Frankenthal Zur Vorbereitung ins Bierzelt

Da werden einige aufgehorcht haben. 4:0 putzte der Sportclub Bobenheim-Roxheim am Sonntag in der Fußball-A-Klasse den Spitzenreiter aus Friesenheim. Die Ludwigshafener bleiben zwar trotz der Niederlage mit 30 Punkten Tabellenführer, aber der Sportclub (26) ist hinter dem Zweiten Weisenheim (28) dicht dran. Verzichten musste der SC bei seinem Coup auf die Unterstützung von Trainer Stephan Szymczak, der am Sonntag verhindert war und von Spielleiter Oliver Etzel und Jürgen Seif vertreten wurde. Der Trainer war per Liveticker jedoch immer bestens informiert. „Die müssen nach den Erzählungen auch richtig gut gespielt haben“, freute sich Szymczak gestern. Er wehrte sich jedoch dagegen, dass sein Team jetzt von einigen zum Favoritenkreis um die Meisterschaft in der A-Klasse gezählt wird. Er hält den Ball lieber flach. Die Stimmung ist trotzdem gut in Bobenheim-Roxheim. Kein Wunder, wenn man sich vor Augen führt, wo der SC herkommt. Vor zweieinhalb Jahren stand die Elf noch im Niemandsland der B-Klasse und flog zu Beginn der folgenden Saison gegen einen C-Klassisten aus dem Pokal. „Jetzt sind wir vorne in der A-Klasse dabei“, sagte Etzel. Er freut sich über die Entwicklung des Teams. „Gegen Friesenheim hat alles gepasst“, berichtete Etzel. Die Elf habe den Sieg unbedingt gewollt, habe mit mehr Biss gespielt und sei immer einen Schritt schneller als der Gegner gewesen. Angesichts der etwas speziellen Vorbereitung sei das fast ein Wunder gewesen. „Wir waren mit gut der Hälfte der Spieler am Samstagabend in Frankenthal auf der Pfalzwiesen“, verriet Etzel. Augenzwinkernd ergänzte er: „Da habe ich sie wenigstens unter Kontrolle.“ Wenn das so ist, weiß man beim SC ja jetzt, wie die Kicker die Abende vor ihren Spielen verbringen sollten. Vielleicht, schränkte Etzel ein, sei das Ergebnis gegen Friesenheim etwas zu hoch ausgefallen. Insgesamt sei es aber eine sehr gute, temporeiche A-Klasse-Begegnung gewesen – mit zwei guten Teams. „Am Ende war der Gegner wohl ein wenig zermürbt“, befand Etzel. Wobei Friesenheim seine Chancen gehabt hätte. „Aber was durchkam, holte unser Torwart Dennis Stockmann raus. Für mich ist er der stärkste Torwart der Liga“, meinte Etzel. „Nach unserer Führung durch Denis Reinwald in der 14. Minute hatte ich eigentlich keine Angst mehr, dass wir das Spiel noch verlieren könnten.“ Ein weiterer Pluspunkt für den Sportclub: Die Verstärkungen haben sich alle gut eingefunden. Benjamin Montino hat sich zu einem Schlüsselspieler gemausert. Etzel lobte sie alle. Gegner Friesenheim beweist jedoch, dass es nicht reicht, nur die Topspiele zu gewinnen. Der Tabellenführer agiert sehr konstant. Da steht dem Sportclub am nächsten Spieltag ein richtiges Kontrastprogramm bevor. Am Sonntag schaut der Tabellenletzte Schauernheim am Binnendamm vorbei. „Da muss die Mannschaft die Leistung bestätigen, sonst war der Erfolg gegen Friesenheim nichts wert“, betonte Etzel. Schließlich stiegen die Erwartungen mit den Siegen. Der Spielleiter sagte aber auch: „Wir sind auf einem guten Weg und haben eigentlich keinen Druck.“