Altleiningen / Carlsberg
Bürger erfahren mehr über Flutgefahr in ihren Dörfern
Immer häufiger lässt Starkregen Flüsse anschwellen und überfordert in kürzester Zeit die Kanalisation, sodass große Wassermengen Straßen und Wege hinunterschießen, um schlimmstenfalls in Keller, Wohnungen und Betriebsgebäude eindringen. Auf ihrem Weg zerstören die Fluten Möbel, Arbeitsgeräte, Fahrzeuge und technische Infrastruktur. Wie sich die Schäden zumindest minimieren lassen, wird bei einem Bürgerworkshop am kommenden Donnerstag in Hertlingshausen diskutiert.
Denn von den 21 Dörfern in der Verbandsgemeinde Leiningerland haben bislang erst zwei ein Hochwasservorsorgekonzept: seit November 2018 Dirmstein und seit Januar 2019 Kleinkarlbach. Für die anderen Kommunen werden diese Pläne noch erstellt, so zum Beispiel für Altleiningen und Carlsberg. Gegenwärtig erarbeitet das Büro ipr-Consult Ingenieurgesellschaft Pappon + Riedel aus Neustadt ein Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die beiden Ortsgemeinden. Grundlage sind die Erkenntnisse, die bei Begehungen in den Orten gewonnen wurden.
Bürger sollen sich einbringen
Sie erlauben eine erste Beurteilung der Gefährdungssituation bei Unwettern. Bei der Veranstaltung in Hertlingshausen soll darüber informiert werden, was bei Extremwetterlagen wo passieren kann und womit die Betroffenen zu rechnen haben. Darüber hinaus werden die Bürger gebeten, sich im weiteren Prozess einzubringen – mit Anregungen, Fragen, Vorschlägen. Gemeinsam mit allen Akteuren wird danach gesucht, wie sich die Gemeinden ortsspezifisch sinnvoll auf Hochwasser vorbereiten können, das aufgrund des Klimawandels immer häufiger droht.
„Ziel ist es dabei auch, die Eigenverantwortung aller Beteiligten zu stärken“, sagt der Altleininger Bürgermeister Benjamin Claus (FWG). Nach dem rheinland-pfälzischen Wasserhaushaltsgesetz ist „jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen“.
Fotos und Videos einschicken
Bei Workshops wie dem am Donnerstag werden alle Handlungsfelder der Vorsorge bearbeitet, also zum Beispiel technische Schutzmaßnahmen im öffentlichen Bereich, an Gebäuden und Anlagen von Privatleuten, natürlicher Wasserrückhalt, an die Entwicklung angepasstes Planen, Bauen und Sanieren. Auch geht es um die Sicherstellung der Ver- und Entsorgung, Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz, Information der betroffenen Bevölkerung, Elementarversicherung und um richtiges Verhalten bei Hochwasser.
Carlsbergs Ortschef Patrick Schmitt (CDU) sagt: „Wem Gefahrenstellen bekannt sind, bei denen es bei Starkregen bereits zu Problemen gekommen ist, wird gebeten, uns diese mitzuteilen.“ Fotos oder Videos vergangener Ereignisse könnten dabei wichtige Hinweise liefern. Er und sein Amtskollege Claus bitten um rege Beteiligung, denn der Erfolg eines Hochwasservorsorgekonzeptes hänge auch von einem intensiven Austausch der Ideen und Vorschläge aller Betroffenen ab.
Termin
Bürgerworkshop zum Hochwasserschutz am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, im Bürgerhaus Hertlingshausen. Hinweise, Bilder und Videomaterial können per E-Mail geschickt werden an hochwasserschutz@vg-l.de.