Frankenthal Zur Sache: Aufschwung nach drastischen Einschnitten

2011 arbeiteten im Werk Frankenthal von Koenig & Bauer noch 650 Leute. Es zeichneten sich jedoch wirtschaftliche Probleme ab. Nach heftigen Auseinandersetzungen und Streiks verständigten sich Unternehmensführung, Betriebsrat und IG Metall auf ein Zukunftskonzept: Demnach sollten zunächst 90 Stellen abgebaut werden; im Gegenzug gab KBA eine Standortgarantie bis Ende 2016. Weitere Umstellungen und Personalabbau folgten. So habe Albert bereits 2014 die „prismatische Fertigung“, also die Herstellung anderer Teile als Rollen, aufgegeben, sagt Albert-Geschäftsführer Hans-Peter Kohlmann. „Das war nicht mehr wirtschaftlich.“ Im Frühjahr 2015 beschäftigte KBA in den beiden Frankenthaler Gesellschaften zusammen noch 171 Mitarbeiter und 29 Auszubildende. Schwierig sei die Lage bei der KBA-FT Engineering GmbH gewesen, sagt Geschäftsführer Herbert Nadj. Genügend Aufträge, um die damals noch 80 Mitarbeiter zu beschäftigen, habe es nicht gegeben. Im ersten Halbjahr 2016 wurde das Personal dieser Gesellschaft daher nahezu halbiert: auf jetzt 43 Mitarbeiter. Damit habe man eine deutliche Entlastung bei den Kosten erreicht, sagt Geschäftsführer Nadj, und die Aufträge hätten sich gerade ab dem zweiten Halbjahr erfreulich entwickelt. Der KBA-Konzern insgesamt schaffte nach deutlichem Jobabbau und Neuausrichtung 2014 die Rückkehr in die Gewinnzone. Neuer Schwerpunkt ist der Verpackungsdruck. Gemeinsam mit Hewlett Packard (HP) setzt man auf Digital-drucktechnik, für die hohe Wachstumsraten erwartet werden. 2015 erzielte KBA mit einem Umsatz von 1,03 Milliarden Euro einen Gewinn nach Steuern von 26,9 Millionen Euro. Der KBA-Aktienkurs verdreifachte sich in diesem Jahr. Der Abschluss für 2016 soll am 22. März vorgelegt werden. Im November hatte das Unternehmen in seiner Neun-Monats-Zwischenbilanz über „zweistelliges Wachstum“ berichtet; die Vorjahreswerte würden deutlich übertroffen. |spi