Eisenberg
Abgesagtes wird nachgeholt
„Das Sommerprogramm haben wir komplett abgesagt“, sagt der Vorsitzende des Vereins Neuer Landweg. Aber es gibt Perspektiven: „Wir waren in der vergangenen Woche mal im Blauen Haus in Bolanden und haben den Raum komplett vermessen. Unser Ziel ist, sofern kein zweiter Lock-down kommt, am 19. September mit Markus Sprengler and Friends wieder einzusteigen.“ Dann solle es bis Dezember weitergehen, allerdings stark eingeschränkt. „Maximal 50 Gäste werden wir ins Blaue Haus hineinbekommen“, erzählt er.
Allerdings müssen die Karten für jede Veranstaltung vorab per E-Mail bestellt und per Überweisung bezahlt werden. „Am liebsten wäre es uns, wenn die Menschen in kleinen Gruppen zu uns kämen, die wir dann zusammen unterbringen können“, so Werner-Scheid. Das Problem sei zudem, dass bei Einzelbestellungen immer drei Plätze nach alle Richtungen frei bleiben müssen. Aktuell dürfen sich zehn Leute versammeln, das sage die neueste Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes. Insofern dürften sich auch maximal zehn Personen an einen Tisch setzen.
Der Verein will die vollen Gagen zahlen
Vier Veranstaltungen mussten komplett abgesagt werden. „Das werden wir nachholen, die Künstler bekommen natürlich einen Ersatztermin von uns“, sagt der Vorsitzende und betont: „Natürlich zahlen wir auch die vollen Gagen, selbst wenn wir deutlich weniger Gäste haben dürfen.“ Finanziell ist die Situation in jedem Fall eine enorme Belastung für den Neuen Landweg. „Wenn wir nur 50 zahlende Gäste haben, aber die Künstler angemessen entlohnen, schießen wir zu. Das können wir uns dank eines soliden finanziellen Polsters, das wir im Lauf der Jahre aufbauen konnten, eine Weile leisten, aber ewig geht das nicht.“
Etwa ein Jahr könne der Verein durchhalten, wenn er mit weniger Besuchern auskommen müsse, schätzt Werner-Scheid. Das Programm, das bis Mitte 2021 bereits vor Corona auf die Beine gestellt worden war, wird der Neue Landweg jetzt „abarbeiten“ – auch um die Kulturschaffenden zu unterstützen. „Viele Künstler haben überhaupt kein Einkommen mehr. Sicher wird jetzt alles langsam wieder anlaufen. Ob andere Veranstalter es sich leisten können, die vollen Gagen zu zahlen, das wissen wir nicht“, sagt Werner-Scheid.
Hoffnung auf weitere Lockerungen
„Die Hoffnung ist schon, dass weitere Lockerungen für den Kulturbetrieb kommen, damit wir im gewohnten Umfang arbeiten können.“ Mit dieser Hoffnung wird auch bereits an der Vorbereitung weiterer Veranstaltungen gearbeitet. Über das jetzt wieder anlaufende Winterprogramm hinaus ist für 2021 alles fest, auch die Ersatztermine stehen fast komplett. „Wir müssen dennoch weiterhin Kompromisse machen.“ Dazu gehöre beispielsweise, dass der Christmas Groove mit dem Ditzner-Twintett im Blauen Haus in Bolanden stattfinden wird. In Ebertsheim im Gewölbe der Alten Papierfabrik bekäme man höchstens 15 bis 20 Leute unter.
„Die Bühne auf der Bühne“ im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg wird es dieses Jahr ebenfalls nicht mehr geben, erst wieder 2021. Da müssen wir auch mal die Vorgaben der Behörden abwarten“, so Werner-Scheid. Für den Vorsitzenden ist am wichtigsten: Der Neue Landweg wird sich nicht unterkriegen lassen, wird weiter Kultur in die Region bringen. Deshalb sei geplant, sofern machbar, auch im Januar nach Freiburg zur Kultur-Börse zu fahren, um neue Acts zu finden.
Im Blauen Haus läuft einiges
Am Samstag, 19. September, wird der Neue Landweg mit Markus Sprengler and Friends im Blauen Haus sein Programm reaktivieren. Am 10. Oktober wird Comedian David Kebekus, der Bruder von Carolin Kebekus, mit seinem Programm „Aha? Egal“ im Blauen Haus erwartet. Kabarettist HG Butzko, so etwas wie ein Dauergast beim Landweg, kommt am 30. Oktober. Der deutsche Kabarettist Liedermacher und Autor von satirischen Texten. Für 13. November ist Holger Paetz engagiert. Mit dem Christmas Groove des Ditzner-Twintetts klingt das Jahr aus. Weiter geht es 2021 am 10. April mit Gankino Circus. Stefan Waghubinger kommt am 6. Juni und am 10. September Comedian Michael Sens.
Gemeinsam mit dem Neuen Landweg startet auch das Theater Blaues Haus wieder sein Kulturprogamm im laufenden Jahr. Am 25. September wird Harfenistin Jeanine Vahldiek mit ihrer Band auftreten. Am 3. Oktober will das Ensemble Blaues Haus mit seinem Tucholsky-Projekt starten, das bislang verschoben werden musste (noch mal zu sehen am 28. November). Der klassische Gitarrist Maximilian Mangold wird am 25. Oktober unterhalten. Am 7. November gibt es bei den Kirchheimbolander Friedenstagen eine Konzertvorlesung mit Norbert Willenbacher. Musik aus dem Orient wird Mala Isbuschka mit ihrem Quartett am 21. November bieten.