Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Aufstiegsrelegation: SV Obersülzen empfängt TuS Mechtersheim II

Droht wegen des Frankenthaler Strohhutfests auszufallen: Obersülzens Dominic Gerber (gelb).
Droht wegen des Frankenthaler Strohhutfests auszufallen: Obersülzens Dominic Gerber (gelb).

Der SV Obersülzen startet mit dem Rückenwind einer tollen Serie in der Aufstiegsrunde der Fußball-A-Klasse am Samstag (15 Uhr) auf eigenem Platz in die Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga. SV-Coach Sascha Gerber rechnet im ersten Spiel gegen den TuS Mechtersheim II aus einem ganz bestimmten Grund mit Gegenwind.

„Wir waren in der Hauptrunde Erster, wir haben die beste Aufstiegsrunde von allen Mannschaften gespielt, waren da also auch Erster. In der Gesamtabrechnung sind wir aber nur auf Platz zwei. Das ist schon komisch“, rechnet Gerber vor. Gerade einmal einen Punkt hinter dem Meister SG Edigheim ist der SV Obersülzen gelandet. Mit 43 Treffern stellte der SV das Team mit der stärksten Offensive in der Aufstiegsrunde, mit Torben Sachse den besten Schützen.

Dabei hat Obersülzen – wie einst Schalke 04 in der Saison 2000/2001 in der Ersten Bundesliga – die Meisterschaft am letzten Spieltag auf dem Rasen schon gefeiert. Mit 8:1 hatte der SV Obersülzen im letzten Saisonspiel Amed Ludwigshafen abgefertigt, nach 13 Minuten stand es in dieser Begegnung schon 3:0 für die Gastgeber. Da das Spiel der Edigheimer bei der TSG Eisenberg 15 Minuten später angepfiffen wurde, sei man nach dem Abpfiff in Obersülzen in einer „Liveschalte“ über den Spielstand dort informiert worden. Bis in die Nachspielzeit hinein stand es in Eisenberg 1:1. Das Ergebnis hätte dem SV zur Meisterschaft gereicht. Dann schoss Edigheim den Siegtreffer. So wie Bayern München einst den Schalkern – danach als Meister der Herzen tituliert – den Titel im Fernduell in der Nachspielzeit entriss, so schafften es auch die Edigheimer, den SV aus allen Titelträumen zu reißen. „Wir waren niedergeschlagen. Die Freude war erst einmal weg“, gesteht Sascha Gerber ein.

SVO will Euphorie mitnehmen

Doch mit etwas Abstand ordnet er die Leistung seiner Mannschaft wieder richtig ein: „Super. Klasse, was wir geschafft haben. Vor zwei Jahren standen wir noch knapp vor dem Abstieg. Wir wissen, wo wir herkommen. Es war eine tolle Runde.“ Eine Niederlage gegen den VfR Friesenheim im ersten Spiel der Aufstiegsrunde, eine Niederlage bei der SG Edigheim – die restlichen Spiele alle gewonnen.

Diese Euphorie will der SV Obersülzen mit in die Aufstiegsspiele nehmen. Das erste gegen den TuS Mechtersheim II wertet Gerber als „ganz harten Brocken“. Denn die Gäste, so hat er gehört, wollen ihre zweite Mannschaft mit vielen Spielern aus dem Oberliga-Team verstärken. „Das ist vom Verband so erlaubt, deshalb ist es legitim“, will Sascha Gerber gar nicht groß lamentieren.

Sascha Gerber grübelt

Mehr ins Grübeln bringen ihn da die Spieler aus den eigenen Reihen, die am Samstag fehlen könnten. Die wenigsten Chancen auf einen Startelfeinsatz räumt er seinem Sohn Robin Gerber ein. Der habe eine Prellung des Sprunggelenks und eine Bänderdehnung im Fuß. Und auch der zweite Sohn, Dominic Gerber, steht auf der möglichen Ausfallliste – aus einem ganz anderen Grund. Er ist als Polizist bei der Inspektion Frankenthal eingesetzt. Und in Frankenthal wird von Donnerstag bis Sonntag Strohhutfest gefeiert. Deshalb herrscht bei der örtlichen Polizei Urlaubssperre. Dominik Berck hat wohl nicht an die Relegationsspiele geglaubt und Urlaub gebucht. Und Timon Steck hat Prüfungen. „Wenn es gut läuft, sind alle vier dabei, wenn es schlecht läuft, keiner. Das weiß ich erst am Freitag“, sagt Sascha Gerber und hofft natürlich auf Variante eins.

Noch am Freitag wird der SV Obersülzen auch erfahren, wer denn der zweite Gegner in der Aufstiegsrelegation sein wird. Dann spielen Bavaria Wörth und Viktoria Herxheim II das Entscheidungsspiel. „Wir nehmen es, wie es kommt. Da haben wir keine Präferenz“, sagt der SV-Coach.

Doch eines weiß der Trainer des SV Obersülzen bereits genau: „Wir wollen die Aufstiegsspiele genießen.“ Zum Auftakt am Samstag rechnet er mit mehreren Hundert Zuschauern auf der schmucken Anlage in Obersülzen. Es wird ein Festtag für die Obersülzer. Und trotz der drohenden Übermacht der Gäste auf dem Platz stellt Sascha Gerber klar: „Wir werden uns gegen den TuS Mechtersheim II nicht verstecken.“

x