Grünstadt Aller guten Dinge sind drei

Ali Aslan (grüne Hose) blieb gestern zwar ohne Treffer, ist aber ein unberechenbarer Torjäger.
Ali Aslan (grüne Hose) blieb gestern zwar ohne Treffer, ist aber ein unberechenbarer Torjäger.

«GRÜNSTADT.» Gestern erlebten nur rund 50 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion den 2:1 (0:0)-Erfolg des Fußball-Landesligisten VfR Grünstadt gegen den Verbandsliga-Absteiger FC Bienwald Kandel. Das war der dritte Grünstadter Sieg in Folge.

Es war, zumindest vor der Pause, eine von rigoros agierenden Abwehrreihen geprägte Partie, die hüben wie drüben nicht eine Chance zuließen. Da standen nämlich die Hünen der Gastgeber: Dennis Lang, Jochen Gillmann, Uwe Rebholz und Marcel Czekalla. Bei Kandel sah es allerdings um Kapitän Yanik Wagner nicht viel anders aus. Schiedsrichter Alexander Raider aus Sponheim, sicherer Leiter einer fairen Partie, hatte kaum zur zweiten Hälfte angepfiffen, als sich Tobias Hess auf der linken Seite gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und präzise auf den frei stehenden Dorn passte. Der fackelte nicht, zog sofort ab und erzielte die Führung für den VfR (47.). Der 23-Jährige, der vom SV Horchheim kam, ist zweifelsfrei eine Bereicherung der Grünstadter Offensivabteilung. Plötzlich ergaben sich Chancen, auch für die Gäste. So hatte VfR-Keeper Enez Aslan Glück, als ein Kopfball von Leon Osmanovic den Außenpfosten „küsste“ (56.). Die Südpfälzer drängten, die Platzherren hatten Mühe, zu einem geordneten Spiel zu finden. Michael Bechtel, eigentlich Stürmer, leistete im defensiven Mittelfeld Höchstarbeit. Es bereitete Spaß, dem 22-Jährigen bei seinen gelungenen Rettungstaten zuzusehen. Alexander Simon könnte manchmal etwas früher abspielen, ist aber überall zu finden. Bei seiner Auswechslung schien er völlig ausgepumpt. Trotz kleiner Mängel präsentierte der 26-Jährige eine starke Leistung, scheint eine „Pferdelunge“ zu besitzen. Chefcoach Alexander Schott und sein Co-Trainer Christian Ruth können auf ihn nicht verzichten. Ähnlich ist das bei Neuzugang Hess, der als „Sechser“ unauffällig, aber sehr wirkungsvoll agierte. Das zeigte sich bei der Vorbereitung des Führungstreffers. Was ebenso auffiel: Die neue Sturmspitze Ali Aslan beschäftigt oft zwei oder sogar drei Gegenspieler, die auf den unberechenbaren Torjäger aufpassen müssen. Das wiederum schafft Platz für den lauffreudigen Nico Müller, der technisch eine Klasse für sich ist. Das bewies der Ex-Regionalliga-Akteur gestern wieder einmal eindrucksvoll. Dem pfeilschnellen 19-jährigen Neuzugang Mo Mghames kam die Abwehr der Südpfälzer nicht nach. Mo, wie er von seinen Kameraden gerufen wird, passte das Leder zu Müller, der mit einem satten Schuss unhaltbar zum 2:0 (76.) vollstreckte. Der eingewechselte Innenverteidiger Timon Steck präsentierte im Anschluss mit Nachdruck, was in ihm steckt. Sicherheit, direktes Passspiel und rigoroses Zerstören der gegnerischen Offensivbemühungen sind die deutlichen Stärken des 19-Jährigen, der aus dem A-Junioren-Regionalliga-Team von Wormatia Worms kam. Er ist ein wahres Juwel für den VfR. Den zu keinem Zeitpunkt resignierenden Gästen gelang lediglich der Anschlusstreffer zum 1:2-Endstand durch Lukas Seringer (90.). Der VfR hat zwar in dieser Begegnung keine Bäume versetzt, dafür aber vorerst den Rang im oberen Tabellendrittel mit neun Zählern nach dem vierten Spieltag inne. VfR-Coach Alexander Schott wollte nach dem über weite Strecken doch durchwachsenen Spiel keine zu euphorischen Lobeshymnen anstimmen: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen, die Gäste waren vor der Pause etwas besser. Danach haben wir unsere Chancen erkämpft und letztlich auch verdient gewonnen.“ Kandels neuer Trainer Marco Weißgerber stellte nach dem Schlusspfiff fest: „Wir haben heute unser bisher schlechtestes Saisonspiel gemacht, unglücklich verloren.“ So spielten sie VfR Grünstadt: Enez Aslan - Lang (57. Steck), Rebholz, Gillmann, Czekalla - Bechtel, Simon (79. Frank), Hess - Müller - Dorn (66. Mghames), Ali Aslan.

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