Grünstadt 100 Wehrleute im Einsatz
Spätestens ab 2 Uhr in der Nacht auf Freitag war für die rund 100 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren im Leiningerland an Schlaf nicht mehr zu denken: Während ihre Grünstadter Kollegen im Bett bleiben konnten, mussten die Wehrmänner wegen der schweren Gewitter zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.
Wegen des Starkregens waren in Dirmstein gut 15 Keller mit Wasser vollgelaufen, die die Wehrmänner auspumpten, berichtet Markus Ittel, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Leiningerland. Gegen 2 Uhr sei dann ein brennender Dachstuhl aus Kleinkarlbach gemeldet worden. „Glücklicherweise war das aber nicht der Fall. Der Anrufer war wegen des starken Regens einer optischen Täuschung unterlegen und hat eine orange leuchtende Straßenlaterne für ein Feuer gehalten“, erklärt Ittel. Weil in Carlsberg und Altleiningen gegen 1.45 Uhr der Strom ausgefallen war, besetzten die Wehrmänner die beiden Feuerwehrgerätehäuser in Altleiningen und Carlsberg, damit die Bewohner im Notfall eine Anlaufstelle hatten. Auch am Bürgerhaus Hertlingshausen war ein Feuerwehrauto postiert, deren Besatzung für die Bürger ansprechbar war. „Wenn die Stromversorgung über eine halbe Stunde unterbrochen ist, werden wir automatisch alarmiert“, erklärt Alfred Raffel, Wehrführer der Carlsberger Freiwilligen Feuerwehr die Abläufe. Wegen des starken Gewitters war es zu einer Störung im 20-Kilovolt-Netz der Pfalzwerke gekommen. Betroffen waren Teile von Altleiningen, Carlsberg, Hertlingshausen und Höningen, die zwischen 35 Minuten und einer Stunde und 52 Minuten unversorgt blieben, teilt die Pfalzwerke Netz AG mit. Die Netzteams der Pfalzwerke sowie die Mitarbeiter der Netzleitstelle leiteten alle erforderlichen Maßnahmen ein und konnten die Stromversorgung wiederherstellen. Auch aus Wattenheim sei ein Stromausfall gemeldet worden, sagte Sigfried Doll, Leiter der Polizeiinspektion Grünstadt auf Anfrage. Gegen 5 Uhr morgens hatten die Wehrleute dann am Landgraben in Obersülzen zu tun. Der Bach war über die Ufer getreten und hatte laut Wehrleiter Ittel Teile der Ortsdurchfahrtsstraße überflutet. An der Abbiegung nach Obrigheim, an der Stelle wo der Landgraben in einem Kanal unter der Straße verläuft, hatte sich das Wasser nach oben gedrückt. Mitgeführter Schlamm, Blätter und kleine Äste hatten sich vor dem Schutzgitter vor dem Kanal gestaut und mussten von der Wehr beseitigt werden, erklärte Ittel. Die Feuerwehreinsatzzentrale in Obersülzen sei von 2 Uhr nachts bis gegen 9 Uhr am nächsten Morgen besetzt gewesen. An den Einsätzen waren laut Ittel die Freiwilligen Feuerwehren Carlsberg, Altleiningen, Kirchheim, Kleinkarlbach, Bissersheim, Großkarlbach, Laumersheim und Dirmstein beteiligt. „Alles ruhig“ vermeldete dagegen Karlheinz Starck, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Grünstadt. Dort hatte es keinen einzigen Einsatz gegeben.