Altleiningen
Altleininger Kerwe 2025: Wer beim Duell zwischen Pfarrer und Bürgermeister gesiegt hat
Sollte sich die weltliche Macht mit der göttlichen anlegen? Diese Frage treibt am Dienstag die zahlreichen Besucher der Kerwespiele in Altleiningen um. Dabei ist eine Antwort bereits am frühen Montagabend ganz eindeutig gegeben worden: Ein kurzes, aber heftiges Unwetter hat dafür gesorgt, dass der Gaudiwettbewerb buchstäblich ins Wasser fiel. Doch die Organisatoren haben die Wiederbelebung des Tauziehens, das 2019 zum letzten Mal stattgefunden hatte, um 24 Stunden verschoben.
Bürgermeister pustet Wolken weg
Im Himmel scheint das keinen Gefallen zu finden. Pünktlich zum Start lässt Petrus dicke schwarze Wolken aufziehen, es beginnt zu regnen – allerdings eher kleinlaut. Dann stellt sich Bürgermeister Benjamin Claus (FWG) breitbeinig auf den Rasen, stemmt die Arme in die Hüften und pustet nach Leibeskräften die Wolken an. Und siehe da: Es hört auf zu tröpfeln, die Sonne kommt heraus. Nun steht dem Kampf der Giganten nichts mehr im Weg. Der Chef der Kommune fordert den Diener der Kirche, Pfarrer Julian Kraul, heraus.
1,81 Meter und 103 Kilogramm gegen 2,02 Meter und 140 Kilogramm? Wer wird da gewinnen? Die Entscheidung fällt erst später, denn es ist ein zweites Wunder geschehen. Die beiden Kontrahenten, die sich ursprünglich als einzige Tauziehende in der Arena am Glockenturm wähnten, haben kurzfristig Mitbewerber bekommen. Zwei weltliche Quartetts wollen wissen, wer der wahre Meister am Seil ist: „Die fantastischen Vier“ um den früheren Anführer der Bildstock-Kängurus Martin Grüber und „Die vier Traummänner“ um den Stumpfwald-Förster Fabian Keck.
Gemeinsam gegen die anderen
Die Konkurrenz schweißt den Bürgermeister, der in Personalunion Presbyter ist, und den Geistlichen, der auch gern mal in der Bütt steht, zusammen. Gemeinsam mit zwei weiteren Gleichgesinnten – einem Theologen und einem Künstler – bilden sie das Team „Acht Fäuste für ein Halleluja“. Zunächst treten sie gegen die Grüber-Truppe an. Diese ist sehr bemüht, aber chancenlos. Nach einer kurzen Verschnaufpause, in der Kinder am Seil zerren und mit einem Eis belohnt werden, schickt Moderator Frank Wilhelm den Sieger der ersten Runde gegen die Traummänner ans Tau.
Auch sie haben das Nachsehen. Für den Beigeordneten Frank Dennhardt (FWG) ist klar: „Da zieht der liebe Gott mit.“ Die Begegnung der Verlierer entscheiden „Die fantastischen Vier“ für sich. „Jetzt kommen wir zum Höhepunkt des Abends“, verkündet Wilhelm dann das erwartete Duell. Nach dem Gewinner solle dann der Bahnhofsplatz, auf dem das Kerwe-Spektakel maßgeblich stattfindet, benannt werden. An das Seil – fertig – los: Schiri Volker Walther klatscht als Startschuss in die Hände. Claus und Kraul geben alles. Eine ganze Weile bewegt sich fast nichts. „Sehr ausgeglichen“, kommentiert Wilhelm.
Doch dann geschieht das dritte Wunder: Der Bürgermeister reißt den Pfarrer in seine Richtung, geht dabei zwar zu Boden, aber gewinnt. „Ich geb dir eine Schorle aus“, bietet er dem Unterlegenen an. Kraul stellt klar: „Das nächste Mal komme ich stärker zurück.“
