Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Ausbildungsmesse im Verbandsgemeinde-Foyer: Azubi-Suche „auf Augenhöhe“

Am Südzucker-Stand: Jugendliche und Eltern.
Am Südzucker-Stand: Jugendliche und Eltern.

Vergleichsweise klein war die Lehrstellen-Messe des Ausbildungsverbunds Leinigerland, die junge Leute am Samstag ins Verbandsgemeinde-Foyer locken sollte. Ein Firmenvertreter hat erklärt, warum die Präsenz dort sinnvoller ist als bei mancher Großveranstaltung.

Meistens kommen sie in Begleitung ihrer Eltern: Insgesamt etwa 25 junge Besucher sehen sich bei dieser Ausbildungsmesse im Foyer der Verbandsgemeinde Leiningerland um. Einer von ihnen: Moritz Dohn aus Bockenheim. Er sei auf der Suche nach einem Praktikumsplatz, erklärt der 13-Jährige. Und bei der Messe hat er schon etwas dazugelernt: „Ich wusste nicht, dass man auch während der Unterrichtszeit ein Praktikum machen kann.“ Nach bestimmten Unternehmen habe er nicht geschaut, aber sich mit Vertretern von Hagenburger (Grünstadt) und Gienanth (Eisenberg) unterhalten. Sein Vater Marc Dohn sieht darin eine gute Möglichkeit, um Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Dem 50-Jährigen hat besonders die offene Art der Vertreter gefallen.

Konkurrenz mit Ludwigshafen

„Es ist ganz wichtig, dass wir das regional am Leben halten, sonst verlieren wir die Azubis an den Ludwigshafener Raum“, betont Karlheinz Holtzhäuser, Ausbildungsleiter bei Gienanth. Deshalb sei das Unternehmen auf allen Messen der Region präsent und baue sein Netzwerk mit den Schulen aus. Die Lehrer seien das Bindeglied zwischen den Betrieben und der schulischen Ausbildung, erläutert der 59-Jährige. „Wir suchen alle gute Azubis, die sich mit dem Beruf identifizieren können“, sagt er. Es komme ganz selten vor, dass Lehrverträge direkt bei der Messe unterschrieben werden. „Wir sind ja hier, um zu informieren, was für Möglichkeiten wir bieten“, sagt der Ramsener. Dabei seien Gespräche auf Augenhöhe wichtig.

Auch die 17-jährige Ella hat sich mit ihrer Mutter bei der Messe umgesehen. „Ich mache Anfang nächstes Jahr Abi und ich weiß noch nicht, was ich danach machen soll“, erklärt die Schülerin des Nordpfalzgymnasiums in Kirchheimbolanden. Bei der Messe habe sie erfahren können, welche Angebote es in der Region gibt. Alle anwesenden Unternehmen hätten sie interessiert, doch sie könne sich nicht auf eines festlegen, bei dem sie sich gerne bewerben würde. Besonders interessiere sie sich aber für die Richtung Elektrotechnik, sagt die 13.-Klässlerin.

Erweiterungspläne in Richtung Leiningerland

„Wir suchen Auszubildende und wollen uns im Gebiet Leiningerland erweitern“, sagt Udo Klein, Ausbilder für Industriemechanik bei Dyckerhoff in Göllheim. Das Unternehmen sei erst zum zweiten Mal auf einer Messe im Leiningerland, erzählt der 56-Jährige. „Zement ist kein geläufiges Produkt für Jugendliche“, berichtet sein Kollege Christopher Hofmann, Ausbilder für Elektronik. Da sich viele nichts darunter vorstellen könnten, gebe es die Möglichkeit, über einen QR-Code einen Termin auszumachen, um sich das Werk der Firma anzuschauen, erklärt der 32-Jährige. Da die Ausbildungsmesse an einem Samstag und auf freiwilliger Basis stattfindet, seien die Gespräche sinnvoll, denkt Hofmann – anders als es oft bei größeren Messen, die ganze Schulklassen besuchen müssen. Derzeit sucht Dyckerhoff zwei Industriemechaniker, einen Baustoffprüfer und einen Industriekaufmann.

Die Mitorganisatorin der Messe, Martina Nighswonger, unterstreicht: „Für uns war das ein voller Erfolg.“ Die geschäftsführende Gesellschafterin bei Gechem in Kleinkarlbach berichtet: Sie hat vor zwölf Jahren den Ausbildungsverbund Leiningerland mit sehr viel Herzblut gegründet, die Ausbildungsmesse hat der Zusammenschluss nach der Corona-Pause nun zum sechsten Mal organisiert.

Die Unternehmen

Dyckerhoff (Göllheim), EKW (Eisenberg), Gechem (Kleinkarlbach), Gienanth (Eisenberg), Hagenburger (Grünstadt), Südzucker (Obrigheim), Pfalzwerke Gruppe (Ludwigshafen am Rhein). Ebenfalls im Ausbildungsverbund Leiningerland, aber bei der Messe nicht vertreten: Dradura (Altleiningen) und Sausenheimer Wellpappe (Grünstadt).

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