Grünstadt Autowaschen muss nicht sein

Kostbares Nass.
Kostbares Nass.

Eine Bullenhitze, dabei extreme Trockenheit – der Juli hat es in diesem Jahr in sich. Das merken auch die Wasserwerke der Stadt Grünstadt und der Verbandsgemeinde Leiningerland. Sie registrieren einen hohen Wasserverbrauch. Einen überlegten Umgang mit dem kostbaren Gut Trinkwasser wünscht sich deshalb Abteilungsleiter Timo Thierfelder von den Stadtwerken Grünstadt.

Er sagte, am Dienstag habe der Wasserverbrauch über 7000 Kubikmeter betragen: „Das ist sehr hoch.“ Im Jahresdurchschnitt liegt er bei etwa 4000 Kubikmetern am Tag. Jetzt seien zeitweilig mehr als 400 Kubikmeter pro Stunde geflossen: „Da merkt der Wassermeister schon auf.“ Ein Verbrauchswert von über 7000 Kubikmetern werde in jedem Sommer gemessen, „manchmal nur an einem Tag, es gibt aber auch Jahre, da passiert das öfter“, so Thierfelder. Vor Jahrzehnten sei es sogar schon vorgekommen, dass täglich knapp 10.000 Kubikmeter verbraucht wurden, habe ihm ein älterer Kollege erzählt. Damals habe es in Grünstadt aber noch mehr Betriebe mit einem sehr hohen Wasserbedarf gegeben, Müllers Mühle oder Didier zum Beispiel. Insgesamt habe sich der Verbrauch pro Einwohner und Tag reduziert, von früher durchschnittlich 150 auf jetzt 120 Liter. Hier mache sich der Einbau wassersparender Armaturen positiv bemerkbar. Dennoch sei festzustellen, dass der Grundwasserspiegel über die letzten Jahre gesunken sei. Tendenziell werde mehr Wasser verbraucht, als neu entstehe. So hohe Verbräuche wie die 7000 Kubikmeter vom Dienstag „können wir schon noch händeln“, sagt Thierfelder. Um einen Notstand handele es sich noch nicht, betont er. Die Stadt, deren Wasserwerke auch Teile der Verbandsgemeinde Leiningerland versorgen, sei mit den acht Tiefbrunnen im Eisbachtal gut versorgt, die pro Stunde zusammen 430 Kubikmeter liefern können. Generell würden die Brunnen abwechselnd zugeschaltet, damit sie sich wieder erholen könnten. Manchmal sei es aber auch erforderlich, aus allen acht Brunnen gleichzeitig Wasser zu fördern. Thierfelder bittet die Verbraucher darum, in der derzeitigen „heißen Phase“ sorgsam mit Wasser umzugehen, vielleicht auch mal aufs Rasensprengen oder Autowaschen zu verzichten. Falls die Trockenheit noch über einen längeren Zeitraum anhalte, könnte das dazu führen, dass öffentliche Plätze und Sportstätten wie die Rudolf-Harbig-Anlage nicht mehr bewässert würden. Und sollte tatsächlich ein Notstand eintreten, werde man an die Öffentlichkeit appellieren, den Wasserverbrauch aufs Notwendigste zu begrenzen. Das sei zum Beispiel 2015 in Freinsheim der Fall gewesen. Auch in der Verbandsgemeinde Leiningerland sei der Wasserverbrauch derzeit sehr hoch, sagt Werkleiter Normann Geisler. Im Versorgungsgebiet Hettenleidelheim werde jetzt der Wasserstand in den Wasserspeichern von den Mitarbeitern reguliert, weil er zum Teil so schnell sinke, dass die automatische Steuerung nicht hinterherkomme. Sie schalteten die Pumpen deshalb per Hand zu. Zur Situation insgesamt sagt er: „Bis jetzt passt es noch, aber es ist viel.“ Dazu kämen auch noch Waldbrände. Der normale häusliche Verbrauch sei aber kein Problem, zurzeit gebe es keine Engpässe, betont Geisler. Er informiert, dass sich die Werke mit dem Wehrleiter der Verbandsgemeinde in Verbindung gesetzt haben: Er soll die Ortswehren darum bitten, in dieser Woche keine Übungen anzusetzen.

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