Grünstadt Auf der Suche nach dem Besonderen

Von Pudelmütze bis Pfirsichlikör: Der Bauernmarkt in Battenberg zieht das Publikum an.
Von Pudelmütze bis Pfirsichlikör: Der Bauernmarkt in Battenberg zieht das Publikum an.

ORTSTERMIN: Der Bauernmarkt hat am Tag der Deutschen Einheit mehrere tausend Menschen in das kleine Weindorf Battenberg gezogen. Rund 50 Aussteller wirkten gestern bei der 23. Auflage mit. Viele Stammgäste besuchten den Markt im Burghof und im Dorfgemeinschaftshaus.

«BATTENBERG.»Schon beim Betreten des Burghofes ist die Musik des Leierkastenspielers zu hören. Der Duft von frischen Kräutern steigt in die Nase. Auf die Besucher warten Stände mit Kunsthandwerk, Selbstgebasteltem und kulinarischen Spezialitäten. Aussteller Uwe Minatel aus Bisterschied hat rund 300 Naturbürsten im Sortiment und sagt: „Meine Produkte gehören einfach zu einem Bauermarkt dazu. So etwas bekommt man nicht im Supermarkt.“ Davon sind auch Ursula (72) und Gerhard (76) Rissmann aus Mühlheim überzeugt. Das Rentnerehepaar hat sich für zwei Flaschenbürsten entschieden. „Ich kaufe regelmäßig auf Märkten solche Dinge, die es im Handel nicht gibt“, erklärt Ursula Rissmann. Das tolle Ambiente lade einfach zum Verweilen und Schlendern ein. Man dürfe nur nicht so einen prall gefüllten Geldbeutel mitnehmen, sonst kaufe man noch viel mehr. Damit es den Kleinen nicht langweilig wird, können sie bei Jutta Klingler aus Kirchheim Spinnweben aus Wolle und Kastanien basteln. Zudem gibt es einen kleinen Streichelzoo und Ponys. Das Kindertheater des Mannheimer Capitols zeigt „Meister Eder und sein Pumuckl“. Lisa Wallner aus Heidelberg, die den Markt jedes Jahr besucht, findet das vielfältige Angebot toll: „Für Kinder ist hier immer etwas dabei.“ Ihr fünfjähriger Sohn Lucas möchte natürlich alles ausprobieren. Nach der Karussellfahrt schiebt der Junge seine Mutter zum Basteltisch. „Wir haben ja bis heute Abend um 18 Uhr Zeit“, scherzt die 38-Jährige. Am Stand von Familie Werner aus Kirrweiler (Landkreis Kusel) dürfen derweil nach Herzenslust Liköre und Schnäpse aus eigener Herstellung probiert werden. Simone Werner ist froh, dass es nicht so heiß ist, denn dann würden die Besucher nicht so viele Edelbrände probieren: „Früher waren eher Schnäpse angesagt, heute stehen Liköre im Vordergrund“, stellt die Ausstellerin fest. Rund 30 Sorten sind auf dem Tisch aufgebaut. Das Klischee, dass Männer eher Hochprozentiges bevorzugen und Frauen lieber einen süßen Likör trinken, sei heute nicht mehr zutreffend, weiß die Verkäuferin, die seit über 20 Jahren in Battenberg mit dabei ist. Yanneck Keßzel aus Göttingen hat sich schon entschieden. „Ich besuche viele Märkte und bringe einem Freund immer Liköre aus aller Welt mit. Das ist schon so eine Tradition“, sagt der 28-Jährige, der zu Besuch in der Pfalz ist. Der Duft von Gewürzen liegt am Verkaufstand von Alex Stalf aus Speyer in der Luft. Nach Kundenwunsch mischt der Drogist unterschiedliche Gewürze. Für Birgit Neumann aus Altleiningen ist der Gewürzhändler die erste Anlaufstelle: „Ein Wildkräutergewürz und eine griechische Mischung nehme ich mit. Ich komme auch wegen der frischen Gewürze hierher“, sagt die 60-Jährige. Ein großes kulinarisches Angebot fehlt an diesem Tag selbstverständlich auch nicht. Bereits um die Mittagszeit ist fast jeder Platz an den Biertischen besetzt, und die Besucher genießen die Herbstsonne. Und der Veranstalter des Marktes, der Bürger- und Kulturverein, zeigt sich mit der hohen Besucheranzahl zufrieden. Barbara Dehio, Mitglied des Vereins, sagt: „Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir super Wetter. Ich schätze, dass rund 5000 Besucher am Ende des Tages da gewesen sein dürften.“ Für sie steht fest: „ Ein voller Erfolg also.“

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