellt worden. „Er war ja schon ewig in einem miserablen Zustand“, so Bechtel. Jürgen Schumacher (SPD) bestätigte, dass das Trottoir „holprig“ gewesen sei. Letztendlich wurde vom Ausschuss einstimmig empfohlen und vom Rat einmütig beschlossen, dass der Gehweg mitsamt Unterbau komplett in Ordnung gebracht wird. Mit den 7700 Euro wird die Ortsgemeinde dann jedoch nicht auskommen.

x