Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel AOK-Mitarbeiter im Streik: Erstmals Arbeitsniederlegung im Land

Um die 50 Mitarbeiter haben sich zum Streik in Eisenberg versammelt.
Um die 50 Mitarbeiter haben sich zum Streik in Eisenberg versammelt.

Die Beschäftigten befinden sich in einer tariflosen Zeit und haben Forderungen an die Geschäftsführung gestellt. Warum das Zentrum des Protests in Eisenberg ist.

Nachdem vergangene Woche das Personal im öffentlichen Nahverkehr gestreikt hat, finden derzeit etwas weniger öffentlich Protestaktionen in einer anderen Branche statt: Am Dienstag haben etliche Mitarbeiter der Krankenkasse AOK in Rheinland-Pfalz nach einem Aufruf der Gewerkschaft der Sozialversicherungen (GdS) die Arbeit niedergelegt – erstmals, wie Enrico Ehlert, Geschäftsstellenleiter der GdS West, mitteilt. Die größte Aktion fand in Eisenberg statt, wo sich der Hauptsitz der AOK für Rheinland-Pfalz und das Saarland befindet. Wie Ehlert ausführt, seien knapp 50 Mitarbeiter gekommen, um ihren Unmut kundzutun.

Mitgliederbefragung führt zu Forderungen

Bei dem Warnstreik geht es unter anderem um eine Lohnerhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 350 Euro rückwirkend ab Januar, eine Fortführung des Gesundheitszuschusses für die Mitarbeiter und eine Verbesserung des Urlaubsgeldes. Ein Teil der Forderungen entstammt laut Ehlert einer Mitgliederbefragung, die im Vorfeld der Verhandlungsrunden stattgefunden hat. Deren Ergebnis ist der Grund, warum die Mitarbeiter streiken, so der Geschäftsstellenleiter: „Wir saßen bereits zweimal zusammen und haben kein Angebot bekommen.“ Ein weiterer Termin sei für nächste Woche angesetzt.

Hintergrund der Forderungen ist einerseits die Entwicklung der Inflationsrate sowie andererseits der Blick auf andere Krankenkassen, wie Ehlert erläutert. Dort sei die Bezahlung deutlich besser, weshalb er vonseiten der AOK großen Nachholbedarf sieht. Denn wenn nichts passiert, wanderten immer mehr Mitarbeiter ab, was die Arbeitsdichte für die verbleibenden massiv erhöhe. Das gelte es zu verhindern.

Nur Teil der Mitarbeiter macht mit

Nachdem die Tarifrunde Ende Dezember vergangenes Jahr abgelaufen ist, befinden sich die Mitarbeiter gerade in einer tariflosen Zeit. Mit dem Streik wolle die Gewerkschaft den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen, den Forderungen nachzugeben. Bedauerlich sei allerdings, sagt Ehlert, dass nur ein Teil der Mitarbeiter an Bord sei: „Aber wir haben bisher noch nie zum Streik aufgerufen und von daher ist es trotzdem ein Signal.“ Die Aktionen, die bereits Anfang der Woche in anderen Bundesländern begonnen haben, sind bis Mittwoch geplant.

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