Grünstadt Abwechslungsreicher hätte es kaum sein können
Ein abwechslungsreiches Repertoire haben das Erste Akkordeonorchester Grünstadt und seine drei Nachwuchsensembles für rund 260 Gäste am Samstagabend im Weinstraßencenter bereitgehalten. Beim alljährlichen Frühlingskonzert wurden die Akkordeonisten zudem von Sascha Eckhardt und Sven Schöfer am Schlagzeug unterstützt. Am Piano sorgten Jürgen Weil, Bethan Elliot und Lisa Demmler für die passende Begleitung. Erstmals mit dabei, die Pauke, die von Alexander Rothmund bei den meisten Stücken eingesetzt wurde.
Ob traditionell, klassisch oder modern – Orchesterleiterin Nadja Schmidt hatte für jeden Geschmack das richtige Stück dabei. Bereits seit 15 Jahren leitet die Musikpädagogin, die an der Musikschule Leiningerland unterrichtet, die Orchester. Arthur Hofmann führte durch den kurzweiligen Abend und ordnete die gespielten Arrangements zeitlich und historisch ein. Mit Melodien von Franz von Suppé, einem österreichischen Komponisten, aus dessen Feder über 200 Bühnenwerke stammen, verzauberten die 23 Akteure des Ersten Akkordeonorchesters die Zuschauer. Der Walzer Nummer 2 aus der Suite Nummer 2 für Jazz-Orchester von Dimitri Schostakowitsch (arrangiert von Otto Eckelmann) durfte an diesem Abend nicht fehlen. Beim bekannten Dreiviertel-Takt ging ein begeistertes Raunen durch den Saal. Mit großer musikalischer Vielfalt überzeugten die Musiker das Publikum. In die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ging es schwungvoll mit „Lady Madonna“ von Paul Mc Cartney (arrangiert von Rudi Braun). Dazu lud Dirigentin Nadja Schmidt die Zuschauer zum Mitklatschen ein. Besonders gut zum Ausdruck kam die Pauke von Alexander Rothmund bei „Music“ von John Miles, arrangiert von Hans-Günther Kölz. Das ausgeliehene Schlaginstrument vom TSG- Blasorchester sollte ursprünglich eigentlich nur bei diesem Stück zum Einsatz kommen. Doch es habe sich so gut in das Orchester integriert, dass Dirigentin Nadja Schmidt es bei weiteren Stücken harmonisch im Hintergrund miteinbezog, verriet die Vorsitzende Annette Brenner. Besonders entzückt war das Publikum von den coolen Akkordeonzwergen, dem Kinderorchester, bestehend aus 13 Spielern im Alter zwischen sechs und elf Jahren. Zum Teil spielen die Kleinen erst weniger als ein Jahr Schifferklavier. Mit den poppigen Stücken „Willkommen“, „Meine coole Sonnenbrille“ und „Rock’n Roll ist In“ von Jürgen Schmieder setzen sie fetzige Akzente und bewiesen, dass das Akkordeon noch viel mehr kann als nur klassische Interpretationen. Passend zu den Liedern gab es einen vorgetragenen Reim, bei dem herzhaft gelacht werden durfte. In die Welt der Filmmusik entführte das Jugendorchester Tas-Teens mit „Game of Thrones“ aus der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie von Ramin Djawadi. Auch „Many Meetings“ von Howard Shore aus dem Film Herr der Ringe versetzte das Publikum in die fiktive Welt. Der Auftritt des Jugendorchesters Fun Tastic Harmonists sorgte für viel Begeisterung. Ob bei der Ouvertüre aus dem Film „Das fliegende Klassenzimmer“ (Musik von Niki Reiseer), oder beim bekannten Song der amerikanischen Metal-Band Metallica „Nothing Else Matters“ – die Jugendlichen überzeugten mit klanglicher Vielfalt. Gleich zwei Zugaben forderte das Publikum nach einem gut zweistündigen Konzert, dass abwechslungsreicher wohl nicht sein hätte können. Ehrungen An diesem Abend wurden die Mitglieder Heidi Hofman und Gabi Breitwieser (nicht anwesend) für 40 Jahre geehrt, Franziska Breitwieser für 20 Jahre (nicht anwesend), sowie Johanna Riedel, Martin Kranz und Nadja Demmler für zehn Jahre. |ail