Grünstadt Abtanzen bis in den Morgen

Neustadt. „Ohral“ ist in der Region zur Marke geworden. Die Partyreihe im Rittergarten in der Rittergartenstraße 11 begeistert Technoliebhaber und Nachtschwärmer seit nunmehr fast 20 Jahren.
Die dumpfen Bässe sind sozusagen die Wegweiser. Partyzeit im Rittergarten. Wenn die Tür sich öffnet, strömt ein Schwall elektronischer Musik aus dem Gewölbekeller. Draußen warten die Leute schon ungeduldig auf den Einlass, zwei Türsteher schauen sich die Wartenden prüfend an. Dann winken sie sie durch. „Ohral“ kann beginnen. Die musikalische Bandbreite reicht bei „Ohral-Partys“ von Deep House, einer etwas gemäßigteren und melodischeren Musik, bis zu Technoid, einer basslastigen Art des Techno. Wie sich die Musik am Abend entwickelt, hänge mit der Interaktion zwischen DJ und Publikum zusammen, sagt Veranstalter Hardy Heller. Eine „gute Zeit und Spaß mit Gleichgesinnten“ will er seinen Gästen bieten. Im Laufe der Jahre hat „Ohral“ sich ein Netzwerk von bekannten DJs aufgebaut. Zu Gast waren unter anderem schon Monika Kruse, Chris Liebing und DJ Karotte, die wohl zu den renommiertesten Techno-DJs Deutschlands zählen. Daneben legen Stamm-DJs, sogenannte Residents, beispielsweise Maxi König oder Marius Heil, auf. Insgesamt gibt es derzeit etwa zehn bis zwölf „Residents“, pro Veranstaltung legen zwischen drei und vier DJs auf. Seit 2011 ist „Ohral“ im Rittergarten zu Hause. Zwischen Oktober und Mai finden die Partys einmal pro Monat statt. Seit zwölf Jahren hat es sich bewährt „Ohral“-Events in den Monaten Juni bis September an den Böhl-Iggelheimer Niederwiesenweiher zu verlegen. Techno-Party unter freiem Himmel. „Ohral“ hat Potenzial, sagt Heller. „Wir haben ältere Gäste, die uns schon seit vielen Jahren treu sind. Und wir sind gesegnet mit jungem und coolem Nachwuchs“, so Heller. Mittlerweile ist „Ohral“ schon fast 20 Jahre alt. Heller und eine Gruppe von rund fünf Leuten hatten die Reihe ins Leben gerufen, zu Beginn wurde im Keller des Meininger Verlagshauses gefeiert. 1994 steckten die Musikrichtungen House und Techno noch in den Kinderschuhen. Für Neustadt und Umgebung war diese Art von Party absolutes Neuland. Paul van Dyk, ein Freund Hellers und populärer Techno-DJ, hat damals in Neustadt aufgelegt. „Inzwischen begeistert er das Publikum im Central Park in New York“, erzählt Heller. Die erste Party war ein Erfolg. Es folgten noch weitere Veranstaltungen im Verlagshaus, bevor „Ohral“ auch im Pfälzerwald die Leute zum Tanzen animierte. „Schon damals war uns bewusst, dass es im Sommer nichts Schöneres gibt, als unter freiem Himmel zu tanzen“, sagt Heller. Auch heute bestehe noch Interesse an Locations im Wald. Es sei aber bedingt durch strenge Naturschutzvorgaben schwierig geworden. Unter dem Motto „The boys are back in town“ ist „Ohral“ 2008 zurückgekehrt nach Neustadt, damals noch ins Madison, nachdem sich zuvor ein gutes Jahr lang kein Veranstaltungsort gefunden hatte. In dieser Zeit gab es „Ohral“-Partys in Mannheim und Frankfurt.